Der Wettlauf um nützliche humanoide Roboter verlagert sich von besserer Hardware hin zu intelligenterer KI.
Das chinesische Robotikunternehmen Unitree hat UnifoLM-OminiA-0.3 vorgestellt, ein verkörpertes KI-Modell, das Sprache, Bildverarbeitung, Navigation, Schlussfolgerungen und physische Manipulation in einem einzigen Steuerungssystem für humanoide Roboter vereint. Das Unternehmen zufolge soll das Modell Robotern dabei helfen, Aufgaben im Haushalt sowie im Wellness- und Pflegebereich zu erledigen, ohne zwischen verschiedenen KI-Systemen wechseln zu müssen.
Sollte sich dieser Ansatz auch außerhalb sorgfältig inszenierter Demonstrationen als zuverlässig erweisen, könnte er humanoide Roboter dem praktischen Einsatz in Wohnungen, Krankenhäusern und Einrichtungen der Altenpflege näherbringen – also an Orten, an denen sich Aufgaben und Anweisungen von Menschen ständig ändern.
In einer von Unitree veröffentlichten Videodemonstration erledigt ein humanoider Roboter eine Vielzahl von Aufgaben im Haushalt und im Pflegebereich. Er konnte ein Kissen auf ein Sofa legen, Farben erkennen, Medikamentenschachteln zählen, eine angeforderte Medikamentenpackung aus einem Regal holen, Kleidung in einen Wäschekorb sortieren, Geschirr in eine Spülmaschine laden und ein Krankenhausbett verstellen.
Die Demonstration zeigt außerdem, dass das System reagieren kann, während eine Aufgabe bereits läuft. Als der Roboter das Bett verstellt, weist ein Nutzer ihn an, anzuhalten, woraufhin der Roboter die Aktion sofort stoppt, anstatt bis zum Abschluss der Aufgabe zu warten.
Aufbauend auf Unitrees umfassenderer KI-Strategie
UnifoLM-OminiA-0.3 ist die jüngste Ergänzung zu Unitrees UnifoLM-Programm für verkörperte KI.
Das Unternehmen hatte 2025 bereits UnifoLM-WMA-0 als Open-Source-Framework für Weltmodell und Aktionen vorgestellt, das Robotern helfen soll, vorherzusagen, wie sich Umgebungen nach physischen Interaktionen verändern. Anfang 2026 folgte UnifoLM-VLA-0, ein Vision-Language-Action-Modell für die allgemeine Manipulation durch humanoide Roboter, das zusammen mit Trainingscode und Modellgewichten veröffentlicht wurde.
Unitree hat außerdem seine Sammlung von Datensätzen für die Ganzkörper-Teleoperation erweitert. Darin führen humanoide Roboter Haushaltstätigkeiten wie Putzen und den Umgang mit Gegenständen aus. Viele dieser Aufgaben tauchen erneut in den neuen Demonstrationen von OminiA-0.3 auf.
Obwohl viele der gezeigten Einzelaufgaben bereits von anderen Unternehmen für humanoide Roboterdemonstriert wurden, besteht Unitrees zentrale Behauptung darin, dass ein einziges KI-Modell den gesamten Prozess bewältigen kann – vom Verstehen gesprochener Sprache und Erkennen von Objekten bis zur Planung von Aktionen, Navigation durch Räume und Steuerung des Roboterkörpers.
Das spiegelt einen sich abzeichnenden Trend in der gesamten Robotikbranche wider: Entwickler wenden sich vom Bau separater, auf einzelne Aufgaben zugeschnittener Programme ab und generalistischen KI-Systemen zu, die sich an verändernde Umgebungen und die Interaktion mit Menschen anpassen können.
Was das bedeuten könnte
Sollte sich Unitrees Ansatz außerhalb kontrollierter Demonstrationen als zuverlässig erweisen, könnte er humanoide Roboter für den Einsatz in Wohnungen praxistauglicher machen, in Krankenhäusern und Einrichtungen der Altenpflege – also an Orten, an denen sich Anweisungen häufig ändern und die Umgebungen weit weniger vorhersehbar sind als Fabrikhallen.
Die Herausforderung besteht jedoch darin, dass Demonstrationen keine gleichbleibende Leistung in der realen Welt garantieren. Wohnungen sind voller Unordnung, Haustiere, wechselnder Raumaufteilungen und unerwarteter Unterbrechungen, mit denen Roboter nach wie vor nur schwer umgehen können. Der Erfolg wird nicht nur von intelligenteren KI-Modellen abhängen, sondern auch davon, ob sie diese Aufgaben Tag für Tag sicher erledigen können, ohne ständig von Menschen überwacht zu werden.
Ob UnifoLM-OminiA-0.3 einen echten Sprung nach vorn darstellt, wird von seiner Leistung außerhalb sorgfältig kontrollierter Demonstrationen abhängen. Während Robotikunternehmen um generalistische humanoide Roboter wetteifern, besteht die eigentliche Bewährungsprobe nicht mehr darin, ob Roboter einzelne Aufgaben erledigen können, sondern ob sie sich sicher an die unvorhersehbaren Umgebungen anpassen können, in denen Menschen jeden Tag leben.
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