Die Zukunft der Arbeit in der Fabrik hat gerade deutlich mehr Hände bekommen.
Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea Group hat einen möglicherweise einzigartigen Roboter vorgestellt, der die Fertigungswelt erreicht: eine humanoide Maschine auf Rädern mit sechs Armen. Und sie ist dafür gebaut, komplexe Aufgaben in Fabriken zu übernehmen.
Der Roboter namens MIRO U wurde vergangene Woche erstmals öffentlich präsentiert und soll laut einem Bericht der South China Morning Post (SCMP) noch vor Monatsende seine Arbeit in der realen Produktion im Waschmaschinenwerk von Midea in Wuxi aufnehmen.
Bei der Vorstellung beschrieb Mideas CTO Wei Chang den Roboter als Durchbruch bei der Produktivität und nicht als bloße menschenähnliche Spielerei. Er sagte laut SCMP: „Der Kernwert von MIRO U liegt darin, über die bloße Nachahmung der Form hinauszugehen und in industriellen Szenarien einen Sprung bei der betrieblichen Effizienz zu erzielen.“
Anders als die üblichen zweihändigen humanoiden Roboter, die weltweit vorgestellt werden, nutzt MIRO U sechs bionische Arme, die auf einer Basis mit Rädern montiert sind. Zudem unterstützt er vertikales Heben und eine 360-Grad-Drehung – Funktionen, die darauf ausgelegt sind, mehrere Aufgaben schnell hintereinander zu erledigen.
Laut SCMP erwartet Midea, dass der Roboter die Effizienz beim Umrüsten der Produktionslinie um etwa 30 % steigern wird, sobald er seinen Betrieb am Standort in der Provinz Jiangsu aufnimmt.
MIRO U verfügt zwar über einen menschenähnlichen Kopf und Rumpf – hilfreich für die Arbeit an Stationen auf menschlicher Höhe –, doch seine Entwickler versuchen eindeutig nicht, den menschlichen Körper nachzubauen. Vielmehr soll etwas entstehen, das Menschen bei Effizienz und Multitasking übertreffen kann.
Eine zweigleisige Robotikstrategie
MIRO U ist die dritte Generation von Mideas humanoidem Roboterprogramm und spiegelt jahrelange umfangreiche Investitionen wider. Wie die SCMP anmerkt, übernahm Midea 2017 den deutschen Roboterhersteller Kuka und gründete später das State Key Laboratory for High-end Heavy-duty Robots.
Das Unternehmen entwickelt außerdem eine separate Reihe von Servicerobotern, die als Meila-Serie bekannt ist. Laut SCMP befinden sich diese kommerziellen Roboter, die für den Einsatz in Privathaushalten, Einzelhandelsgeschäften und anderen öffentlichen Bereichen vorgesehen sind, in der abschließenden Testphase und sollen 2026 in Geschäften auftauchen.
Die Vorstellung von MIRO U erfolgt, während China seine Investitionen in die humanoide Robotik beschleunigt. Wie die SCMP anmerkt, zogen humanoide Roboter bei der World Artificial Intelligence Conference (WAIC) in diesem Jahr große Menschenmengen an – ein Zeichen für das starke nationale Interesse.
Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie hat außerdem mehrere Gründer von Robotikunternehmen in ein nationales Komitee für humanoide Robotik berufen und damit die ernsthafte staatliche Unterstützung für den Sektor signalisiert.
Peking betrachtet Robotik als unverzichtbar für die Modernisierung der Fabriken, die Verbesserung der Effizienz und die Unterstützung der alternden Bevölkerung, berichtete die SCMP. Robotik spielt auch im bevorstehenden 15. Fünfjahresplan Chinas eine herausragende Rolle, der 2026 beginnt.
Ebenfalls sehenswert: Ghost Robotics hat seinem Roboterhund einen funktionsfähigen Arm verpasst, wodurch sich vierbeinige Roboter realen Aufgaben in gefährlichen und schwer zugänglichen Umgebungen annähern.

