Sag es, stell es dir vor – und sieh zu, wie es Gestalt annimmt. Das ist die Idee hinter einem neuen System des MIT, das aus einfachen Worten reale, nutzbare Objekte macht.
Forschende des MIT haben ein KI-gestütztes robotisches Montagesystem entwickelt, mit dem Menschen physische Objekte allein durch eine Beschreibung in Alltagssprache entwerfen und bauen können. Statt komplexe computergestützte Konstruktionswerkzeuge (CAD) erlernen zu müssen, können Nutzer einfach beschreiben, was sie möchten – etwa eine Lampe oder ein Regal –, und das System erledigt den Rest.
Das Projekt kombiniert generative KI mit robotischer Montage, um den Entwurf zu beschleunigen und zugänglicher zu machen – insbesondere für Menschen ohne technische Ausbildung.
So funktioniert das System
Der Prozess beginnt mit einer Texteingabe oder einem gesprochenen Befehl wie „Bau mir einen Stuhl“. Anschließend erstellt ein Modell für generative KI eine digitale 3D-Version des Objekts. Ein zweites KI-Modell analysiert anschließend die Form und den Zweck des Objekts und entscheidet anhand der vorgesehenen Nutzung, wo jedes Bauteil platziert werden soll.
Das System verwendet zwei Arten vorgefertigter Teile: tragende Bauteile und Platten. Ein Vision-Language-Modell (VLM) analysiert die Geometrie des Objekts und bestimmt, wo Platten benötigt werden – etwa auf der Sitzfläche oder an der Rückenlehne eines Stuhls. Sobald der Entwurf fertiggestellt ist, setzt ein Robotersystem das Objekt automatisch zusammen.
„Früher oder später wollen wir in der Lage sein, mit einem Roboter und einem KI-System genauso zu kommunizieren und zu sprechen wie miteinander, um gemeinsam Dinge herzustellen. Unser System ist ein erster Schritt auf dem Weg zu dieser Zukunft“, sagte Alex Kyaw, der federführende Autor der Studie.
Der Mensch behält die Kontrolle
Anders als bei vollständig automatisierten Systemen bleiben die Nutzer während des gesamten Entwurfsprozesses eingebunden. Sie können Feedback geben und das Objekt während seiner Entstehung verfeinern, sodass die KI ihre persönlichen Vorlieben berücksichtigt.
„Der Entwurfsraum ist sehr groß, daher grenzen wir ihn mithilfe von Nutzerfeedback ein. Wir glauben, dass dies der beste Weg ist, weil Menschen unterschiedliche Vorlieben haben und es unmöglich wäre, ein idealisiertes Modell für alle zu erstellen“, sagte Kyaw.
Richa Gupta, Mitautorin der Studie, ergänzte: „Der Human-in-the-Loop-Prozess ermöglicht es den Nutzern, die von der KI generierten Entwürfe zu steuern und ein Gefühl der Mitverantwortung für das Endergebnis zu entwickeln.“
Während sich das aktuelle System auf einfache Objekte aus mehreren Teilen konzentriert, erklären die Forschenden, dass sich der Ansatz letztlich auch für komplexere Entwürfe nutzen ließe – darunter architektonische Elemente oder Komponenten für die Luft- und Raumfahrt. Langfristig könnte die Technologie Menschen ermöglichen, Möbel oder andere Gegenstände vor Ort herzustellen, statt sperrige Produkte aus Fabriken zu versenden.
„Wir hoffen, die Zugangshürden zu Entwurfswerkzeugen drastisch zu senken. Wir haben gezeigt, dass sich generative KI und Robotik nutzen lassen, um Ideen schnell, zugänglich und nachhaltig in physische Objekte zu verwandeln“, sagte Randall Davis, der Hauptautor der Studie.
Lesen Sie auch: Das MIT hat einen virtuellen Spielplatz entwickelt, auf dem Roboter lernen zu denken.

