Microsoft hat am Donnerstag offiziell seine Cloud-Region India South Central in Hyderabad eröffnet – sein größtes Rechenzentrum-Cluster im Land und seine vierte Cloud-Region in Indien nach Pune, Chennai und Mumbai.
Die neue Einrichtung umfasst drei Verfügbarkeitszonen und ist darauf ausgelegt, KI-Anwendungen und andere geschäftskritische Workloads zu unterstützen und dabei die lokalen Anforderungen an Datenresidenz, Sicherheit und Compliance zu erfüllen. Mit dem Start verfügt Microsoft nach eigenen Angaben nun über die größte Hyperscale-Cloud-Präsenz in Indien. Das Unternehmen betreibt außerdem zwei Rechenzentren in Partnerschaft mit Jio.
Der Ausbau ist Teil von Microsofts umfassenderem Vorstoß zum Aufbau einer KI-Infrastruktur in Indien, wo das Unternehmen im Jahr 2025 angekündigte Investitionen in Höhe von rund 20,5 Milliarden US-Dollar zugesagt hat.
Zu den ersten Kunden gehören Adani und HDFC Bank
Microsoft hat bereits große indische Unternehmen als erste Nutzer der Region in Hyderabad gewonnen, darunter Adani Group, HDFC Bank, Bajaj Finance und PB Pay. Das Unternehmen erklärte, die Kunden wollten die Infrastruktur nutzen, um ihre betriebliche Resilienz zu verbessern, die Cloud-Kapazität auszubauen und KI-Initiativen zu unterstützen.
Puneet Chandok, President von Microsoft India und Südasien, sagte: „Die Frage, die wir am häufigsten hören, lautet: Wie schaffen wir es, schneller vom Experimentieren mit KI zur Schaffung eines nachhaltigen Geschäftswerts durch KI zu gelangen? Dafür braucht es eine vertrauenswürdige Infrastruktur in der Nähe der Orte, an denen Daten gespeichert sind, Teams arbeiten und Entscheidungen getroffen werden.“
Die Nachfrage nach KI treibt den Ausbau voran
Microsoft zufolge verzeichnet Azure in Indien seit zwei Jahren ein starkes zweistelliges Wachstum. Das Unternehmen hob außerdem die zunehmende Nutzung von Microsoft 365 Copilot bei großen indischen Technologieunternehmen hervor: Infosys, TCS, Wipro und LTIMindtree haben zusammen mehr als 400.000 Copilot-Lizenzen gebucht.
Die Region in Hyderabad soll indischen Unternehmen mehr lokale Kapazitäten für KI-Workloads und Cloud-Dienste bieten, während KI-Projekte von Unternehmen aus Pilotprogrammen in groß angelegte Implementierungen übergehen.
Microsoft ist nicht der einzige Cloud-Gigant, der auf Indiens KI-Boom setzt. Alphabet und Amazon investieren beide massiv in Rechenzentrumskapazitäten in Indien – angelockt von einem Markt mit mehr als 1 Milliarde Internetnutzern und einem großen Reservoir an Technologie-Fachkräften, wie Reuters berichtet.
Das Marktforschungsunternehmen IDC prognostiziert, dass der indische Markt für öffentliche Cloud-Dienste bis 2030 ein Volumen von 45,7 Milliarden US-Dollar erreichen wird; die Ausgaben für KI dürften demnach mit nahezu der doppelten Rate wachsen, berichtete die Economic Times.
Da Microsoft, Google und Amazon allesamt Milliarden in Indien investieren, wird die nächste Wettbewerbsphase ebenso sehr an Rechenzentrumskapazitäten und der Akzeptanz durch Unternehmen gemessen werden wie an KI-Benchmarks.
Weitere Meldung: Nvidia unterstützt Berichten zufolge OpenAIs geplantes Rechenzentrumsprojekt in Ohio und unterstreicht damit die wachsenden finanziellen und strategischen Verflechtungen hinter dem massiven Ausbau der Rechenkapazitäten in der Branche.

