Das US-Militär plant, ein mit künstlicher Intelligenz ausgestattetes Maschinengewehr einzusetzen, um sich gegen die wachsende Bedrohung durch Drohnenangriffe zu wehren. Drohnen sind kostengünstig herzustellen, stellen aber eine tödliche Gefahr für im Ausland stationierte Truppen dar. Die präzise Zielerfassung des Geschützes – genannt „The Bullfrog“ – könnte für die militärische Verteidigung gegen solche Bedrohungen einen Wendepunkt darstellen.
The Bullfrog besteht aus proprietärer KI, Computervisionssoftware, einem optoelektronischen Sensor und einem 7,62-mm-M240-Maschinengewehr, das auf einem schwenkbaren Geschützturm montiert ist. Laut einem Bericht von Wired kann dieses Waffensystem Drohnen besser verfolgen und abschießen als die besten Scharfschützen mit Standardwaffen wie dem M4-Karabiner oder dem XM7-Gewehr. Aufnahmen von The Bullfrog , die der Hersteller Allen Control Systems veröffentlicht hat, zeigen, wie das autonome System kleine Drohnen ins Visier nimmt und sie mit nur wenigen Schüssen vom Himmel holt.
The Bullfrog: Was Sie wissen müssen
The Bullfrog soll rund 10 US-Dollar pro Abschuss kosten, also deutlich weniger als die Millionen-Dollar-Raketen, die derzeit zur Verteidigung gegen wesentlich billigere Drohnen eingesetzt werden. Mit einem Gewicht von 165 Pfund benötigt das leichte System nur wenig Strom. Nach Angaben des Herstellers wird es mit 24 V Gleichstrom betrieben und lässt sich problemlos in gängige NATO-Fahrzeuge integrieren. Für sichere Manöver verfügt es über ein vollständig passives Erkennungssystem sowie KI-gestützte Bilderkennung. Allen Control Systems erklärte, Millionen von Trainingsbildern ermöglichten es dem System, vor dem Schuss vorherzusagen, ob dieser sein Ziel treffen wird, oder zu erkennen, wenn es ein bestimmtes Zielmanöver nicht verfolgen kann.
Moderne Drohnen, auch unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) genannt, wurden 1935 von der britischen Royal Navy eingeführt und sind seit dem Zweiten Weltkrieg im Einsatz. Die kommerzielle Produktion begann Mitte der 2000er-Jahre, angestoßen durch die Terroranschläge vom 11. September in den USA.
Laut einem im Oktober veröffentlichten Artikel der U.S. Army sind Sensoren und Waffen, die auf verschiedenen Typen unbemannter Systeme montiert sind, immer weiter verbreitet und kostengünstiger geworden. „Die Integration von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen, verbesserten Navigationssystemen, Anti-Jamming-Fähigkeiten und fortschrittlicher Satellitenkommunikation ermöglicht es den Drohnen von heute, Missionen mit beispielloser Präzision und Tarnung auszuführen und gleichzeitig die operative Sicherheit in zunehmend umkämpften Gebieten zu gewährleisten“, hieß es.
Der zunehmende Einsatz von UAVs in der Kriegsführung markiert eine Entwicklung hin zu intelligenten und autonomen Systemen, die in kritischen Momenten entscheidende Maßnahmen ergreifen können.

