Amazon nimmt KI-Content-Marktplatz ins Visier, während Verlage faire Vergütung fordern

City scape at night and network connection concept

Image: chayanitc/Envato

Feb 11, 2026
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Amazon führt intensive Gespräche mit Führungskräften aus der Verlagsbranche über den Start eines neuen Marktplatzes, der als Brücke zwischen Medienunternehmen und KI-Entwicklern dienen soll. 

Laut einem Bericht von The Information soll ein zentraler Anlaufpunkt entstehen, an dem Verlage ihre Artikel, Fotos und Archive zum Verkauf an Unternehmen anbieten können, die nach hochwertigen Daten zum Training ihrer künstlichen Intelligenz suchen.

Der Schritt erfolgt, während sich das Verhältnis zwischen KI-Entwicklern und Content-Erstellern zu einem rechtlichen und ethischen Minenfeld. entwickelt hat. Generative KI-Systeme lernen aus riesigen Mengen an Onlinedaten, von denen ein großer Teil urheberrechtlich geschütztes Material von Verlagen ist. Das hat zu dem geführt, was TechCrunch als „Monsun von Klagen“ bezeichnet.

Gleichzeitig schlagen Medienunternehmen Alarm. Sie argumentieren, dass KI-gestützte Suchzusammenfassungen und Chatbots Antworten direkt aus ihrer Berichterstattung übernehmen und dadurch die Zahl der Leser sinkt, die auf ihre Websites weiterklicken. Das wiederum schmälert ihre Werbeeinnahmen. 

Verlage sitzen nicht einfach untätig herum. Viele setzen sich für nutzungsabhängige Vergütungsmodelle ein, bei denen sie höhere Zahlungen erhalten, wenn ein KI-System häufig auf ihre Inhalte zurückgreift, statt einer einmaligen, pauschalen Lizenzgebühr.

Ein Amazon-Sprecher gab auf Anfrage von TechCrunch eine ausweichende Antwort, die auf laufende Gespräche hindeutet.

„Amazon hat in vielen Bereichen unseres Geschäfts langfristige, innovative Beziehungen zu Verlagen aufgebaut“, sagte der Sprecher. „Wir entwickeln uns ständig gemeinsam weiter, um unsere Kunden bestmöglich zu bedienen, aber derzeit haben wir zu diesem Thema nichts Konkretes mitzuteilen.“

Microsoft folgend

Amazons Schritt würde das Unternehmen in direkten Wettbewerb mit Microsoft bringen, das kürzlich seine eigene Plattform Publisher Content Marketplace vorgestellt hat. Microsoft erklärt, seine Plattform „eröffnet Verlagen eine neue Einnahmequelle, bietet KI-Systemen skalierbaren Zugang zu hochwertigen Inhalten und liefert Verbrauchern bessere Antworten“.

Das Unternehmen testet sein System seit Monaten mit Verlagen und Medienunternehmen wie The Associated Press, USA TODAY Co., Hearst Magazines, People Inc., Vox Media LLC und Condé Nast. Bisher ist Yahoo der einzige öffentlich genannte Käufer auf Microsofts neuer Plattform.

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Wenn Amazon ein ähnliches Angebot startet, würde es direkt mit Microsoft um den Aufbau eines standardisierten Kanals für KI-Lizenzierungen konkurrieren.

Wie Amazons Version funktionieren könnte

Details sind rar, doch Berichte von The Information legen nahe, dass Amazons Marktplatz von der Cloud-Computing-Sparte Amazon Web Services (AWS) betrieben werden soll. Interne Präsentationsfolien, die im Vorfeld einer AWS-Konferenz verbreitet wurden, ordneten den geplanten Marktplatz neben zentralen KI-Tools von AWS wie Bedrock und Quick Suite ein – ein Hinweis auf eine enge Integration für Entwickler.

Dies ist nicht Amazons erster Vorstoß in die Lizenzierung von Inhalten für KI. Berichten zufolge zahlt das Unternehmen The New York Times bereits über 20 Millionen US-Dollar pro Jahr für die Nutzung des Archivs. Außerdem hat es eine neue, KI-gestützte Alexa eingeführt, die Inhalte von über 200 Medienpartnern nutzt.

Ein dedizierter Marktplatz wäre jedoch ein bedeutender strategischer Kurswechsel. Damit würde sich AWS nicht nur als Anbieter der reinen Rechenleistung für KI positionieren, sondern auch als entscheidender Vermittler der rechtlich und ethisch abgesicherten Daten, nach denen die Branche zunehmend verzweifelt sucht.

Mehr darüber, wie Big Tech in diesem Jahr schwindelerregende 650 Milliarden US-Dollar in KI steckt, erfahren Sie in dieser eWeek-Analyse des Ausgabenanstiegs im Jahr 2026.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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