Ein Drehkick, ein sauberer Treffer und eine zerborstene Wassermelone. Dieser kurze Moment hat Chinas humanoiden Roboter weltweit zum Gesprächsthema gemacht.
Das chinesische Robotikunternehmen Unitree hat neue Trainingsaufnahmen seines neuesten humanoiden Roboters, des H2, veröffentlicht und zeigt darin, wie weit dessen Bewegungs- und Balancefähigkeiten inzwischen reichen. Das am 4. Jan. auf dem offiziellen YouTube-Kanal des Unternehmens hochgeladene Video zeigt, wie der Roboter eine Reihe anspruchsvoller, an Kampfsport erinnernder Bewegungen ausführt.
Der herausragende Moment kommt, als der H2 zu einem 360-Grad-Drehkick aus der Luft ansetzt, eine von der Decke hängende Wassermelone trifft und zertrümmert, bevor er sanft auf den Füßen landet. Außerdem tritt der Roboter kraftvoll gegen Sandsäcke mit einem Gewicht von 30 Kilogramm und 60 Kilogramm – und hält dabei stets Gleichgewicht und Körperhaltung.

Unitrees H2 zertrümmert eine Wassermelone mit einem 360-Grad-Drehkick aus der Luft. Bild: Unitree
In einer Sequenz ist zu sehen, wie Unitree-Gründer und CEO Wang Xingxing zurückweicht, während der Roboter nach vorn stürmt – ein Moment, der zusammen mit dem Wassermelonen-Treffer vielfach geteilt wurde.

Unitrees humanoider Roboter „H2“ führt einen Sprungkick aus. Bild: Unitree
Was den H2 auszeichnet
Der H2 ist Unitrees humanoider Roboter der nächsten Generation, der erstmals im Oktober vergangenen Jahres vorgestellt wurde. Er ist etwa 180 Zentimeter groß und wiegt rund 70 Kilogramm, womit seine Proportionen annähernd denen eines Menschen entsprechen. Optisch verfügt er im Vergleich zu früheren Modellen über ein menschlicher wirkendes Gesicht und ein verfeinertes Körperdesign.
Im Inneren ist der Roboter mit 31 Gelenken ausgestattet, die sich über Schultern, Rumpf, Arme und Beine verteilen. Das sind mehr als beim früheren R1-Modell des Unternehmens, das über 26 Gelenke verfügte. Die zusätzlichen Gelenke sollen die Flexibilität, den Bewegungsumfang und die allgemeine Kontrolle bei schnellen und kraftvollen Bewegungen verbessern.
Laut Unitree sollen mit diesen Trainingsvideos unter extremen Bedingungen Gleichgewicht, Reaktion auf Kollisionen und koordinierte Bewegungen des gesamten Körpers getestet werden.

Unitrees H2 tritt gegen Sandsäcke. Bild: Unitree
Mehr als nur ein viraler Stunt
Auch wenn der Wassermelonen-Kick öffentliche Aufmerksamkeit erregt hat, stellt das Unternehmen die Demonstration als technischen Belastungstest dar und nicht als eine bloße Showeinlage. Hochgeschwindigkeitsdrehungen, Schläge in der Luft und heftige Aufprälle stellen hohe Anforderungen an Sensoren, Aktoren und Echtzeit-Steuerungssysteme – Bereiche, in denen humanoide Roboter traditionell Schwierigkeiten hatten.
Neuere Aufnahmen deuteten außerdem auf die weiter gefassten Entwicklungsziele von Unitree hin, darunter verbesserte geschickte Hände und Teleoperationssysteme, mit denen menschliche Bediener den Roboter über tragbare Steuerungen oder Mixed-Reality-Geräte anleiten können.
Die jüngste Präsentation des H2 erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Wettbewerb in der humanoiden Robotik weiter an Fahrt gewinnt und Unternehmen weltweit darum wetteifern, schnellere, stärkere und agilere Maschinen vorzuführen. Unitrees Fokus auf dynamische Bewegungen mit hoher Wirkung hebt seinen Ansatz von den langsameren, vorsichtigeren Demos der Vergangenheit ab.
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