Die KI-Modelle von DeepSeek könnten chinesischen Chip-Herstellern einen Vorteil gegenüber Nvidia verschaffen, indem sie die Abhängigkeit von leistungsstarker Hardware verringern. Analysten zufolge könnte dieser Wandel Chinas KI-Branche neu gestalten.
Die Modelle von DeepSeek, etwa R1, nutzen „Inferenz“, um Ausgaben zu erzeugen. Das bedeutet, dass sie auf Grundlage früherer Lernprozesse Vorhersagen treffen, statt mit neuen Daten trainiert zu werden. Dieser Prozess ist weitaus weniger energieintensiv als das Trainieren einer KI von Grund auf mit einem Datensatz, sodass sie keine derart leistungsstarken Chips benötigen.
In China hergestellte Chips, etwa von Huawei, waren aufgrund von Exportbeschränkungen für wichtige Technologien und Materialien in der Regel weniger leistungsstark als jene von Nvidia. Daher haben die USA diesen Markt lange dominiert. Da die DeepSeek-Modelle jedoch keine derartigen Fähigkeiten benötigen, können sie von einheimischer Hardware unterstützt werden, die vergleichbare Ergebnisse liefert, erklärten Analysten gegenüber Reuters.
Zudem sind Chips von Unternehmen wie Huawei für chinesische Technologieunternehmen, die das DeepSeek-Modell einsetzen möchten, deutlich günstiger als jene von Nvidia, da sie keine Exportkontrollen.
Auch DeepSeek R1 selbst wird für diese Unternehmen kostengünstiger sein als Konkurrenzmodelle wie GPT-4 von OpenAI, da es quelloffen ist. Da sowohl chinesische Modelle als auch Chips wettbewerbsfähige Preise bieten, könnte dies dazu führen, dass mehr heimische Unternehmen KI-gestützte Produkte entwickeln und anschließend die KI-Nutzung im Land zunimmt.
Trotz Sicherheitsbedenken haben viele chinesische Unternehmen bereits Integrationen von DeepSeek angekündigt, darunter die Automobilhersteller Nissan, BYD, Geely und Great Wall Motor, die Telekommunikationsanbieter China Mobile, China Telecom und China Unicorn sowie der Smartphone-Hersteller Honor.
Nvidias Vorsprung beruht auf Hardware- und Softwarevorteilen
US-Exportkontrollen für Chips erstrecken sich derzeit nicht auf die weniger fortschrittlichen, für Inferenz optimierten Versionen. Daher werden Huawei und andere chinesische Chip-Hersteller auf dem chinesischen Markt weiterhin mit Nvidia konkurrieren. Zudem gelten die für Inferenz optimierten Chips von Nvidia laut Reuters-Analysten in der Branche nach wie vor als Maßstab, da sie eine überlegene Effizienz und Softwareunterstützung bieten.
Chinesische Chip-Hersteller werden wahrscheinlich mehr tun müssen, als lediglich ein gleichwertiges Produkt anzubieten, um Kunden von Nvidia abzuwerben. Viele Entwickler bevorzugen Nvidia-Hardware wegen CUDA, einer Plattform, auf der die Chips für allgemeine Rechenaufgaben und nicht nur für KI eingesetzt werden können.
In der Vergangenheit mussten chinesische Chip-Hersteller Kompatibilität mit CUDA anbieten, um konkurrieren zu können, da ihre entsprechenden Plattformen wie Huaweis Compute Architecture for Neural Networks nicht dieselben Fähigkeiten bieten.
„Die Softwareleistung chinesischer KI-Chip-Unternehmen ist derzeit ebenfalls unzureichend“, erklärte Lian Jye Su, Chefanalyst beim Technologieforschungsunternehmen Omdia, gegenüber Reuters. „CUDA verfügt über eine umfangreiche Bibliothek und ein vielfältiges Spektrum an Softwarefunktionen, deren Entwicklung erhebliche langfristige Investitionen erfordert.“
Während DeepSeek an Bedeutung gewinnt, könnten chinesische Chip-Hersteller Nvidia bei den Kosten herausfordern. Das Softwareökosystem bleibt jedoch ein entscheidender Vorteil im KI-Wettbewerb.

