Oracle streicht bis zu 12.000 Stellen in Indien, seinem größten Standort, im massiven KI-Umbruch

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Apr 3, 2026
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Keine Warnung. Kein Anruf von der Personalabteilung. Nur eine kühle E-Mail im Morgengrauen.

Oracle hat Berichten zufolge allein in Indien zwischen 10.000 und 12.000 Stellen gestrichen. Die Kürzungen sind Teil eines umfassenderen weltweiten Stellenabbaus von rund 30.000 Beschäftigten und entsprechen fast 20 % der 162.000 Mitarbeiter starken Belegschaft des Unternehmens. Die Entlassungen, die am Dienstag per E-Mail in den frühen Morgenstunden mitgeteilt wurden, verdeutlichen eine Ausrichtung auf KI , bei der traditionelle Tech-Rollen auf der Strecke bleiben.

Viele Beschäftigte wachten auf und stellten fest, dass sie bereits aus den internen Systemen ausgesperrt waren. Ihr einziger Ansprechpartner war eine Kündigungs-E-Mail von „Oracle Leadership“.

„… es wurde beschlossen, die Abläufe zu verschlanken. Daher wird die Position, die Sie derzeit innehaben, leider überflüssig“, hieß es in der E-Mail, laut einem Bericht von The Economic Times.

Besonders hart trifft es Indien, da das Land außerhalb der USA als größter Standort von Oracle dient. Bei einer Belegschaft von 50.000 in Indien wurde fast jeder vierte oder fünfte Beschäftigte vor die Tür gesetzt. Die Kürzungen reichten von Junior-Rollen als „Individual Contributor“ bis hin zu hochrangigen Softwareentwicklungsleitern.

Warum jetzt? Die KI-Wette über 156 Milliarden US-Dollar

Der Hauptgrund für diesen Stellenabbau ist nicht fehlende Arbeit, sondern eine veränderte Prioritätensetzung. Oracle befindet sich derzeit in einem riskanten Wettrüsten um die Vorherrschaft bei der KI-Infrastruktur und beteiligt sich an der 500 Milliarden US-Dollar schweren „Stargate“-Initiativezusammen mit OpenAI und SoftBank.

Allerdings ist der Aufbau von Rechenzentren und der Kauf Tausender GPUsunglaublich teuer. Analysten von TD Cowen zufolge könnten durch die Entlassung von 30.000 Menschen zwischen 8 und 10 Milliarden US-Dollar an Cashflow frei werden – Geld, das Oracle dringend benötigt, um seine Investitionspläne in Höhe von 156 Milliarden US-Dollar zu finanzieren.

Abfindung mit Bedingungen

Oracle bietet zwar Abfindungen an, doch handelt es sich dabei nicht gerade um ein Abschiedsgeschenk ohne Wenn und Aber. In Indien umfasst das Paket Berichten zufolge 15 Tage Grundgehalt pro Dienstjahr, die Auszahlung einer einmonatigen Kündigungsfrist sowie eine zusätzliche ex gratia-Zahlung in Höhe von zwei Monatsgehältern.

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Allerdings gibt es einen Haken: Berichten zufolge wird die vollständige Auszahlung davon abhängig gemacht, dass der Mitarbeiter eine freiwillige Kündigung unterschreibt. Auf Reddit hat ein Nutzer mit dem Handle u/Lavishness897 die im India Development Centre (IDC) verwendete Formel aufgeschlüsselt:

„15 Tage pro Jahr + Jahresurlaub + (ex gratia – zusätzliche 15 Tage pro Jahr + 2 Monate) + 1 Monat bezahlte Freistellung oder Gehalt anstelle dessen + 20.000 für die Versicherung“

In den USA fällt das Paket etwas anders aus: Es umfasst vier Wochen Grundgehalt plus eine Woche für jedes Dienstjahr, gedeckelt auf 26 Wochen. Entscheidend ist, dass viele Beschäftigte ihre Restricted Stock Units (RSUs) verlieren dürften, wenn ihr Vesting-Termin auch nur wenige Tage nach dem Entlassungstermin liegt.

Oracle ist nicht allein im Kahlschlag

Die Umstrukturierung bei Oracle folgt ähnlichen Schritten in diesem Jahr bei Meta, Amazon, Block sowie unter anderem Atlassian, da sich Unternehmen auf ihre KI-bezogenen Entwicklungen konzentrieren.

Laut Layoffs.fyi, einem unabhängigen Tracker für Entlassungen in der Tech-Branche, haben mehr als 70 Tech-Unternehmen in diesem Jahr bisher rund 40.480 Stellen gestrichen.

Michael Shepherd, ein leitender Manager bei Oracle, der von den Stellenkürzungen nicht betroffen war, schrieb auf LinkedIn, dass „Senior Engineers, Architekten, Operations-Leiter, Programmmanager und technische Spezialisten“ entlassen worden seien. „Die betroffenen Personen wurden nicht wegen etwas entlassen, das sie getan oder nicht getan haben“, fügte er hinzu, laut BBC.

Berichten zufolge könnte es innerhalb weniger Wochen zu einer weiteren Entlassungsrunde kommen. Kürzungen werden bereits in anderen Regionen, darunter Europa, erwartet.

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Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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