Eine wachsende Zahl von Filmunternehmen nutzt generative KI, um Hintergründe, visuelle Effekte und Animationen zu produzieren und in manchen Fällen synthetische Darsteller zu erschaffen. Dieser Wandel macht die traditionelle Studioinfrastruktur weniger notwendig und gibt kleineren Teams die Möglichkeit, Filme mit deutlich weniger Geld zu produzieren.
Bei Promise, einem neuen auf KI spezialisierten Studio in der Nähe von Sony Pictures in Culver City, nutzten Filmemacher kürzlich KI, um während der Produktion des Horrorfilms Touch Grass eine komplette Wiese um die Schauspielerin Tori Thomas herum zu erschaffen. Ein chinesisches KI-Modell generierte den Hintergrund in Echtzeit und ermöglichte es dem Team, die Schauplätze auszutauschen, ohne ein physisches Set neu aufbauen zu müssen, laut The Guardian.
George Strompolos, Mitgründer und CEO von Promise, schätzt, dass hybride Produktionen, die menschliche Schauspieler mit KI kombinieren, 20 % bis 50 % weniger kosten könnten als konventionelle Filme und Filmemacher dadurch möglicherweise weniger von großen Studios abhängig wären.
Die Technologie findet auch bei etablierten Produktionsunternehmen Anklang. Imagine Entertainment, das von Ron Howard und Brian Grazer geleitet wird, hat das KI-Studio Obsidian gegründet und arbeitet laut The Guardian an The Code, einem KI-gestützten Animationsfilm unter der Regie von Howard. D Ryan Reeb, Executive Producer bei Obsidian, schätzt, dass die Technologie die Produktionskosten um 30 % bis 40 % senken kann.
Hollywoods Jobdebatte
Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der Los Angeles mit einer schrumpfenden Produktionsbranche zu kämpfen hat. Seit 2022 haben mehr als 40.000 Produktionsarbeitsplätze die Region verlassen, wie aus von NBC Los Angeles zitierten Bundesdaten hervorgeht.
Asteria, ein auf KI spezialisiertes Produktionsunternehmen mit Sitz in den historischen Mack Sennett Studios, argumentiert, die Technologie könne dazu beitragen, diesen Rückgang umzukehren, indem kleinere Teams Projekte schneller und günstiger fertigstellen können.
Der Asteria-Mitgründer Bryn Mooser sagte gegenüber NBC Los Angeles, dass KI Aufgaben wie Zwischenphasenanimation, die Erstellung von Menschenmengen, die Erweiterung von Einstellungen und die Bildbereinigung übernehmen könne, während die kreativen Entscheidungen beim Menschen blieben.
Doch die Sorgen der Branche verschwinden nicht. Schauspieler und Autoren befürchten, dass KI ihr Aussehen, ihre Stimmen und ihre Arbeit reproduzieren könnte, während Kritiker befürchten, dass eine günstigere Produktion letztlich weniger menschliche Arbeitsplätze bedeuten könnte. Christopher Nolan hat festgestellt, dass das öffentliche Misstrauen gegenüber KI ungewöhnlich stark ist, während die Schauspielerin Emily Blunt den Aufstieg von KI-Darstellernlaut The Guardian als „wirklich, wirklich beängstigend“ bezeichnet hat.
Das neue Studiomodell
Die größere Frage könnte sein, ob KI für ein unabhängigeres Hollywood sorgt oder lediglich noch mehr Macht in die Hände von Technologieunternehmen verlagert.
Joanna Popper, Produzentin und KI-Beraterin, sagte gegenüber The Guardian, KI könnte talentierte Geschichtenerzähler in die Lage versetzen, Projekte ohne traditionelle Gatekeeper zu verwirklichen. Sie warnte jedoch auch vor der Möglichkeit, dass „fünf Technologieunternehmen den gesamten finanziellen Gewinn aus der Branche abziehen“.
Diese Spannung könnte die nächste Phase Hollywoods prägen. Niedrigere Produktionskosten könnten unabhängigen Filmemachern helfen und Projekte wiederbeleben, die einst nur schwer eine Finanzierung fanden. Gleichzeitig könnte die Abhängigkeit von einer Handvoll KI-Anbietern ein neues Gatekeeper-System schaffen – eines, das nicht auf Studiogeländen und Führungskräften beruht, sondern auf Modellen, Rechenleistung und dem Zugang zu proprietärer Technologie.
KI könnte Filme günstiger und flexibler machen, doch Hollywood muss weiterhin entscheiden, wer die Werkzeuge kontrolliert und wer bezahlt wird, wenn sie zum Einsatz kommen.
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