Nicht aus Metall, nicht cartoonhaft und ganz sicher nicht darauf bedacht, seine Identität zu verbergen.
Chinas Wettrennen in der humanoiden Robotik nahm Ende Januar eine bemerkenswerte Wendung, als DroidUp Moya vorstellte – einen humanoiden Roboter, den das Unternehmen als weltweit ersten vollständig biomimetischen, verkörperten intelligenten Roboter bezeichnet.
Der Roboter wurde bei der Eröffnung der neuen Zentrale und des Showrooms von DroidUp im Zhangjiang Robotics Valley in Shanghai präsentiert. Moya wurde sowohl bei der Veranstaltung als auch online schnell zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
Der 1,65 Meter große und etwa 32 Kilogramm schwere humanoide Roboter ist mit Proportionen gebaut, die denen eines erwachsenen Menschen ähneln. DroidUp zufolge erreicht die Körperhaltung des Roboters beim Gehen eine Übereinstimmung von 92 % mit menschlichen Bewegungen.
Anders als viele für Fabriken oder Labore entwickelte humanoide Roboter, sind Moyas Bewegungen bewusst langsam, geschmeidig und auf soziale Interaktion ausgerichtet. Ein weiteres Detail erregte Aufmerksamkeit: Moya hält eine Körpertemperatur zwischen 32 °C und 36 °C, damit sich Interaktionen natürlicher anfühlen.
Verkörperte KI im Kern
DroidUp beschreibt Moya als Beispiel für verkörperte KI: Systeme, die nicht nur rechnen, sondern auch die physische Welt wahrnehmen, Schlussfolgerungen ziehen und in ihr handeln.
Vom South China Morning Post veröffentlichtes Videomaterial (SCMP) zeigt, wie der Roboter subtile Gesichtsbewegungen ausführt, die oft als Mikroexpressionen bezeichnet werden und bei herkömmlichen Robotern normalerweise fehlen. Diese kleinen Signale – Nicken, Lächeln, Augenbewegungen und Blickkontakt, Veränderungen im Gesicht, Körperhaltung – sind zentral für DroidUps Bestreben, langfristige Mensch-Roboter-Interaktionen weniger mechanisch wirken zu lassen.
Das Unternehmen hat nur wenige technische Details bekannt gegeben, doch Berichte von RoboHorizon, zitiert von Interesting Engineering, legen nahe, dass Moya auf einer Plattform mit einem als „Walker 3“ bezeichneten Chassis basiert.
Die öffentliche Reaktion, insbesondere in den chinesischen sozialen Medien, ist ein klassischer Fall des Uncanny Valley. Berichten zufolge sind einige Menschen fasziniert, während andere Moyas realistische Gesichtsausdrücke und Bewegungen als verstörend empfinden.
Wo DroidUp den Einsatz von Moya sieht
DroidUp positioniert Moya weder als Haushaltsgerät noch als Industriearbeiter.
Laut SCMP stellt sich das Unternehmen vor, den Humanoiden im Gesundheitswesen einzusetzen, im Bildungsbereich und in kommerziellen Umgebungen, in denen Aussehen, Körpersprache und anhaltende Interaktion wichtiger sind als Geschwindigkeit oder Kraft.
Moya soll Ende 2026 auf den Markt kommen. Der gemeldete Einstiegspreis liegt laut Zahlen aus der SCMP-Videoberichterstattung bei etwa 1,2 Millionen Yuan (rund 173.000 US-Dollar).
Ein anderer Weg für humanoide Roboter
Weltweit teilt sich die humanoide Robotik in klar erkennbare Lager. Einige Unternehmen verzichten ganz auf Realismus und setzen stattdessen auf cartoonartige Designs. Andere bevorzugen deutlich mechanische Formen, die für Fabriken geeignet sind. DroidUp hat sich für den riskanteren Weg entschieden und strebt direkt nach menschlicher Ähnlichkeit.
Ob Moyas nahezu menschliches Erscheinungsbild zu einer Stärke oder zu einem Stolperstein wird, bleibt abzuwarten. Sein Debüt hat jedenfalls bereits etwas Bedeutendes bewirkt: Es hat die Diskussion darüber hinausgeführt, was Roboter leisten können, und den Fokus darauf gelenkt, wie wohl sich Menschen fühlen, wenn Maschinen beginnen, fast wie einer von uns auszusehen und sich zu verhalten.
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