BMW bringt einen humanoiden Roboter in die Fabrikhalle in Deutschland und macht damit einen weiteren Schritt zur Modernisierung der Fahrzeugproduktion.
Der Autohersteller hat in seinem Leipziger Werk ein Pilotprojekt gestartet, um zu testen, wie menschenähnliche Maschinen im laufenden Produktionsbetrieb arbeiten, zunächst bei der Batteriemontage und der Komponentenfertigung. Dieser Einsatz folgt auf einen fast einjährigen Test im BMW-Werk in Spartanburg, South Carolina, wo ein humanoider Roboter 10-Stunden-Schichten absolvierte und Blechteile zum Schweißen positionierte.
In Deutschland arbeitet BMW mit Hexagon Robotics zusammen, um dessen humanoides AEON-System zu testen. Die ersten Einsätze sind für Ende 2025 geplant, eine umfassendere Pilotphase für den Sommer 2026.
Pilotprojekt im Leipziger Werk gestartet
Die BMW Group gab kürzlich bekannt , dass sie mit einem strukturierten Pilotprojekt in ihrem Leipziger Werk die sogenannte „Physical AI“ nach Europa bringt.
Das Unternehmen testet humanoide Roboter an bestehenden Fahrzeugproduktionslinien, mit besonderem Fokus auf die Montage von Hochvoltbatterien und die Komponentenfertigung. BMW hat ein neues Kompetenzzentrum für Physical AI in der Produktion eingerichtet, um Einsätze in seinen Werken zu bewerten und zu überwachen.
„Die Digitalisierung verbessert die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produktion – hier in Europa und weltweit. Das Zusammenspiel von Ingenieurskompetenz und künstlicher Intelligenz eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Produktion“, sagte Milan Nedeljković, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Produktion, laut der Pressemitteilung.
Michael Ströbel, Leiter Prozessmanagement und Digitalisierung, Order to Delivery, bei der BMW Group, erklärte, dass die Integration schrittweise erfolgen werde.
„Im Mittelpunkt steht die Erforschung des vielseitigen Einsatzes des Roboters in verschiedenen Produktionsbereichen, etwa bei der Batteriefertigung für Energiemodule und der Komponentenproduktion für Außenbauteile“, betonte Ströbel.
Laut AutoWeek, bezeichneten BMW-Führungskräfte die Roboter als Hilfsmittel für ergonomisch anspruchsvolle und sicherheitskritische Aufgaben und nicht als Ersatz für Arbeitskräfte.
Aufbauend auf Produktionsdaten aus den USA
Das Leipziger Pilotprojekt baut direkt auf dem Einsatz humanoider Roboter von Figure AI im Jahr 2025 in BMWs Werk in Spartanburg auf.
Die BMW Group teilte mit, dass der humanoide Roboter Figure 02 während dieses 10-monatigen Tests die Produktion von mehr als 30.000 BMW X3 unterstützte. Das Unternehmen betonte, dass der Roboter Blechteile präzise zum Schweißen entnahm und positionierte, mehr als 90.000 Komponenten bewegte und rund 1.250 Betriebsstunden protokollierte.
Michael Nikolaides, Senior Vice President, Produktionsnetzwerk und Supply Chain Management bei der BMW Group, sagte, das US-Projekt habe das Konzept unter realen Fertigungsbedingungen bestätigt.
„Der erfolgreiche erste Einsatz von humanoiden Robotern in unserem BMW-Group-Werk in Spartanburg in den USA beweist, dass ein humanoider Roboter nicht nur unter kontrollierten Laborbedingungen, sondern auch in einer bestehenden Umgebung der Automobilproduktion funktionieren kann“, erklärte Nikolaides.
AutoWeek wies außerdem darauf hin, dass Automobilfabriken bereits stark auf herkömmliche Roboterarme setzen. Das wirft Fragen zu Kosten, Skalierbarkeit und der betrieblichen Komplexität humanoider Systeme auf.
Simulation, Sensoren und Edge-KI
Hexagon stellte seinen humanoiden Roboter AEON 2025 als vielseitig einsetzbare Industrieplattform vor. Laut Interesting Engineering nutzt AEON eine multimodale Sensorfusion und wurde umfassend in Simulationsumgebungen trainiert, die auf der Isaac-Plattform von NVIDIA basieren.
Der Roboter läuft auf NVIDIA Jetson Orin Edge-Computern zur Echtzeitwahrnehmung und Entscheidungsfindung. Außerdem ist er mit Hexagons Reality Cloud Studio verbunden und in NVIDIA Omniverse integriert, um die Zusammenarbeit an digitalen Zwillingen und 3D-Modellierungsabläufe zu unterstützen.
BMW erklärte, dass seine umfassendere Produktionsstrategie auf einem einheitlichen IT- und Datenmodell für das gesamte Produktionssystem beruht.
„Dadurch können digitale KI-Agenten zunehmend anspruchsvolle Aufgaben in komplexen Umgebungen autonom übernehmen, kontinuierlich lernen und für weitere Anwendungsbereiche verfügbar gemacht werden“, erklärte das Unternehmen.
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