Meta Platforms gab am Donnerstag eine erweiterte, langfristige Vereinbarung mit CoreWeave bekannt und verpflichtet sich darin, bis Dezember 2032 weitere 21 Milliarden US-Dollar zu investieren.
Das ist nicht ihr erstes Rodeo. Dieser neue Deal baut auf einer früheren Vereinbarung über 14,2 Milliarden US-Dollar auf. Damit leitet Meta nun atemberaubende Summen in die spezialisierte „KI-Cloud“, um seinen Wettbewerbsvorsprung zu halten. Während Meta mit Hochdruck eigene riesige Rechenzentren baut, darunter eine Anlage im Wert von 10 Milliarden US-Dollar in Indiana, ist dem Unternehmen offenbar klar, dass es nicht allein vorangehen kann, wenn es bei generativer KI führend sein will.
CoreWeave, das sich in „The Essential Cloud for AI“ umbenannt hat, ist zum bevorzugten Anbieter der Hochleistungs-Chips geworden, die zum Trainieren und Ausführen von Modellen wie Meta’s new Muse Spark benötigt werden. Ein zentraler Bestandteil des neuen Deals ist der Einsatz der NVIDIA-Vera-Rubin-Plattform, einer Hardwarekonfiguration der nächsten Generation, die für die anspruchsvollsten KI-Workloads an mehreren Standorten ausgelegt ist.
In einem Interview mit CNBC merkte CoreWeave-CEO Michael Intrator an, dass diese Konzerne zwar über das nötige Geld verfügen, um ihre eigenen Systeme zu bauen, aber trotzdem zu CoreWeave kommen: „Natürlich können sie Rechenkapazität kaufen,“ erklärte Intrator gegenüber CNBC. „Doch aus irgendeinem Grund sehen all diese Menschen, die Rechenkapazität kaufen können, auch die Notwendigkeit, sie bei uns zu kaufen – wegen der Qualität des Produkts, das wir liefern.“
Ein strategisches Sicherheitsnetz
Für Meta geht es dabei um mehr als bloße Rechenleistung; es geht darum, seine Wetten abzusichern. Ein Meta-Sprecher erklärte gegenüber CNBC, der Deal sei „Teil unseres portfoliobasierten Infrastrukturansatzes, während wir in Kapazitäten für unsere KI-Ambitionen investieren“.
Dieser „Portfolio“-Ansatz wird zum Branchenstandard. CoreWeaves Auftragsbuch ist bereits voll mit namhaften Kunden. Erst im vergangenen Jahr sicherte sich das Unternehmen einen Vertrag über 11,9 Milliarden US-Dollar mit OpenAI, den Sam Altman als „wichtige Ergänzung zu OpenAIs Infrastrukturportfolio“ bezeichnete.
Auch NVIDIA hat sich als großer Fürsprecher (und Investor) erwiesen und Anfang dieses Jahres 2 Milliarden US-Dollar in CoreWeave gesteckt.
Der finanzielle Balanceakt
Während der Deal über 21 Milliarden US-Dollar die CoreWeave-Aktie im frühen Handel um bis zu 8 % nach oben trieb, muss das Unternehmen zur Finanzierung dieser rasanten Expansion auch einen gewaltigen Schuldenberg bewältigen. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Chips am Laufen zu halten, kündigte CoreWeave Pläne für zwei neue Schuldtitelangebote an: Senior Notes im Wert von 1,25 Milliarden US-Dollar und wandelbare Anleihen im Wert von 3 Milliarden US-Dollar.
Der Meta-Deal ebnet CoreWeave einen entscheidenden Weg in Richtung Unabhängigkeit. Das Unternehmen arbeitet intensiv daran, seine Einnahmen stärker zu diversifizieren und weniger von Microsoft abhängig zu sein, auf das 2024 62 % seines Umsatzes entfielen. Im Rahmen der neuen Meta-Vereinbarung erwartet Intrator, dass kein einzelner Kunde mehr als 35 % des Gesamtumsatzes ausmachen wird, berichtete CNBC.
Mehr zu Metas wachsenden KI-Ambitionen erfahren Sie in unserem Beitrag darüber, wie die smarten Brillen des Unternehmens neue Datenschutzbedenken aufwerfen, während menschliche Prüfer Nutzeraufnahmen analysieren.

