OpenAI hat gerade den bisher lautesten Schuss im Hardwarekrieg um künstliche Intelligenz im Silicon Valley abgefeuert.
Der ChatGPT-Entwickler gab am Montag bekannt, eine umfassende mehrjährige Partnerschaft mit dem Chiphersteller AMD unterzeichnet zu haben, der die Prozessoren für die KI-Systeme der nächsten Generation liefern soll. Der Technologiekonzern sicherte sich außerdem die Option, bis zu 10 % an AMD selbst zu erwerben.
Der Schritt könnte das Machtgleichgewicht im globalen Rennen um KI-Chips verschieben, das Nvidia lange dominiert hat.
„Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Schritt beim Aufbau der Rechenkapazitäten, die erforderlich sind, um das volle Potenzial der KI auszuschöpfen“, sagte OpenAI CEO Sam Altman in einer Pressemitteilung. „AMDs führende Position bei Hochleistungschips wird es uns ermöglichen, den Fortschritt zu beschleunigen und die Vorteile fortschrittlicher KI schneller allen Menschen zugänglich zu machen.“
Der Deal im Detail: Milliarden fließen in Rechenleistung
Im Rahmen der Vereinbarung wird AMD sechs Gigawatt an für KI optimierter Rechenkapazität bereitstellen, beginnend mit einer ersten Ausbaustufe von einem Gigawatt im Jahr 2026.
Der Deal umfasst den Zugang zu AMDs kommenden Instinct-MI450-GPUs, die hinsichtlich Effizienz und Skalierbarkeit mit Nvidias Blackwell-Architektur konkurrieren sollen. OpenAI, erhielt im Gegenzug einen Optionsschein zum Kauf von bis zu 160 Millionen AMD-Aktien, der bei Erreichen von Meilensteinen bei Bereitstellung und Aktienkurs ausgeübt werden könnte. Die Beteiligung könnte bei den aktuellen Bewertungen mehrere Dutzend Milliarden US-Dollar wert sein.
AMDs Comeback mit hohen Einsätzen
Für AMD markiert die Partnerschaft die seltene Chance, den Sprung zu einem relevanten Akteur im KI-Bereich zu schaffen.
Während das Unternehmen Nvidia bei Hardware für maschinelles Lernen seit Jahren hinterherhinkt, hat CEO Lisa Su aggressiv in KI-spezifische Chips investiert. Die Unterstützung durch OpenAI könnte diesen Vorstoß bestätigen – und an der Wall Street blieb das nicht unbemerkt. Die AMD-Aktien stiegen im vorbörslichen Handel um mehr als 25 %, während Nvidia nach der Nachricht moderat nachgab.
„Unsere Partnerschaft mit OpenAI dürfte für AMD Umsätze in Höhe von mehreren Dutzend Milliarden US-Dollar generieren und zugleich den Ausbau der KI-Infrastruktur von OpenAI beschleunigen“, sagte Jean Hu, EVP, CFO und treasurer bei AMD, in der Pressemitteilung von OpenAI. „Diese Vereinbarung schafft eine bedeutende strategische Abstimmung und einen Mehrwert für die Aktionäre von AMD und OpenAI und dürfte den Non-GAAP-Gewinn je Aktie von AMD deutlich steigern.“
Dennoch bleiben Fragen offen. AMDs Chips werden von TSMC aus Taiwan gefertigt, was zu einem möglichen Engpass werden könnte, wenn die Nachfrage die Kapazitäten übersteigt. Und obwohl AMD mit einer gleichwertigen Leistung wirbt, ist Nvidias Softwareökosystem nach wie vor weitaus ausgereifter. Die Integration eines Stacks mit zwei Anbietern wird OpenAIs technische Agilität auf die Probe stellen.
Das Wettrüsten um KI wird neu definiert
Der Deal verdeutlicht eine entscheidende Verschiebung in der KI-Branche: Große Akteure werden von Kunden zu Mitinvestoren in den Unternehmen, die ihre Hardware entwickeln. Indem OpenAI seine Rechenzukunft direkt an AMDs Leistung knüpft, gestaltet das Unternehmen die Halbleiterlandschaft aktiv mit – es kauft nicht nur Chips, sondern hilft auch dabei zu bestimmen, wer sie herstellt.
Wenn sich die Zusammenarbeit auszahlt, könnte die KI-Welt schon bald auf mehr als einer Art von Silizium laufen – und Nvidias lange unangefochtene Vormachtstellung könnte endlich auf einen ebenbürtigen Gegner treffen.
OpenAIs neue Chip-Allianz mit AMD signalisiert eine mutige Neuausrichtung der KI-Infrastrukturstrategie – angetrieben von seiner beispiellosen Bewertung von 500 Milliarden US-Dollar.

