China hat ein KI-Programmierwerkzeug zum jüngsten Brennpunkt in seinem Technologiekonflikt mit den Vereinigten Staaten gemacht. Die staatliche National Vulnerability Database warnte am 8. Juli, dass mehrere Versionen von Anthropic’s Claude Code das enthielten, was sie als „Sicherheitslücken durch Hintertüren“ bezeichnete.
Die staatlich betriebene Plattform erklärte, die Versionen 2.1.91 bis 2.1.196 könnten ohne Zustimmung der Nutzer Standort- und Identitätsdaten an entfernte Server übertragen. Anthropic weist die Bezeichnung als Hintertür zurück und erklärt, der Code sei eine Maßnahme gegen Missbrauch gewesen, um verbotene Zugriffe, nicht autorisierte Wiederverkäufer und Versuche zur Nachahmung der Fähigkeiten von Claude zu erkennen.
China und Anthropic streiten über den Überwachungscode
Die chinesische Datenbank empfahl Nutzern, die betroffenen Versionen zu deinstallieren oder auf eine neuere Version zu aktualisieren, so Berichten über die Warnung zufolge. Die Versionen wurden zwischen April und Juni 2026 veröffentlicht.
Keine öffentlich zugängliche unabhängige Prüfung hat gezeigt, dass der Mechanismus eine Fernsteuerung, die beliebige Ausführung von Code oder den Diebstahl von Quellcode-Repositorys ermöglichte. Berichte über den zugrunde liegenden Code deuten stattdessen auf Umgebungsprüfungen hin, bei denen Zeitzonen, Proxy-Adressen und Kennungen im Zusammenhang mit chinesischen Unternehmen und KI-Laboren abgefragt wurden.
Anthropic wies Chinas Darstellung zurück. Ein Claude-Code-Ingenieur erklärte, das Unternehmen habe das Experiment im März 2026 eingeführt, um Kontenmissbrauch durch nicht autorisierte Wiederverkäufer und Model-Distillation zu bekämpfen, bei der die Ausgaben eines Modells zum Training eines anderen genutzt werden. Das Unternehmen entfernte den experimentellen Code später, nachdem es andere Schutzmaßnahmen entwickelt hatte.
Das bestätigte Vorhandensein eines nicht offengelegten Überwachungsmechanismus schafft dennoch ein Transparenzproblem. Unternehmen müssen zwischen routinemäßiger Produkttelemetrie und Kontrollen unterscheiden können, die Nutzer nach Standort, Netzwerkkonfiguration oder Zugriffsmethode klassifizieren.
Alibaba hat Berichten zufolge ab dem 10. Juli seinen Mitarbeitern die Nutzung von Anthropic-Produkten untersagt und sie auf seine Programmierplattform Qoder verwiesen. Die Entscheidung bestätigte die technischen Vorwürfe Chinas nicht unabhängig, zeigte aber, wie schnell eine umstrittene Warnung die Softwarepolitik eines Unternehmens verändern kann.
Geopolitische Kontrollen erreichen Arbeitsabläufe von Entwicklern
Claude Code erhält über mit Repositorys verbundene Automatisierungsfunktionen, geplante Aufgaben und externe Tools zunehmend breiteren Zugang zu Entwicklungsumgebungen. Nicht offengelegte Überwachung in diesen Umgebungen birgt zusätzliche Risiken, da Repositorys proprietären Code, Zugangsdaten und Details zur Infrastruktur enthalten können.
Anthropic hatte zuvor seine regionalen Beschränkungen ausgeweitet auf Organisationen, die mehrheitlich Unternehmen in China und anderen nicht unterstützten Rechtsgebieten gehören, darunter auch einige an anderer Stelle eingetragene Tochtergesellschaften. Das Unternehmen verwies auf Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit und des Missbrauchs von Modellen.
Diese Beschränkungen helfen, Anthropic’s Bemühungen zur Erkennung von Zugriffen über Proxys, Unternehmen im Ausland und nicht autorisierte Wiederverkäufer zu erklären. Sie erschweren auch die Bereitstellung für multinationale Unternehmen, deren Eigentümerstruktur, Mitarbeiter und Infrastruktur sich über mehrere Rechtsgebiete erstrecken. Die jüngsten Fragen zum KI-Zugriff über ausländische Tochtergesellschaften zeigen, wie Singapur und andere regionale Zentren zu Brennpunkten bei der Durchsetzung von Anbieterbeschränkungen werden können.
Der umfassendere Übergang von Copiloten zu autonomen Arbeitsabläufen gewährt Programmieragenten größeren Zugriff auf Unternehmensdaten und operative Systeme. Sicherheitsprüfungen sollten dokumentieren, welche Standort-, Identitäts-, Netzwerk- und Repository-Daten ein Tool erfasst, wo sie verarbeitet werden, ob sich die Telemetrie deaktivieren lässt und wie neue Überwachungskontrollen offengelegt werden.
Chinas Warnung bleibt ein umstrittener Sicherheitsbefund und kein Beleg für eine herkömmliche Hintertür. Sie zeigt jedoch, wie geografische Durchsetzung und Kontrollen zum Schutz von Modellen in Unternehmenssoftware Einzug halten und Organisationen im APAC-Raum dazu zwingen, KI-Tools von Land zu Land zu bewerten, statt sie global freizugeben.
Mehr dazu: Anthropic arbeitet außerdem mit großen Technologieunternehmen an gemeinsamen Abwehrmaßnahmen gegen KI-gestützte Cyberangriffe, wodurch eine weitere Dimension seiner Rolle bei der KI-Sicherheit in Unternehmen hinzukommt.

