BMWs Vorstoß mit humanoiden Robotern stellt das IT-Rückgrat hinter der Fabrik-KI auf die Probe

Figure 03 humanoid robot handling a component in a BMW production logistics area

Image: BMW Group

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eWEEK Staff
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Jun 29, 2026
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BMW bringt humanoide Roboter immer stärker in die Fabrikarbeit ein und führt die Technologie von kontrollierten Versuchen hin zu laufenden Produktionsaufgaben in seinem Werk in Spartanburg, South Carolina.

Das jüngste Projekt mit Figure 03 zur Sequenzierung der Logistik baut auf BMWs früherer Arbeit mit Figure 02 in Spartanburg und dem AEON-Pilotprojekt in Leipzig auf. Zusammengenommen zeigen die Projekte, dass Fabrik-KI weniger von der Roboter-Hardware allein abhängen wird als von Produktionsdaten, Integrationsstandards, Monitoring, Sicherheitsprozessen und der Koordination zwischen IT und Betriebsabläufen.

BMW weitet Arbeit mit humanoiden Robotern in Spartanburg aus

BMW teilte am 25. Juni 2026 mit dass Figure 03 im BMW Group Werk Spartanburg bei Anwendungen zur Sequenzierung der Logistik eingesetzt werden soll. Nach Angaben des Unternehmens wird das Projekt testen, ob humanoide Roboter in einer laufenden Produktionsumgebung komplexere intralogistische Aufgaben übernehmen können.

Die neue Arbeit folgt auf BMWs Einsatz von Figure 02 in Spartanburg. In diesem Pilotprojekt aus dem Jahr 2025 teilte BMW mit dass der Roboter über einen Zeitraum von zehn Monaten die Produktion von mehr als 30.000 BMW X3 unterstützt habe. Figure 02 bewegte außerdem mehr als 90.000 Komponenten und absolvierte rund 1.250 Betriebsstunden, während der Roboter Blechteile für den Schweißprozess handhabte.

Leipzig bleibt Teil des übergeordneten Programms, ist aber nicht der Ursprung dieser Produktionszahlen. BMWs AEON-Pilotprojekt in Leipzig nutzt eine andere Roboterplattform von Hexagon Robotics und zielt auf die Montage von Hochvoltbatterien sowie die Komponentenfertigung.

Diese Trennung ist für die Bewertung des Programms wichtig. Spartanburg liefert bislang die detailliertesten öffentlich verfügbaren Produktionsdaten von BMW, während Leipzig zeigt, wie das Unternehmen humanoide Robotik in einem europäischen Werk mit anderen Aufgaben, Zulieferern und Betriebsbedingungen testet.

BMW positioniert humanoide Roboter als Ergänzung zur bestehenden Automatisierung, nicht als Ersatz für sämtliche Fabriksysteme. Nach Angaben des Unternehmens könnte die Technologie repetitive, körperlich anspruchsvolle oder risikoreichere Aufgaben übernehmen, zugleich die Beschäftigten unterstützen und die Flexibilität der Produktion erhöhen.

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Fabrik-KI braucht mehr als Roboter

Fabriken benötigen zunächst die richtige digitale Grundlage, bevor sich humanoide Roboter in größerem Maßstab einsetzen lassen. BMW erklärte, eine effektive Nutzung von KI in der Produktion hänge von einem einheitlichen IT- und Datenmodell ab. Das unterstreicht, wie sehr die Datenbereitschaft darüber entscheiden kann, ob KI-Systeme außerhalb kontrollierter Tests zuverlässig funktionieren.

Ein Roboter auf dem Fabrikboden muss sich in Produktionssoftware, Logistikabläufe, Überwachungssysteme, Sicherheitsprozesse und bestehende Automatisierung einfügen, ohne zu einer weiteren isolierten Technologieebene zu werden. Damit werden Schnittstellenstandards, Data Governance, Monitoring und die Zuständigkeit für den Betrieb schon früh zu Beschaffungskriterien und nicht zu Aufräumarbeiten nach dem Pilotprojekt.

Ein ähnlicher Druck zeichnet sich bei Unternehmens-KI ab. Dort werden Systeme danach beurteilt, ob sie Arbeit in der realen Welt erledigen können, statt lediglich überzeugende Demos zu produzieren.

Die Arbeit in Spartanburg zeigt, wie viel Koordination das erfordern kann. BMW erklärte, dass bei der Integration von Figure 02 frühzeitig die Produktions-IT-Infrastruktur, der Arbeitsschutz, das Produktionsprozessmanagement und die Logistik auf dem Shopfloor einbezogen worden seien.

Auch standardisierte Schnittstellen waren Teil der Einführung. BMW teilte mit, Figure 02 sei über standardisierte Schnittstellen an das Smart-Robotics-Ökosystem des Unternehmens angebunden worden, sodass der Roboter während der Produktionsschichten neben bestehenden Systemen betrieben werden konnte.

Das Unternehmen hat außerdem ein Kompetenzzentrum für Physical AI in der Produktion eingerichtet, um Robotik- und KI-Wissen über sein Fertigungsnetzwerk hinweg zu sammeln. Diese Struktur könnte BMW dabei helfen, Erkenntnisse aus einzelnen Werken in wiederholbare Leitlinien für andere Standorte zu überführen.

Humanoide Roboter werden sich in Fabriken nicht allein aufgrund ihrer Hardware in großem Maßstab einsetzen lassen. Ihre breitere Nutzung wird von den Datenplattformen, Integrationsstandards, Monitoring-Tools, Sicherheitsprüfungen und Governance-Prozessen abhängen, die bestimmen, ob aus einem Pilotprojekt ein wiederholbares Produktionssystem werden kann.

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