Metas Ergebnisse für das dritte Quartal 2025 schlagen Wellen: Der Social-Media-Riese erzielte einen Umsatz von 51,24 Milliarden US-Dollar – 26 % mehr als im Vorjahreszeitraum –, dank der zunehmenden Nutzerinteraktion und der steigenden Werbeumsätze in seinen Apps.
Doch eine einmalige Steuerbelastung von 15,93 Milliarden US-Dollar, ausgelöst durch den One Big Beautiful Bill Act von Präsident Donald Trump, drückte den Gewinn auf 2,71 Milliarden US-Dollar und den Gewinn je Aktie auf 1,05 US-Dollar. Ohne diese Belastung hätte der Gewinn je Aktie laut Meta 7,25 US-Dollar betragen.
Die Wall Street reagierte prompt und ließ Metas Aktie am Mittwoch nach Börsenschluss (29. Oktober) zeitweise um bis zu 9 % einbrechen – aus Sorge über die bevorstehenden Ausgaben des Unternehmens.
Das Unternehmen erhöhte seine Ausgabenprognose für das Gesamtjahr auf 116–118 Milliarden US-Dollar und rechnet im kommenden Jahr nun mit Investitionsausgaben von 70–72 Milliarden US-Dollar – laut CEO Mark Zuckerberg „die aufregendste Phase unserer Geschichte“.
Auf Wiedersehen, Metaverse – hallo, maschinelle Intelligenz
Wie immer lässt sich diese Begeisterung auf KI zurückführen. Nach Metas kostspieligem Virtual-Reality-Experiment, dem Metaverse, wendet sich das Unternehmen der KI zu – als hoffentlich profitable Ablenkung. Das Unternehmen hat bereits 14,3 Milliarden US-Dollar in Scale AI investiert, mit dem Bau eines 1,5 Milliarden US-Dollar teuren Rechenzentrums in El Paso, Texas, begonnen und mit Blue Owl Capital eine Finanzierungsvereinbarung über 27 Milliarden US-Dollar für seinen Hyperion-Rechenzentrumscampus in Louisiana unterzeichnet.
Der ehemalige Metaverse-Chef Vishal Shah leitet nun unter Nat Friedman Metas KI-Produktstrategie – ein weiterer Hinweis darauf, dass sich das Unternehmen von seinen VR-Ambitionen abwendet und neuen Vorhaben zuwendet. Nun wird Metas Reality Labs auf KI-gestützte Hardware ausgerichtet, vor allem auf Smart Glasses.
KI-Brillen rücken ins Rampenlicht
Reality Labs meldete im Quartal weiterhin einen Verlust von 4,4 Milliarden US-Dollar, doch das neueste Produkt, die 799 US-Dollar teure Ray-Ban Meta Display, war kurz nach der Markteinführung überraschend ausverkauft. Die Brille verfügt über integrierte Displays und ein neuronales Armband und markiert Metas ersten bedeutenden Schritt, KI in soziale und tragbare Geräte zu verwandeln. Laut Zuckerberg wird die Produktion bereits hochgefahren, um die Nachfrage zu erfüllen.
Meta integriert KI auch zunehmend in sein Software-Ökosystem: Die Meta-AI-App hat kürzlich Vibes eingeführt, einen Feed mit KI-generierten Videos. Dadurch stiegen die Downloads im Monatsvergleich um 56 %, was auf ein starkes Nutzerinteresse an generativen KI-Inhalten hindeutet.
Auf dem Weg in eine intelligentere Zukunft
Während Milliarden in Infrastruktur und Talente fließen, versucht Zuckerberg den Investoren zu vermitteln, dass Metas künftiger Erfolg von KI abhängt. Wenn das Unternehmen Glück hat, wird der Wandel von virtuellen Welten zu intelligenten Erlebnissen trotz der Prognosen der Wall Street die nächste Ära der sozialen Technologie prägen.
Meta führt eine neue Reihe von Kindersicherungen ein, die Eltern dabei helfen sollen, zu steuern, wie ihre Teenager auf seinen Plattformen mit KI-Chatbots interagieren.

