Der Digitalverlag Ziff Davis verklagt OpenAI wegen „Urheberrechtsverletzung, Verstößen gegen den Digital Millennium Copyright Act („DMCA“), ungerechtfertigter Bereicherung und Verwässerung von Marken.“
Ziff Davis ist einer der größten Digitalverlage in den USA und besitzt mehr als 45 Medienmarken, darunter die Tech-Publikationen Mashable, PCMag, CNET und ZDNET. Dies ist eine der größten derzeit gegen OpenAI eingereichten Klagen.
OpenAI „setzte sich über das Urheber- und Markenrecht hinweg“
Ziff Davis reichte die 62 Seiten umfassende Klage am 24. April 2025 bei einem Bundesgericht in Delaware ein. Die Klage wirft OpenAI vor, sein großes Sprachmodell (LLM) ohne Genehmigung mit Inhalten von Ziff Davis trainiert zu haben.
In der Klage heißt es, dass „OpenAI gleichzeitig die Inhalte von Ziff Davis und anderen kommerziellen Webpublishern absichtlich und in eklatanter Weise ohne Genehmigung ausbeutet und aktiv einen Markt für die Lizenzierung von Inhalten von Publishern schafft und fördert. OpenAI hat sich durch sein Handeln über das Urheber- und Markenrecht hinweggesetzt und den eigenen Vorwand für dieses Vorgehen entkräftet.“
The New York Times berichtete unter Berufung auf zwei anonyme Quellen, dass Ziff Davis in der Klage „mindestens Hunderte Millionen Dollar“ fordert.
OpenAI hat erklärt, dass seine Handlungen unter die Fair-Use-Bestimmungen des Urheberrechts fallen und daher nicht gegen das Urheberrecht verstoßen.
Die Klage von Ziff Davis ist eine von vielen Klagen gegen OpenAI
Ziff Davis ist bei Weitem nicht das einzige Unternehmen, das OpenAI wegen der Nutzung von Medieninhalten zum Trainieren von KI-Modellen verklagt. Zu den anderen Medienunternehmen, die OpenAI verklagt haben, gehören The New York Times und Regionalzeitungen sowie bekannte Autoren, Schauspieler und Komiker. Einige der Klagen richten sich auch gegen Microsoft, einen großen Investor von OpenAI.
Anfang April beschloss ein US-amerikanisches Justizgremium, 12 dieser Urheberrechtsfälle gegen das KI-Unternehmen zusammenzulegen. Zu den Klagen gehört auch der Fall The New York Times sowie Klagen einzelner Kläger wie der Komikerin Sarah Silverman und der Autoren Ta-Nehisi Coates, John Grisham, Jonathan Franzen und George R.R. Martin.
Andere Medienunternehmen haben einen anderen Ansatz gewählt und Vereinbarungen mit OpenAI getroffen, die es dessen KI-Modellen ermöglichen, zu trainieren und dafür Geld zu erhalten. Zu diesen Medienunternehmen gehören die Associated Press, The Atlantic, Axel Springer (Herausgeber von Business Insider und Politico), News Corp (Eigentümer des The Wall Street Journal) und Vox Media.
Eine der anonymen Quellen erklärte gegenüber The New York Times, Ziff Davis habe sich unter anderem in der Hoffnung für eine Klage gegen OpenAI entschieden, dadurch andere Medienmarken zu eigenen Klagen zu bewegen.

