Bei all dem Trübsinn über die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch KI gibt es auch gute Nachrichten: Soft Skills sind wichtig.
Das glaubt jedenfalls JPMorgan-Chase-CEO Jamie Dimon.
Obwohl Dimon einräumte, dass KI „Arbeitsplätze beseitigen wird“, sagte der Chef der größten Bank des Landes in der Sendung Sunday Morning Futures, dass „das nicht bedeutet, dass Menschen keine anderen Jobs haben werden. Mein Rat an die Menschen wäre: kritisches Denken … lernt euren EQ [emotionalen Quotienten, auch als emotionale Intelligenz bezeichnet], lernt, wie man in einem Meeting gut auftritt, wie man kommuniziert und wie man schreibt. Ihr werdet jede Menge Jobs.”
Was eine effektive Führungskraft ausmacht
Dimon hat bereits früher die Bedeutung von Führungskräften mit Soft Skills betont. Menschen, die gute Fragen stellen, von Wettbewerbern, Kunden und ihren eigenen Fehlern lernen, sind effektive Führungskräfte, sagte er in der LinkedIn-„This is Working“-Videoserie im Jahr 2024.
„Wenn man keine genaue Einschätzung der realen Welt da draußen hat, davon, was sich verändert und welche Ideen es gibt, wird man letztlich scheitern“, sagte Dimon.
Was andere CEOs denken
Auch andere CEOs betonen den Wert ausgeprägter Soft Skills. Ende November sagte Microsoft-CEO Satya Nadella, dass emotionale Intelligenz wichtiger werde, wenn KI mehr technische Arbeit übernimmt.
Anpassungsfähigkeit ist eine weitere Fähigkeit zu besitzen. Die ehemalige IBM-CEO Ginni Rometty sagte 2023 gegenüber Fortune, dass Soft Skills wie Zusammenarbeit, Urteilsvermögen und kritisches Denken Menschen gefragter machen werden, wenn generative KI in die Arbeitswelt integriert wird.
„Diese Art von Anpassungsfähigkeit beherrschen Menschen am besten“, sagte Rometty und fügte hinzu, dass sich diese Fähigkeiten nicht allein durch einen Studienabschluss vermitteln ließen.
Kritisches Denken – also die Fähigkeit, Informationen zu analysieren und Erkenntnisse daraus abzuleiten – ist für Führungskräfte im Zeitalter der KI wichtig, erklärte Amazon Web Services CEO Matt Garman gegenüber CNBCs „Closing Bell Overtime“ im August. Während KI verschiedene administrative und fachbezogene Aufgaben übernehmen kann, zeigen Forschungen des MIT, dass sie derzeit keine nuancierten Urteile fällen kann.
Im vergangenen Jahr sagte Amazon-CEO Andy Jassy in einem von Amazon veröffentlichten Video, dass der Unterschied zwischen Menschen mit erfolgreichen Karrieren und jenen, die „stagnieren“, in ihrem Lernhunger liegt. „Man muss geradezu unersättlich und hungrig darauf sein, Wege zum Lernen zu finden“, sagte Jassy.
Weitere Informationen dazu, wie KI in verschiedenen Branchen am Arbeitsplatz eingesetzt wird, finden Sie in der Berichterstattung von eWeek über den KI-Einsatz bei der Arbeit.

