Kim Jong Un beschleunigt die militärische Modernisierung Nordkoreas durch den Einsatz von KI-gesteuerten Selbstmorddrohnen, die für Präzisionsangriffe konzipiert sind. Die Vorstellung dieser autonomen Waffen markiert einen bedeutenden – und beunruhigenden – technologischen Sprung und läutet ein neues Kapitel der KI-gestützten Kriegsführung ein.
Der nordkoreanische Staatschef inspizierte die militärischen KI-Drohnen kürzlich persönlich. Experten gehen davon aus, dass das Programm durch russische Technologie unterstützt worden sein könnte, was auf ein vertieftes Militärbündnis zwischen den beiden Staaten hindeutet.
Was sind Selbstmorddrohnen?
Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur Korean Central News Agency (KCNA) veröffentlichte Bilder, die Kim Jong Un bei der Inspektion der Selbstmorddrohnen auf einem Militärgelände zeigen. Selbstmorddrohnen, auch Kamikazedrohnen genannt, sind Drohnen zum einmaligen Einsatz, die in ein Ziel stürzen, um zu explodieren und es zu zerstören. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur Korean Central News Agency (KCNA) veröffentlichte Bilder, die Kim Jong Un bei der Inspektion der Selbstmorddrohnen auf einem Militärgelände zeigen.
Dem Bericht zufolge unterstützen die Drohnen Aufklärungsmissionen und können taktische Ziele identifizieren, während sie Aktivitäten zu Land und zu Wasser überwachen. Die Bilder zeigten mehrere Starrflügeldrohnen, die aufgereiht waren, während Kim über deren Fähigkeiten informiert wurde.
Laut staatlichen Medien, nutzen die Angriffsdrohnen KI, um die Zielgenauigkeit zu verbessern. Die KCNA betonte, dass die Entwicklung unbemannter Systeme Teil von Nordkoreas Bestrebungen sei, seine Militärtechnologie voranzutreiben.
Hat Russland eine Rolle bei der Entwicklung von Pjöngjangs KI-Drohnen gespielt?
Südkoreanische Beamte vermuten, dass ausländische Unterstützung eine Rolle bei Nordkoreas neuen KI-Selbstmorddrohnen gespielt hat. Die in dieser Woche vorgestellten fortschrittlichen Zielerfassungssysteme sorgten in Seoul für Alarmstimmung. Verteidigungsbeamte erklären, die Technologie entspreche nicht den üblichen Fähigkeiten Pjöngjangs. „Russland könnte etwas mit dem internen System und den Bauteilen zu tun gehabt haben“, sagte der Sprecher des Vereinigten Generalstabs Lee Sung-jun gegenüber Reuters.
Dieser Verdacht wird durch die anhaltenden Abkommen zwischen Pjöngjang und Moskau über Waffenlieferungen im Austausch für Hilfe weiter erhärtet. Südkoreas Geheimdienst berichtete Anfang 2024, dass Nordkorea mehr als 6.700 Container mit Munition nach Russland geschickt habe – im Austausch für Lebensmittel und technische Unterstützung. Mit dem Aufkommen KI-gesteuerter Drohnen zeigt sich laut südkoreanischen Beamten nun in Echtzeit, welchen konkreten Nutzen dieser Austausch gebracht hat.
Militärische KI der USA im Vergleich zu Nordkoreas KI-Selbstmorddrohnen
Während Nordkorea die offensive Drohnentechnologie vorantreibt, konzentrieren sich die USA auf die Weiterentwicklung KI-gestützter Verteidigungssysteme.
Anduril Industries entwickelt im Rahmen eines Vertrags über 642 Millionen US-Dollar mit dem US Marine Corps KI-gestützte Drohnenabwehrsysteme zum Schutz militärischer Anlagen. In Zusammenarbeit mit OpenAI will Anduril die Erkennung und Reaktion in Echtzeit verbessern und so die Abwehr gegen autonome Bedrohungen stärken. Neben diesen KI-Systemen plant das US-Militär, KI-gestützte Maschinengewehre einzusetzen, etwa „The Bullfrog“, um Drohnen zu verfolgen und mit hoher Präzision zu zerstören.
Diese technologische Divergenz verdeutlicht die unterschiedlichen militärischen Prioritäten bei der Anwendung von künstlicher Intelligenz.
Autonome Kriegsführung ist da
Experten warnen, dass Nordkoreas autonome Drohnen ein wachsendes Sicherheitsrisiko darstellen. Die eigentliche Sorge ist, ob diese KI-Systeme zuverlässig genug sind, um ohne das Auslösen eines unbeabsichtigten Konflikts zu operieren. Sind wir angesichts des Wandels hin zu KI-gestützter Kriegsführung bereit, Maschinen Entscheidungen über Leben und Tod anzuvertrauen?

