Das Europäische Parlament hat integrierte Funktionen künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsgeräten von Abgeordneten und ihren Mitarbeitern deaktiviert, nachdem interne Bedenken hinsichtlich Cybersicherheit und Datenschutz aufgekommen waren.
Die Entscheidung wurde in einer internen E-Mail mitgeteilt, die Politico vorlag und über die die Publikation am Montag berichtete. Laut der Nachricht des IT-Supportteams des Parlaments konnte die Institution die Sicherheit der von einigen KI-Funktionen.
verarbeiteten Daten nicht garantieren. „Einige dieser Funktionen nutzen Cloud-Dienste, um Aufgaben auszuführen, die auch lokal erledigt werden könnten, und übertragen dabei Daten vom Gerät“, erklärte der technische Supportbereich e-MEP des Parlaments in der E-Mail, laut Politico.
Regel gilt für Schreibassistenten, Zusammenfassungen und mehr
Das IT-Team fügte hinzu, dass der Umfang der extern weitergegebenen Daten noch unklar sei, und warnte: „Da sich diese Funktionen weiterentwickeln und auf immer mehr Geräten verfügbar werden, wird das gesamte Ausmaß der mit Dienstleistern geteilten Daten noch geprüft. Bis dies vollständig geklärt ist, gilt es als sicherer, solche Funktionen deaktiviert zu lassen.“
Die Einschränkungen gelten für integrierte Tools wie Schreibassistenten, Text- und Webseiten-Zusammenfassungen, erweiterte virtuelle Assistenten und ähnliche KI-gestützte Funktionen auf Tablets und Smartphones. Das Parlament erklärte jedoch, dass alltägliche Arbeitsfunktionen wie E-Mail, Kalender, Dokumente und Standardanwendungen weiterhin normal funktionieren würden.
Die Verantwortlichen machten laut Politico keine genauen Angaben dazu, welche KI-Systeme deaktiviert wurden oder welche Betriebssysteme die Geräte verwenden. Die Abgeordneten wurden außerdem aufgefordert, vorsichtig zu sein, wenn sie ihre privaten Telefone oder Tablets für dienstliche Aufgaben nutzen.
In den internen Leitlinien wurden die Mitglieder angewiesen, offizielle E-Mails, Dokumente oder interne Informationen nicht KI-Toolsauszusetzen, die Inhalte scannen oder analysieren. Außerdem wurden die Nutzer gewarnt, mit KI-Apps von Drittanbietern vorsichtig zu sein und ihnen keinen weitreichenden Zugriff auf Daten zu gewähren, berichtete Politico.
Eine wachsende Mauer um Brüssel
Die Maßnahme fügt sich in ein breiteres Muster strengerer digitaler Schutzvorkehrungen in den EU-Institutionenein. Die Institution hatte 2023 bereits TikTok auf den Geräten ihrer Mitarbeiter verboten und sah sich zuletzt dem Druck einiger Abgeordneter ausgesetzt, Microsoft-Software zugunsten europäischer Alternativen abzuschaffen.
Die Europäische Union hat sich als globaler Vorreiter beim Datenschutz und bei der Regulierung von KIpositioniert. Während das Parlament seine eigene Technologie absichert, nimmt die Nutzung von KI in Europa rapide zu. Daten von Eurostatzeigen, dass 2025 fast 33 % der EU-Bürger generative KI genutzt haben.
Mit dem Verbot von KI auf den Geräten der Abgeordneten signalisiert das Parlament, dass auf den höchsten Regierungsebenen der Komfort weiterhin hinter der Vertraulichkeit zurückstehen muss.
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