Humanoide Roboter sorgen vielleicht als nächste große KI-Grenze für Schlagzeilen, doch der jüngste KI-Index von Stanford zeigt, dass sie bei rund 88 % der Haushaltsaufgaben weiterhin scheitern. Trotz aller Diskussionen darüber, dass Roboter in den Alltag einziehen, bleibt das Zuhause einer der deutlichsten Bereiche, in denen die Technologie noch nicht überzeugt.
Der Bericht zeigt eine wachsende Lücke zwischen Fortschritten in der kontrollierten Robotik und der Leistung in realen Haushalten. Sind die kühnsten Versprechen der Branche dem voraus, was Roboter zuverlässig leisten können?
Im Labor großartig, im Wohnzimmer verloren
Der neue Bericht von Stanford stellt den Kontrast in nüchternen Zahlen dar.
Auf RLBench, einem weit verbreiteten Robotik-Benchmark, der auf kontrollierter Simulation basiert, erreichte die führende Methode bis Anfang 2026 eine durchschnittliche Erfolgsquote von 89,4 %. Auf BEHAVIOR-1K, das auf 1.000 realistischen Haushaltsaktivitäten basiert, erreichte das führende Team jedoch nur bei 12,4 % der Aufgaben vollständigen Erfolg.
Roboter wirken weiterhin deutlich leistungsfähiger, wenn die Aufgabe kurz, ordentlich und strukturiert ist, als wenn sie tatsächlicher Hilfe im Haushalt ähnelt. Die Lücke zwischen „vorhersehbaren Laborbedingungen“ und „unvorhersehbaren Haushaltsumgebungen“ bleibt groß – und genau dort brechen die Zahlen ein, insbesondere wenn Fehler reale körperliche Folgen haben.
Die Aufgabe mag einfach sein – das Risiko ist es nicht
Einen Roboter dazu zu bringen, eine Hausarbeit zu erledigen, ist nur ein Teil des Problems.
ResponsibleRobotBench prüft, ob Roboter Aufgaben weiterhin sicher erledigen können, wenn elektrische Gefahren, Feuer, chemische Risiken und Gefahren für Menschen hinzukommen, doch selbst das führende Modell erreichte nur eine sichere Erfolgsquote von 64 %.
Wie der Bericht formuliert: „Selbst das führende Modell konnte mehr als ein Drittel der Aufgaben nicht sicher erledigen.“
Das ist noch weit entfernt von einer Maschine, der man zutrauen würde, sich in einem Zuhause zu bewegen, wo Menschen, herumliegende Gegenstände und wechselnde Bedingungen eine einfache Aufgabe schnell in einen gefährlichen Moment verwandeln können.
Noch viel zu beweisen
Humanoide Roboter rücken näher an den Verkaufsstart heran, und Unitree plant, seinen günstigen R1 auf AliExpress auf den Markt zu bringen – in Nordamerika, Europa, Japan und Singapur. Der Zeitpunkt wirkt allerdings weiterhin verfrüht.
Der Stanford-Bericht sagt, dass der Bereich noch größtenteils von industriellen Pilotprojekten, Expansionsplänen und zukunftsgerichteten Versprechen lebt, nicht von einem breiten Einsatz in der realen Welt. Weiter heißt es: „Die meisten Meilensteine der Unternehmen werden zusammen mit Lieferzeitplänen in der Zukunftsform formuliert; anstelle verifizierter Betriebsdaten werden geplante Anwendungsfälle genannt.“
Damit befindet sich die Branche in einer schwierigen Lage: Humanoide Roboter lassen sich inzwischen leichter als Kauf denn als vertrauenswürdige Helfer vorstellen.
Peking wird bald einen Halbmarathon veranstalten, bei dem mehr als 100 humanoide Roboter gemeinsam mit Menschen laufen werden.

