Apple bereitet sich darauf vor, Siri der nächsten Generation auf den Servern von Google zu betreiben. Angesichts einer angespannten Cloud-Kapazität vor dem Gemini-gestützten Upgrade hat das Unternehmen Google gebeten, die Infrastruktur für die fortschrittlichere, dialogorientierte Version seines Assistenten zu hosten.
Laut The Information drehen sich die Gespräche um die Bereitstellung datenschutzkonformer Server in Google-Rechenzentren, um die Einführung zu unterstützen. Das könnte einen Wechsel von der Integration von Modellen hin zu einer stärkeren Abhängigkeit von Infrastruktur markieren.
Hochskalieren, bevor die Aufmerksamkeit steigt
Apples Cloud-Bedarf übersteigt allmählich das, was dem Unternehmen zur Verfügung steht, berichtet The Information.
Wenn Siri eine komplexe Anfrage erhält, kann der Assistent die Aufgabe an Private Cloud Compute (PCC) übergeben, Apples eigene Serverumgebung auf Basis von Apple-Chips. Der Haken: Diese Chips wurden für Verbrauchergeräte entwickelt, nicht für die rechenintensiven KI-Workloads, die beim Betrieb großer Modelle wie Gemini.
entstehen. PCC wird derzeit im Durchschnitt zu etwa 10 % genutzt, und ein Teil der für das System vorgesehenen Hardware ist noch immer nicht installiert. Dieser Puffer könnte nicht lange reichen, sobald das aufgerüstete Siri verfügbar ist und die Nutzung steigt – insbesondere, wenn mehr dialogorientierte Interaktionen und mehrstufige Aufgaben wie erwartet deutlich mehr Anfragen in die Cloud verlagern.
Eine Tür, die einst geschlossen blieb
Für Apple ist die Verbindung zu Google bemerkenswert, weil sie nicht immer zur Debatte stand. Berichten zufolge hielt Apple seine KI-Teams aus Datenschutzgründen jahrelang von Googles Cloud-Technologien fern, und Softwarechef Craig Federighi legte sich bei Anforderungen an KI-Rechenleistung wiederholt gegen Google Cloud quer.
Diese Haltung begann sich zu ändern, nachdem Google seine Sicherheitssysteme im Jahr 2023 auf eine Weise aktualisiert hatte, die Apples Anforderungen erfüllte. Seitdem hat Apple begonnen, Googles Cloud-Infrastruktur für Teile seiner KI-Arbeit zu nutzen, und damit den Weg für eine Anfrage zur Serverbereitstellung wie die nun diskutierte geebnet.
Die Berichterstattung von The Information weist außerdem auf ein praktisches Problem auf Apples Seite hin: PCC wird langsamer aktualisiert als andere Serverumgebungen, was gerade dann für zusätzliche Reibung sorgt, wenn die nächste Version von Siri näher rückt.
Die Vereinbarung hinter dem Upgrade
Im Januar gaben Apple und Google ihre Gemini-Zusammenarbeit offiziell bekannt, und erklärten, eine mehrjährige Kooperation eingegangen zu sein, in deren Rahmen Apples Foundation-Modelle der nächsten Generation auf Googles Gemini-Modellen und Cloud-Technologie basieren sollen. In der gemeinsamen Erklärung wurde „ein stärker personalisiertes Siri“ als eines der Ergebnisse genannt, die Apple ausliefern will.
Bei der Vereinbarung geht es nicht nur um Technik. Einer Schätzung zufolge belaufen sich die jährlichen Kosten dafür, Gemini in Siri zu integrieren, auf rund 1 Milliarde US-Dollar. Zugleich sollen Schutzvorkehrungen sicherstellen, dass Siri-Anfragen von den persönlichen Informationen der Nutzer abgeschottet bleiben. Apple dürfte außerdem Gemini-Modelle einsetzen, die an seine Anforderungen angepasst wurden.
Nun bespricht Apple auch, wo diese Rechenleistung für Siri ausgeführt werden soll – ein Zeichen dafür, dass sich die Zusammenarbeit von der Software auf die sie unterstützenden Server erstrecken könnte.
Google rückt seine Robotikaktivitäten enger zusammen und gliedert Intrinsic in seine zentralen KI-Einheiten ein, um fortschrittliche Modelle mit Automatisierung in der realen Welt zu verbinden.

