Yann LeCun, ehemaliger KI-Chef von Meta, startet ein 1-Milliarde-US-Dollar-Startup mit Fokus auf „Weltmodelle“

Yann LeCun, Meta’s Former AI Chief.

Yann LeCun Image: Creative Commons

Mar 10, 2026
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Der KI-Boom beruht auf einer großen Idee: Sprachmodelle skalieren. Ein neues Startup mit einer Bewertung von einer Milliarde US-Dollar wettet darauf, dass diese Idee nicht zu echter Intelligenz führen wird.

Yann LeCun, der mit dem Turing Award ausgezeichnete Wissenschaftler, der mehr als ein Jahrzehnt damit verbracht hat, Metas KI-Forschungsimperium aufzubauen, hat ein Startup namens AMI (Advanced Machine Intelligence) gegründet und eine Seed-Finanzierungsrunde über 1,03 Milliarden US-Dollar aufgenommen. Das Unternehmen mit Sitz in Paris wurde am Dienstag offiziell vorgestellt und ist mit 3,5 Milliarden US-Dollar bewertet.

Während sich der Rest des Silicon Valley auf die Skalierung großer Sprachmodelle (LLMs) konzentriert, schwenkt LeCun auf „Weltmodelle“ um. Er argumentiert, dass Menschen und Tiere die Realität nicht durch das Lesen von Texten kennenlernen, sondern durch die Interaktion mit der physischen Welt.

An der Finanzierungsrunde waren Cathay Innovation, Greycroft, Hiro Capital, HV Capital und Bezos Expeditions federführend beteiligt, außerdem mehrere große Technologieunternehmen und Investoren. AMI zufolge unterstützen die Investoren das Ziel des Unternehmens, „universell intelligente Systeme zu entwickeln, die auf Weltmodellen basieren.“ 

Zu den Unternehmen und strategischen Investoren gehören unter anderem Toyota Ventures, Nvidia, Samsung, Sea, Temasek und SBVA. Zu den Einzelinvestoren zählen Mark Cuban, Eric Schmidt, Xavier Niel, Jim Breyer, Tim und Rosemary Berners-Lee sowie Mark Leslie, wie das Unternehmen in seiner Ankündigung mitteilte.

Die Größe der Runde macht sie zu einer der größten Finanzierungsrunden für Unternehmen in der Frühphase im europäischen KI-Sektor, was das starke Investoreninteresse an neuen KI-Ansätzen jenseits der heute dominierenden Technologien unterstreicht.

Warum LeCun gegen LLMs wettet

LeCun argumentiert seit Langem, dass derzeitige KI-Systeme, insbesondere LLMs, allein keine echte Intelligenz auf menschlichem Niveau erreichen können. Im Gespräch mit WIRED kritisierte er die Vorstellung, dass die bloße Skalierung von Sprachmodellen zu fortgeschrittenerer Intelligenz führen werde.

„Die Vorstellung, dass man die Fähigkeiten von LLMs so weit erweitern wird, dass sie über Intelligenz auf menschlichem Niveau verfügen, ist kompletter Unsinn“, sagte LeCun im Gespräch mit WIRED.

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Stattdessen wird sich sein neues Unternehmen auf den Bau von KI-Systemen konzentrieren, die aus der physischen Welt lernen – anhand von Daten wie Videos, räumlichen Informationen und Interaktionen in der realen Welt. Diese Systeme (Weltmodelle) sollen Ursache-Wirkungs-Beziehungen verstehen, Handlungen planen und über Umgebungen der realen Welt schlussfolgern können.

LeCun, der die französische und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, wird als Executive Chairman von AMI fungieren und gleichzeitig seine Tätigkeit als Informatikprofessor an der New York University fortsetzen. CEO des Unternehmens ist Alexandre LeBrun, ehemaliger Vorstandschef des französischen Startups für digitale Gesundheit Nabla. Zu den weiteren Mitgründern gehören Metas ehemaliger Europa-Vizepräsident Laurent Solly als COO; die KI-Forscherin Pascale Fung als Chief Research and Innovation Officer; Saining Xie – zuvor bei Google DeepMind – als Chief Science Officer sowie Michael Rabbat, ehemaliger Director of Research Science bei Meta, als VP of World Models.

Warum jetzt und warum außerhalb von Meta

LeCun kündigte seinen Abschied von Meta im November 2025 an. Damit endete eine zwölfjährige Tätigkeit, in deren Verlauf er unter anderem das Fundamental AI Research Lab des Unternehmens gründete, das unter dem Namen FAIR bekannt ist. Seinen Abgang begründet er mit unterschiedlichen Prioritäten.

Als Weltmodelle wie die Joint-Embedding Predictive Architecture (JEPA) innerhalb von Meta immer ausgefeilter wurden, musste das Unternehmen „im Grunde mit der Branche bei den LLMs aufholen und irgendwie dasselbe tun wie andere LLM-Unternehmen, und das ist nicht mein Interesse“, sagte er WIRED. Er ging zu CEO Mark Zuckerberg und legte ihm seine Argumente dar. „Ich sagte ihm, dass ich das außerhalb von Meta schneller, günstiger und besser machen kann“, so LeCun. „Seine Antwort war: Okay, wir können zusammenarbeiten.“

Meta ist kein Investor von AMI, doch beide Unternehmen haben angedeutet, dass eine Partnerschaft diskutiert wird. LeCun sagte WIRED, dass AMIs Weltmodelle eines Tages Assistenten antreiben könnten, die auf Metas Ray-Ban-Smart-Brillen laufen.

Lesen Sie auch: Eine weitere große Wette auf KI jenseits der Sprache kam durch World Labs’ 1-Milliarde-US-Dollar-Finanzierungsrunde.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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