Die chinesische Regierung hat kürzlich neue Einschränkungen für die Nutzung von KI durch Schülerinnen und Schüler im Unterricht erlassen. Die Vorschriften verbieten nicht nur die Verwendung von KI-generierten Inhalten in Schularbeiten, sondern untersagen Schülerinnen und Schülern bestimmter Altersstufen auch die Nutzung generativer KI ohne Aufsicht durch eine Lehrkraft.
Chinas jüngste Ankündigung erfolgte nur wenige Monate nach dem Start einer Regierungsinitiative, mit der KI-Bildung für Schülerinnen und Schüler ab sechs Jahren eingeführt werden soll. Die Bildungskommission der Stadt Peking will diese Initiative zwar im Herbst 2025 umsetzen, muss dabei offenbar jedoch auch die neuen Einschränkungen berücksichtigen.
Neue Richtlinien für den Einsatz von KI im Unterricht
In einer aktuellen Pressemitteilung kündigte Chinas Bildungsministerium die Veröffentlichung zweier neuer Leitfäden zum Einsatz von KI im Unterricht an. Dazu gehören:
- Die Richtlinien für die allgemeine Bildung zu künstlicher Intelligenz an Grund- und weiterführenden Schulen (Ausgabe 2025), auch bekannt als Leitfaden für die allgemeine Bildung.
- Die Richtlinien für den Einsatz generativer künstlicher Intelligenz an Grund- und weiterführenden Schulen (Ausgabe 2025), auch bekannt als Leitfaden für den Einsatz.
Zusammengenommen untersagen diese Richtlinien Grundschülerinnen und Grundschülern ausdrücklich den Zugriff auf generative KI-Tools ohne Aufsicht durch eine Lehrkraft. Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen dürfen generative KI zur Untersuchung logischer Analysen einsetzen, während Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sie für forschendes Lernen und technische Forschung nutzen können.
Der Leitfaden für die allgemeine Bildung im Überblick
Der Leitfaden für die allgemeine Bildung legt mit einer vierteiligen Strategie aus der Verbindung von Wissen, praktischen Fähigkeiten, kritischem Denken und persönlichen Werten den Grundstein für grundlegende KI-Kompetenz.
Für Grundschullehrkräfte bedeutet das, sicherzustellen, dass ihre Schülerinnen und Schüler über ein grundlegendes Verständnis von KI und deren ethischer Nutzung verfügen. Darüber hinaus werden Lehrkräfte an weiterführenden und höheren Schulen einige der fortgeschritteneren technischen Prinzipien von KI vermitteln und zugleich die fortlaufende Innovation bei den verschiedenen Arten von KI-Modellen.
Der Leitfaden für den Einsatz im Überblick
Der Leitfaden für den Einsatz konzentriert sich dagegen auf die drei grundlegenden Anwendungsbereiche generativer KI bei Schülerinnen und Schülern an Grund- und weiterführenden Schulen. Dazu gehören:
- Die fortlaufende Entwicklung und Entfaltung der Schülerinnen und Schüler fördern
- Lehrkräfte im Unterricht unterstützen
- Das Bildungsmanagement im ganzen Land unterstützen
Die jüngste Pressemitteilung des Bildungsministeriums wurde auszugsweise wie folgt übersetzt: „Um zu verhindern, dass Schülerinnen und Schüler durch eine übermäßige Abhängigkeit von generativer künstlicher Intelligenz ihre Fähigkeit zum selbstständigen Denken schwächen, etabliert der Leitfaden für den Einsatz einen systematischen Präventionsmechanismus in den Bereichen institutionelle Normen, pädagogische Anleitung und Rollenverteilung.“
Schülerinnen und Schüler auf eine KI-geprägte Zukunft vorbereiten
Zwischen der KI-Initiative der Bildungskommission der Stadt Peking und den neuen Richtlinien des Bildungsministeriums setzt China voll und ganz auf KI-Bildung für seine Jugend. Zugleich versucht das Land, dies so sicher und verantwortungsvoll wie möglich umzusetzen – ein Schritt, der ihm gegenüber anderen Ländern, die bei ähnlichen Anstrengungen hinterherhinken, einen Vorteil verschaffen könnte.

