Kreativbranche im Vereinigten Königreich erringt gewaltigen Sieg im KI-Urheberrecht

Left to right: Damon Albarn, Annie Lennox, and Sir Elton John. Source: Creative Commons

Left to right: Damon Albarn, Annie Lennox, and Sir Elton John. Source: Creative Commons

Written By
eWEEK Staff
eWEEK Staff
Dec 16, 2025
3 minute read
eWeek content and product recommendations are editorially independent. We may make money when you click on links to our partners. Learn More

Diese KI-Nachricht wird Kreativen „Momente der Freude“ und das Gefühl bescheren, dass „alles an seinem richtigen Platz“ ist.

Die britische Regierung hat gerade eine vernichtende Niederlage bei ihren umstrittenen Plänen erlitten, KI-Unternehmen das freie Training mit urheberrechtlich geschützten Werken zu erlauben.

Nach fast einem Jahr heftiger Proteste aus der britischen Kreativbranche zeigten die heute (16. Dez.) veröffentlichten Umfrageergebnisse, dass 88 % der mehr als 11.500 Befragten fordern, dass KI-Unternehmen Lizenzen einholen, bevor sie urheberrechtlich geschütztes Material verwenden.

Unterdessen unterstützten nur 3 % den von der Regierung bevorzugten „Opt-out“-Ansatz, und gerade einmal 0,5 % wollten weitreichende Ausnahmen für das KI-Training.

Diese Umfrage stellt eine vollständige Kehrtwende gegenüber dem dar, was die Minister bei der Einleitung ihrer Konsultation vor fast einem Jahr erreichen wollten.

Musikbranche feiert

Die Kreativbranche ließ keine Zeit verstreichen, um den Sieg für sich zu reklamieren. „Es ist zwingend erforderlich, dass die Regierung ihre zuvor bevorzugte Option unmissverständlich fallen lässt“, erklärte BPI-Chefstrategiebeauftragte Sophie Jones heute Morgen. Tom Kiehl von UK Music ging noch weiter und forderte die Regierung auf, ihren „gegen Kreative und Unternehmen gerichteten Vorschlag einseitig fallen zu lassen“.

Die Ergebnisse der Konsultation bestätigen eine Kampagne, die vor fast 10 Monaten begann, als mehr als 1.000 Musiker ein „stummes Album veröffentlichten“: Im Februar enthielt es leere Studioaufnahmen als Protest gegen die geplanten Änderungen. Zu den prominenten Unterstützern gehörten Kate Bush, Annie Lennox, Damon Albarn und Mitglieder von Radiohead – sie alle warnten, dass das Opt-out-System der Regierung auf legalisierten Diebstahl hinauslaufen würde.

Die wirtschaftliche Realität hinter der Rebellion

Besonders bemerkenswert an diesem Sieg ist die deutliche Spaltung, die sich in den Antworten zeigt. Fachleute aus der Kreativbranche lehnten das Opt-out-Modell mit überwältigender Mehrheit ab, während Befragte aus dem Technologiesektor die Ausnahmen befürworteten – allerdings waren sie zahlenmäßig weit unterlegen.

Eine vor vier Monaten veröffentlichte Studie zeichnete ein beunruhigendes Bild davon, was auf dem Spiel steht. Die Kreativbranche trägt 124,6 Milliarden Pfund oder 5,7 % zur britischen Wirtschaft bei und beschäftigt 2,4 Millionen Menschen. Kritiker argumentieren dagegen, dass Lizenzanforderungen die Gesamtwirtschaft jährlich 11,5–19,7 Milliarden Pfund an geringeren Produktivitätsgewinnen durch KI kosten könnten.

Advertisement

Noch aufschlussreicher wird die Vergütungsrechnung bei der Betrachtung der Zahlungen an einzelne Kreative. Nach den derzeitigen Lizenzvereinbarungen würde der Verfasser eines Essays mit 10.000 Token etwa 20 Pence verdienen, während ein Illustrator mit 1.000 Werken insgesamt rund 24 Pfund erhalten könnte.

Regierung zieht sich zurück

Die eindeutigen Umfrageergebnisse bestätigen die Warnungen führender Wissenschaftler, die vor 10 Monaten darauf hingewiesen hatten, dass der Ansatz der Regierung grundlegend fehlerhaft sei. Forscher aus Cambridge warnten im Februar, dass der Zwang für Kreative, sich abzumelden, „neue Talente zu ersticken droht“ und aufstrebende Künstler ohne ausreichende rechtliche Mittel unfair belastet.

Professorin Gina Neff vom Minderoo Centre for Technology and Democracy der University of Cambridge traf den Kern des Problems: Das Opt-out-Modell sage „den britischen Künstlern, Musikern und Autoren, dass die Rentabilität der Technologiebranche wertvoller ist als ihre Schöpfungen“.

Die Regierung hatte zuvor eingeräumt, dass die Rückmeldungen zur Konsultation entscheidend sein würden; der Datenminister bezeichnete die Vorschläge im Dezember als „Win-win-Situation“ für beide Seiten.

Wie es mit KI und dem Urheberrecht im Vereinigten Königreich weitergeht

Die überwältigende Ablehnung lässt den Ministern kaum andere Möglichkeiten, als ihren bevorzugten Ansatz aufzugeben. Die Konsultation hat eindeutig gezeigt, wie die öffentliche Meinung dazu steht.

Das House of Lords hatte der Regierung bereits vier Niederlagen bei ihren KI-Urheberrechtsplänen zugefügt – und zwar sechs Monate zuvor. Damals unterstützten die Lords Forderungen nach mehr Transparenz, nachdem Musiker wie Sir Elton John vor Gefahren für die Kreativbranche gewarnt hatten.

Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass dieser Streit die weltweit zunehmenden Spannungen zwischen Technologiegiganten widerspiegelt, die ungehinderten Zugang zu Trainingsdaten anstreben, und Kreativschaffenden, die eine faire Vergütung fordern.

Die britische Kreativbranche hat diese Runde zwar klar gewonnen, doch der zugrunde liegende wirtschaftliche Druck, der zu den ursprünglichen Vorschlägen der Regierung geführt hat, ist nicht verschwunden.

Advertisement

Der Schauspieler und Tech-Unternehmer Joseph Gordon-Levitt warnte, dass KI die Gesellschaft „ohne Empathie“ zurücklassen könnte, wenn sie echte menschliche Verbindungen ersetzt.

eWeek Logo

eWeek has the latest technology news and analysis, buying guides, and product reviews for IT professionals and technology buyers. The site's focus is on innovative solutions and covering in-depth technical content. eWeek stays on the cutting edge of technology news and IT trends through interviews and expert analysis. Gain insight from top innovators and thought leaders in the fields of IT, business, enterprise software, startups, and more.

Property of TechnologyAdvice. © 2026 TechnologyAdvice. All Rights Reserved

Advertiser Disclosure: Some of the products that appear on this site are from companies from which TechnologyAdvice receives compensation. This compensation may impact how and where products appear on this site including, for example, the order in which they appear. TechnologyAdvice does not include all companies or all types of products available in the marketplace.