Amazon hat still und leise das Wearable-KI-Startup Bee übernommen und signalisiert damit angesichts der zunehmenden Kritik am Datenschutz einen neuen Vorstoß in Richtung personalisierter, sprachgesteuerter Technologie. Der Deal markiert Amazons Rückkehr in den Markt für KI-Wearables, nachdem das Unternehmen 2023 beschlossen hatte, Halo, ein fitnessorientiertes Gerät, im Rahmen der umfassenderen Kostensenkungsmaßnahmen des Technologieriesen einzustellen. Amazons aktuelle Echo-Produktreihe umfasst smarte Brillen, die Alexa, die virtuelle Assistentin des Unternehmens, integrieren.
„Als wir Bee gründeten, stellten wir uns eine Welt vor, in der KI wirklich persönlich ist, in der dein Leben von Technologie verstanden und verbessert wird, die gemeinsam mit dir lernt“, schrieb die Bee-Mitgründerin Maria de Lourdes Zollo in einem LinkedIn-Beitrag. „Was als Traum mit einem unglaublichen Team und einer großartigen Community begann, findet nun bei Amazon ein neues Zuhause.“
Berichten zufolge haben Bee-Mitarbeiter Angebote erhalten, bei Amazon zu arbeiten. Das Unternehmen hat jedoch nicht bekannt gegeben, wie viele Teammitglieder voraussichtlich den Wechsel vollziehen werden.
Bees Preise und wichtigste Funktionen
Das 2022 gegründete Startup mit Sitz in San Francisco verkauft ein KI-gestütztes Armband, das einer Smartwatch ähnelt. Das Gerät kostet 49,99 US-Dollar und erfordert ein monatliches Abonnement für 19 US-Dollar. Das Wearable verfügt über integrierte Mikrofone und KI, die Gespräche mithören und auf Grundlage des Gehörten Zusammenfassungen, Erinnerungen und Listen erstellen kann.
Datenschutzbedenken bei Produkten, die alles aufzeichnen
Wearables wie Bee, die Sprache passiv überwachen, geben Anlass zu Bedenken hinsichtlich Datensicherheit und Überwachung. Wie sowohl CNBC als auch TechCrunch anmerken, gehen Technologieunternehmen unterschiedlich mit Sprachdaten um und speichern sie unterschiedlich, insbesondere was die Aufbewahrung von Aufzeichnungen zum Training von KI betrifft.
Bees veröffentlichte Datenschutzrichtlinien besagen, dass Nutzer ihre Daten jederzeit löschen können und Audioaufzeichnungen weder gespeichert noch aufbewahrt oder zum Training der KI-Systeme verwendet werden. Da die App jedoch als persönlicher Assistent fungiert, verarbeitet und speichert sie bestimmte Eingaben der Nutzer, um kontextbezogene Unterstützung zu bieten.
Zuvor hatte Bee angegeben, dass nur die Stimmen von Personen aufgezeichnet werden, die dem zugestimmt haben, laut TechCrunch. Berichten zufolge arbeitete das Unternehmen an einer Funktion, mit der Nutzer Parameter festlegen können, um mehr Kontrolle über das Aufzeichnungsverhalten des Geräts zu erhalten.
Außerdem liefen Pläne, die KI-Verarbeitung von der Cloud auf das Gerät selbst zu verlagern. Dadurch würden potenzielle Datenschutzrisiken verringert, da die Übertragung sensibler Daten über das Internet begrenzt würde. Ob diese datenschutzorientierten Entwicklungen unter Amazons Eigentümerschaft weiterverfolgt werden, bleibt ungewiss.
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