Die künstliche Intelligenz prescht voran, und Senator Bernie Sanders sagt, der Kongress komme kaum hinterher – wenn überhaupt.
In einem Interview in CNN’s State of the Union warnte der parteilose Senator aus Vermont vor der wachsenden Macht der KI und argumentierte, dass wohlhabende Tech-Eliten die Technologie vorantreiben. Gleichzeitig versäumen es die Abgeordneten, sich mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen auseinanderzusetzen.
Im Gespräch mit CNN-Moderator Jake Tapper, beschrieb Sanders die KI in drastischen Worten und sagte: „Dies ist die folgenreichste Technologie in der Geschichte der Menschheit.“
Er sagte, die KI werde sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Welt grundlegend verändern. Doch seiner Ansicht nach haben der Kongress, die Medien und die Öffentlichkeit noch nicht die ernsthafte Debatte geführt, die dieser Moment erfordert.
Sanders verwies direkt auf diejenigen, von denen er glaubt, dass sie den KI-Boom steuern: „Es sind die reichsten Menschen der Welt“, und nannte Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Peter Thiel als zentrale Figuren, die gewaltige Summen in die KI-Entwicklung investieren.
Befürchtungen über Arbeitsplatzverluste und fehlende Antworten
Eine zentrale Sorge für Sanders ist, was eine weitverbreitete Automatisierung für Arbeitnehmer bedeuten könnte. Er verwies auf Warnungen von Tech-Führungskräften selbst, und zitierte Aussagen von Elon Musk und Bill Gates über KI, die in großem Maßstab Arbeitsplätze ersetzt.
„Wenn es keine Arbeitsplätze gibt und Menschen für die meisten Dinge nicht mehr gebraucht werden, wie verdienen die Menschen dann ein Einkommen, um ihre Familien zu ernähren, Gesundheitsversorgung zu erhalten oder die Miete zu bezahlen?“, fragte Sanders. Er sagte, der Kongress habe es versäumt, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, was mit Arbeitnehmern geschieht, wenn die durch KI gesteigerte Produktivität Millionen von Arbeitsplätzen beseitigt, und bezeichnete das Schweigen in Washington als beunruhigend.
„Im Kongress ist kein einziges ernsthaftes Wort über diese Realität gefallen“, fügte er hinzu.
Forderung nach einer Pause beim Bau von Rechenzentren
Einer der konkretesten Vorschläge von Sanders war eine mögliche Pause beim Bau neuer KI-Rechenzentren, die überall in den Vereinigten Staaten rasch errichtet werden und gewaltige Mengen an Strom verbrauchen.
„Ich denke, wir müssen ernsthaft über ein Moratorium für diese Rechenzentren nachdenken“, sagte Sanders. „Ehrlich gesagt denke ich, dass man diesen Prozess verlangsamen muss“, fügte er hinzu. Dabei argumentierte er, dass die Gemeinden bereits höhere Energiekosten zu spüren bekämen, während die Infrastruktur ausgebaut werde.
Sanders wies Argumente zurück, wonach eine Verlangsamung der Entwicklung der Innovation schaden würde, und sagte, der eigentliche Zweck von Technologie sollte darin bestehen, das menschliche Leben zu verbessern – und nicht einfach die Unternehmensgewinne zu steigern.
Psychische Gesundheit und Kinder im KI-Zeitalter
Über die wirtschaftlichen Aspekte hinaus sagte Sanders, er sei zutiefst besorgt über die Auswirkungen der KI auf die psychische Gesundheit, insbesondere bei jungen Menschen.
„Junge Menschen verbringen inzwischen enorm viel Zeit mit KI“, sagte er und warnte, dass manche Kinder emotionale Unterstützung von Maschinen statt von Menschen erhielten.
Sanders forderte den Kongress auf, „die Auswirkungen der KI auf die psychische Gesundheit unseres Landes gründlich zu untersuchen“, und sagte, die Abgeordneten müssten bereit sein einzugreifen, wenn die Belege zeigten, dass die KI Isolation oder Einsamkeit verstärke.
Regulierung stockt, während Macht und Politik aufeinanderprallen
Trotz parteiübergreifender Bedenken in Teilen des Kongresses deutete Sanders an, dass mächtige finanzielle Interessen eine sinnvolle Regulierung verlangsamten. Er verwies auf die politischen Ausgaben von Tech-Führungskräften und den Einfluss gut finanzierter Super-PACs als große Hindernisse.
„Diese Leute verfügen über unglaublichen Reichtum, unglaubliche Macht“, sagte Sanders und argumentierte, dass die Regulierung der KI mit umfassenderen Fragen zur Demokratie selbst verknüpft worden sei.
Während Präsident Trump zuletzt auf einen landesweit einheitlichen Standard gedrängt hat, der die Bundesstaaten daran hindern würde, die KI selbst zu regulieren, glauben Sanders und einige seiner Kollegen, dass das Risiko des Nichtstuns zu groß ist.
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