KI-Fabriken stehen auf der Agenda, denn Nvidia hat 2 Milliarden US-Dollar in CoreWeave investiert.
Der Chिप-Riese kaufte Stammaktien der Klasse A von CoreWeave für 87,20 US-Dollar pro Aktie und knüpfte damit an die vor vier Monaten getätigte Investition von 6,3 Milliarden US-Dollar an, durch die sich Nvidia einen Anteil von 6,6 % sicherte.
Die Partnerschaft soll bis 2030 mehr als 5 Gigawatt an KI-Fabriken errichten. Gemeint ist damit eine Computing-Infrastruktur, die die Entwicklung und den Betrieb von KI-Systemen weltweit grundlegend verändern könnte.
Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia, sagte: „Gemeinsam liefern wir uns ein Wettrennen, um die außergewöhnliche Nachfrage nach Nvidia-KI-Fabriken zu decken – dem Fundament der industriellen KI-Revolution.“
Dieser Deal ist Teil eines größeren Trends. Große Technologieunternehmen gaben 2025 zusammen 437 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur aus, während die Investitionsausgaben der Hyperscaler Anfang 2026 voraussichtlich um 40 % steigen werden.
Die Zukunft der KI
Während die 2 Milliarden US-Dollar von Nvidia nur einen Bruchteil der geschätzten Gesamtkosten von 250 Milliarden US-Dollar für den geplanten Ausbau der Infrastruktur ausmachen, geht es hier um weit mehr als Geld – es geht um die Positionierung für eine technologische Revolution.
Die jüngste Serie von Geschäftsabschlüssen von CoreWeave erzählt die Geschichte einer explodierenden Nachfrage. Das Start-up schloss eine Vereinbarung über 14,2 Milliarden US-Dollar mit Meta sowie einen separaten Deal über 6,5 Milliarden US-Dollar mit OpenAI.
Die Partnerschaft mit Nvidia geht über finanzielle Unterstützung hinaus. CoreWeave wird die Rubin-Plattformtechnologie von Nvidia einsetzen, einschließlich künftiger Architekturen und BlueField-Netzwerksysteme.
Was treibt diese Investitionswelle an? Für Anbieter spezialisierter KI-Clouds wurden für 2025 Umsätze von mehr als 23 Milliarden US-Dollar prognostiziert – infolge der beispiellosen Nachfrage nach Rechenleistung durch Big-Tech-Unternehmen, die um den Aufbau von KI-Fähigkeiten wetteifern.
Der Aufstieg von CoreWeave
Vor acht Jahren existierte CoreWeave noch nicht in der heutigen Form. Die Entstehungsgeschichte des Unternehmens ist sicherlich ungewöhnlich: Händler eines New Yorker Hedgefonds beschlossen 2017, für ihre Fantasy-Football-Liga Kryptowährungen zu schürfen. Dafür kauften sie Grafikkarten von Nvidia.
Als der Kryptomarkt 2018 zusammenbrach, gingen die meisten Miner bankrott. Die ehemaligen Hedgefonds-Händler sahen eine Chance, wo andere eine Katastrophe sahen, und kauften vergünstigte Hardware von insolventen Minern. Diese vorausschauende Wette auf Nvidia-Hardware brachte sie in eine ideale Position für den anschließenden KI-Boom.
Heute betreibt der Cloud-Anbieter inzwischen Dutzende Rechenzentren und besitzt mehrere Hunderttausend GPUs. Jedes Computing-Rack kostet mehrere Millionen Dollar und verbraucht jährlich mehr Strom als 100 Haushalte.
Die Beziehung zu Nvidia wurde über Jahre hinweg aufgebaut. Nvidia ist seit den Anfangstagen der wichtigste Lieferant von CoreWeave und macht diese Investition zur Formalisierung einer bereits engen Partnerschaft. Nach dem Abschluss der Börsennotierung an der Nasdaq im März 2025 sind die ehemaligen Kryptominer zum Aushängeschild des Booms bei der KI-Infrastruktur geworden.
Das Wettrennen um KI-Infrastruktur
Diese Partnerschaft ist mehr als ein Geschäftsabschluss – sie ist eine Reaktion auf eine Nachfrage, die die weltweiten Investitionen in Infrastruktur neu gestaltet. Die Zahlen sind bemerkenswert: Von 2026 bis 2030 sollen Rechenzentrumskapazitäten von 122 Gigawatt aufgebaut werden, wobei die geschätzten Kosten 5–7 Billionen US-Dollar erreichen.
Doch dieser Infrastruktur-Goldrausch steht vor erheblichen Gegenwinden. Kritiker verweisen auf zirkuläre Finanzierungsstrukturen, bei denen Nvidia in Unternehmen investiert, die hauptsächlich Nvidia-Produkte kaufen, und äußern Bedenken hinsichtlich der Transparenz. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind hart: Abschreibungsraten von 20–30 % pro Jahr bei KI-Hardware machen diese Infrastruktur im Wesentlichen verderblich.
Trotz dieser Herausforderungen könnten die kumulierten KI-bezogenen Investitionen in drei Jahren möglicherweise mehr als 10 % des US-BIP erreichen.
Die Frage ist, ob Unternehmen wie Nvidia und CoreWeave diese beispiellose Größenordnung bewältigen können, während sie sich durch die komplexe Ökonomie einer Branche navigieren, die ihre Zukunft noch definiert.
Jack Buser, der globale Leiter für Spiele bei Google Cloud, verglich die Ausstattung von Spieleentwicklern mit KI damit, ihnen Iron Mans Anzug.

