Die National Security Agency (NSA) nutzt Berichten zufolge Anthropics neues leistungsstärkstes KI-Modell Mythos Preview, obwohl das Unternehmen derzeit von der übergeordneten Behörde der NSA, dem US-Verteidigungsministerium (DoD), als „Lieferkettenrisiko“ eingestuft wird.
Der durchgesickerte Bericht deutet darauf hin, dass die militärische Nutzung des Anthropic-Modells aufgrund der potenziellen Fähigkeiten von Mythos tatsächlich ausgeweitet wird. Die NSA nutzt das KI-Modell, um ihre eigenen Umgebungen auf potenzielle Sicherheitslücken zu untersuchen.
Zuerst berichtete Axios, dass die NSA zu den 40 Organisationen gehört, denen eingeschränkter Zugang zu Mythos gewährt wurde. Dies geschieht, obwohl Anthropic sich darauf vorbereitet, vor Gericht gegen das DoD wegen der Einstufung als Lieferkettenrisiko vorzugehen, und obwohl das DoD behauptet, die Nutzung der Tools von Anthropic gefährde die nationale Sicherheit.
Es wäre nicht das erste Mal, dass das DoD seine eigene Einstufung als Lieferkettenrisiko offen missachtet. Im Vorfeld des Krieges im Iran setzte das Ministerium Berichten zufolge Anthropics KI-Modell ein, um große Datenmengen zu verarbeiten, Dokumente zusammenzufassen und logistische Daten zu organisieren.
Die Trump-Regierung könnte ihre Haltung zu Anthropic zumindest intern geändert haben, nach einer frühen Unterrichtung über die Fähigkeiten von Mythos. In einer Zeit, in der die Leistungsfähigkeit von KI-Modellen bei Aufgaben wie der Erkennung von Softwareschwachstellen, Softwareentwicklung und Datenanalyse offenbar immer schneller zunimmt, ist der Zugang zu den fortschrittlichsten Modellen entscheidend.
Das Mythos-Modell und seine möglichen Auswirkungen
Etwa 40 Organisationen erhielten Zugang zu Mythos und bildeten die Project-Glasswing-Partnerschaft, um diese KI-Modelle zur Identifizierung und Behebung von Schwachstellen einzusetzen, bevor sie ausgenutzt werden können. Neben mehreren Regierungen erhielten auch große Infrastrukturunternehmen wie Amazon, Microsoft, Apple und Nvidia sowie eine ausgewählte Gruppe von Finanzinstituten Zugang.
Frühe Tests und Berichte deuten darauf hin, dass das Mythos-Modell einen deutlichen Schritt nach vorn darstellt im Hinblick auf die Erkennung von Schwachstellen und Exploits und ein hohes Risiko für veraltete Systeme birgt, die von Finanzinstituten eingesetzt werden.
In einer Ankündigung zum jüngsten Update seines Opus-Modells führte Anthropic eine Reihe von Benchmarks auf, zu denen auch Mythos gehörte. Dabei übertraf Mythos Opus sowie die neuesten Modelle von OpenAI und Google Gemini beim agentischen Programmieren, beim multidisziplinären Schlussfolgern und beim visuellen Schlussfolgern, was auf einen umfassenden Leistungssprung hindeutet.
Ob sich dies bestätigt, bleibt abzuwarten, und es ist unklar, ob Anthropic Mythos jemals in seiner derzeitigen Form veröffentlichen wird. In der Ankündigung von Opus 4,7 erklärte das Unternehmen, es habe die Cyber-Fähigkeiten des Modells eingeschränkt und die Schutzvorkehrungen verstärkt. Berichten zufolge hat OpenAI GPT-5.4-Cyber ebenfalls auf eine kleine Gruppe von Organisationen beschränkt und dabei ähnliche Bedenken hinsichtlich seiner Cyber-Fähigkeiten angeführt.
Die Beschränkung des Zugangs zu diesen KI-Modellen auf eine ausgewählte Gruppe könnte Unternehmen wie Anthropic vor möglichen Klagen schützen, aber auch Kritik daran hervorrufen, dass Regierungsbehörden hochentwickelte Systeme zur Verfügung gestellt werden. Wenn Fachleute für KI-Sicherheit, Cybersicherheit und KI-Kompetenz keinen Zugang zu diesen Modellen erhalten, bleiben ihre tatsächliche Wirksamkeit und die potenziellen Risiken für die Internetnutzer insgesamt unklar.
Berichten zufolge hat das UK AI Security Institute Zugang erhalten, doch eine breitere Verteilung an unabhängige Sicherheitsorganisationen könnte erforderlich sein, um eine fortlaufende Prüfung sicherzustellen.
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