OpenAI scheint einen deutlich größeren Schritt in den Hardwarebereich zu planen als bislang erwartet. Berichten zufolge entwickelt das Unternehmen ein Smartphone, das nicht auf herkömmlichen App-basierten Funktionen, sondern auf KI-Agenten aufbaut.
Die Idee stammt von dem Analysten Ming-Chi Kuo. Seine jüngsten Erkenntnisse zur Lieferkette deuten darauf hin, dass OpenAI mit den Chipherstellern MediaTek und Qualcomm arbeitet, während der Fertigungspartner Luxshare eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des Geräts spielen könnte.
Sollte das Projekt wie erwartet voranschreiten, würde OpenAI damit in direkte Konkurrenz zu den führenden Smartphone-Herstellern treten, darunter Apples iPhone-Portfolio.
Das Konzept hinter dem Gerät unterscheidet sich von der Funktionsweise der meisten heutigen Smartphones. Statt dass Nutzer zwischen zahlreichen Apps wechseln, um Aufgaben zu erledigen, soll offenbar ein System zum Einsatz kommen, in dem ein KI-Agent den Kontext versteht und Aktionen direkter ausführt.
„Nutzer wollen nicht eine Vielzahl von Apps verwenden. Sie wollen Aufgaben erledigen und ihre Bedürfnisse über das Telefon erfüllen“, schrieb Kuo auf X.
Warum OpenAI ein eigenes Smartphone entwickeln könnte
Kuo zufolge gibt es mehrere mögliche Gründe dafür, dass OpenAI eine eigene Hardwareplattform entwickelt, statt sich vollständig auf bestehende Smartphones zu verlassen. Der erste ist Kontrolle. Kuo argumentiert, dass KI-Erlebnisse eine engere Verzahnung von Software und Hardware erfordern könnten, als aktuelle Smartphone-Systeme ermöglichen.
„Nur wenn OpenAI sowohl das Betriebssystem als auch die Hardware vollständig kontrolliert, kann das Unternehmen einen umfassenden KI-Agenten-Dienst anbieten“, schrieb er.
Ein weiterer Faktor sind Daten und Kontext. Smartphones sammeln bereits Informationen über die täglichen Aktivitäten ihrer Nutzer, darunter Kommunikation, Standort und Verhaltensmuster.
MacRumors berichtete , dass Kuo Smartphones für besonders geeignet hält, weil sie den „vollständigen Echtzeitstatus“ eines Nutzers erfassen. Dadurch sind sie für KI-Systeme äußerst wertvoll, die den Kontext kontinuierlich verstehen sollen.
Erste Details zur Hardware zeichnen sich ab
Obwohl das Gerät noch Jahre entfernt ist, sind erste Details bekannt geworden.
Berichten zufolge könnte OpenAI das Smartphone mit maßgeschneiderten Prozessoren ausstatten, die in Zusammenarbeit mit MediaTek und Qualcomm entwickelt werden. Kuo hatte zunächst beide Unternehmen als Partner genannt, spätere Berichte deuteten jedoch darauf hin, dass MediaTek möglicherweise die stärkere Position als langfristiger Lieferant einnimmt.
Luxshare soll voraussichtlich als exklusiver Partner für die gemeinsame Systementwicklung und Fertigung fungieren. MacRumors berichtete außerdem, dass das Gerät separate KI-Prozessoren enthalten könnte, die verschiedene Arbeitslasten gleichzeitig verarbeiten – etwa Sprachverarbeitung und Bildverarbeitung – sowie über verbesserte Bildgebungsfunktionen verfügen könnte, um die Wahrnehmung der realen Welt zu optimieren.
Das Gerät soll sowohl auf lokale als auch auf cloudbasierte KI-Verarbeitung setzen. Einfachere Aufgaben könnten direkt auf dem Smartphone ausgeführt werden, während rechenintensivere Arbeitslasten aus der Ferne verarbeitet würden. „Komplexere oder rechenintensive Aufgaben werden von einer Cloud-KI übernommen“, schrieb Kuo.
Eine andere Richtung als bei früheren OpenAI-Plänen
Der Bericht über das Smartphone markiert eine deutliche Abkehr von OpenAIs früherer Hardwarestrategie. Das Unternehmen wurde zuvor mit Produkten in Verbindung gebracht, die wenig oder gar kein Display haben, oder sogar gänzlich ohne Bildschirm auskommen und die nach der Übernahme von io Products gemeinsam mit dem früheren Apple-Designchef Jony Ive entwickelt wurden.
Berichten zufolge befinden sich mehrere Geräte in der Entwicklung, darunter smarte Brillen, ein Lautsprecher mit integrierten Kameras sowie weitere KI-orientierte Produkte.
OpenAI-CEO Sam Altman hatte ein Prototypenmodell zuvor gegenüber Mitarbeitern als „das coolste Stück Technologie, das die Welt je gesehen haben wird“ bezeichnet, wie MacRumors berichtet. Die neu gemeldeten Smartphone-Pläne deuten darauf hin, dass OpenAIs Hardwareambitionen nun über Begleitgeräte hinaus in eine deutlich größere Kategorie reichen könnten.
Der Zeitplan scheint weiterhin flexibel
Die Erwartungen an den Marktstart haben sich mehrfach verändert. Frühe Prognosen gingen von einer Massenproduktion im Jahr 2028 aus, spätere Berichte deuteten jedoch darauf hin, dass der Zeitplan auf die erste Hälfte von 2027 vorgezogen werden könnte.
Kuo erwartet, dass die Entscheidungen über die Lieferanten im kommenden Jahr klarer werden. Die groß angelegte Produktion hängt davon ab, ob die Entwicklung im Zeitplan bleibt.
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