Für Anthropic läuft es derzeit sehr gut: Das Unternehmen hat mit Snowflake einen mehrjährigen Deal für agentische KI im Wert von 200 Millionen US-Dollar abgeschlossen.
Ihre Partnerschaft soll mehr als 12.600 Snowflake-Kunden agentische KI-Funktionen bieten und markiert damit ein bedeutendes Bündnis zwischen einem Data-Cloud-Anbieter und einer Forschungsorganisation für KI-Sicherheit.
Die Unternehmen erklären, dass die Vereinbarung die technologische Integration vertiefen, eine gemeinsame globale Go-to-Market-Strategie auf den Weg bringen und Anthropics Claude-Modelle ins Zentrum von Snowflakes aufstrebendem Ökosystem für Enterprise Intelligence rücken wird.
KI-Agenten auf Enterprise-Niveau
Im Mittelpunkt der Partnerschaft steht ein gemeinsames Ziel: Großunternehmen sollen KI-Agenten einsetzen können, die komplexe, mehrstufige Schlussfolgerungen über sensible Finanz-, Betriebs- und Kundendaten hinweg bewältigen. Snowflakes kontrollierte AI Data Cloud wird nun als primäre Bereitstellungsumgebung für Anthropics neueste Claude-Modelle dienen, darunter Claude Sonnet 4.5 und Claude Opus 4.5.
Führungskräfte beider Unternehmen betonten, dass die Partnerschaft Unternehmen dabei helfen soll, von experimentellen KI-Pilotprojekten zu einem umfassenden operativen Einsatz überzugehen.
Sridhar Ramaswamy, CEO von Snowflake, erklärte, Anthropic gehöre zu einer kleinen Gruppe von Partnern, mit denen Snowflake eine „Ausrichtung im dreistelligen Millionenbereich“ und umfangreiche gemeinsame Entwicklungsprojekte unterhalte.
Anthropic-CEO und Mitgründer Dario Amodei bezeichnete den Schritt als bedeutenden Fortschritt auf dem Weg dahin, Frontier-KI „für Unternehmen wirklich nützlich“ zu machen.
Warum agentische KI wichtig ist
Indem Claude-Modelle innerhalb von Snowflakes kontrolliertem Datenperimeter eingebettet werden, können Unternehmen KI-Agenten auf hochsensiblen Datensätzen arbeiten lassen, ohne Informationen an externe Systeme zu übertragen. Diese Architektur beseitigt eine zentrale Hürde für die Einführung von KI in Branchen wie Banken, Gesundheitswesen, Fertigung und Behörden, in denen die Sorge vor Datenlecks weiterhin eine zentrale Rolle spielt.
Die Unternehmen argumentieren, dass dieser Ansatz im Vergleich zu eigenständigen KI-Plattformen eine vertrauenswürdigere Automatisierung ermöglicht. Als Beispiel nennt Snowflake ein Vermögensverwaltungsunternehmen, das Snowflake Intelligence mit Claude nutzt, um Kundenbestände, Marktsignale und Compliance-Regeln zu personalisierten Anlageempfehlungen zu verbinden und dabei strenge regulatorische Vorgaben einzuhalten.
Snowflake Cortex AI
Snowflake-Kunden verarbeiten bereits jeden Monat Billionen Claude-Token über Snowflake Cortex AI. Die erweiterte Partnerschaft führt mehrere neue Funktionen ein, die den Einsatz von KI in Unternehmen beschleunigen sollen.
Snowflake Intelligence, das nun von Claude Sonnet 4.5 unterstützt wird, ermöglicht Geschäftsanwendern, all ihre strukturierten und unstrukturierten Daten in natürlicher Sprache abzufragen. Dazu gehören Texte, Bilder, Audiodateien und herkömmliche Datenbankformate. Die Unterstützung multimodaler Inhalte erlaubt es Unternehmen, eine größere Bandbreite interner Dokumente, Produktbilder und Betriebsaufzeichnungen in ihre KI-Workflows einzubinden.
Snowflake Cortex Agents wiederum ermöglichen es Unternehmen, maßgeschneiderte, produktionsbereite KI-Agenten zu erstellen, die auf ihre Anforderungen zugeschnitten sind. Diese Agenten können Unternehmensdaten durchsuchen, abrufen und auswerten und dabei die über den Snowflake Horizon Catalog durchgesetzten Governance-Regeln einhalten.
Die Partnerschaft erstreckt sich auch auf interne Anwendungsfälle bei Snowflake selbst, wo Claude-gestützte Tools die Softwareentwicklung unterstützen und Vertriebsabläufe verbessern. Snowflakes GTM AI Assistant nutzt Claude-Modelle, um Vertriebsteams einen schnellen Zugriff auf interne Erkenntnisse zu ermöglichen und so zu kürzeren Abschlusszyklen beizutragen.
Breitere Auswirkungen auf den Markt
Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs im KI-Bereich positioniert die Vereinbarung Snowflake und Anthropic als zentrale Akteure im sich rasch herausbildenden Enterprise-AI-Stack. Snowflake erhält Zugang zu Frontier-KI-Funktionen, die den Wert seiner Data Cloud steigern, während Anthropic sich einen wichtigen Vertriebskanal zu einigen der größten Unternehmen der Welt sichert.
OpenAI hat eine neue Trainingstechnik vorgestellt, die fortschrittliche Sprachmodelle dazu bringt, ausdrücklich zuzugeben, wenn sie bei Aufgaben Regeln brechen, Abkürzungen nehmen oder dabei „Reward Hacking“ betreiben.

