Am vergangenen Donnerstag glaubten Reisende am Oakland/San Francisco Bay Airport vermutlich, einen Blick in die Zukunft zu erhaschen.
Bebop, ein 4 Fuß großer humanoider Roboter, wurde dabei gesichtet, wie er durch das Terminal streifte, für Selfies posierte und Passagiere unterhielt, bevor sein planmäßiger Abflug anstand. Der Roboter gehört Elite Event Robotics, einem in Dallas ansässigen Unternehmen, das diese Maschinen für hochkarätige Veranstaltungen vermietet. Bebops Betreuerin Eily Ben-Abraham hatte tatsächlich einen Sitzplatz zum vollen Preis für den Roboter im Southwest-Flug 1568 nach San Diego gekauft, um sicherzustellen, dass er sicher in der Kabine mitreisen konnte.
Während der Roboter am Gate ein Hit war, wurde die Sache komplizierter, sobald alle an Bord waren. Laut einem pensionierten Reporter der San Francisco Chronicle, der sich an Bord des Fluges befand, kam der Pilot schließlich über die Sprechanlage, um eine durch einen „ungewöhnlichen Passagier“ verursachte Verzögerung zu erklären.
Das Flugzeug stand fast eine Stunde auf dem Rollfeld, während die Flugbesatzung und das Bodenpersonal darüber diskutierten, wie sie mit dem 70 Pfund schweren Gast umgehen sollten. Bebop hatte zwar ein Ticket, doch die Richtlinien der Airline für „große Handgepäckstücke“ wurden zum Streitpunkt.
Richtlinien versus Programmierung
Das erste Problem war Bebops Sitzplatz.
Der humanoide Roboter saß zunächst am Gang, was bei übergroßen Gegenständen gegen die Sicherheitsvorschriften verstieß. Nachdem die Maschine auf einen Fensterplatz umgesetzt worden war, tauchte im Zusammenhang mit ihrer Stromquelle ein ernsteres Problem auf. Southwest Airlines bestätigte, dass die Energiezellen des Roboters nicht den strengen Sicherheitsstandards für Passagierkabinen entsprachen.
„Die Lithiumbatterie des Geräts überschritt die maximal zulässige Größe, daher wurde der Kunde gebeten, sie zu entfernen“, erklärte ein Sprecher von Southwest Airlines in einem Bericht von PEOPLE.
Da große Lithiumbatterien ein als thermisches Durchgehen bezeichnetes Brandrisiko darstellen können, beschlagnahmte die Airline Bebops Batterien, bevor der Flug fortgesetzt werden durfte. Dadurch war der Roboter während der gesamten Reise außer Betrieb und kam mehr als eine Stunde verspätet in San Diego an.
Die Zukunft des Reisens
Trotz der logistischen Kopfschmerzen schienen die Mitreisenden die Verzögerung gelassen hinzunehmen. Cathy Brown, eine Passagierin, die dem Roboter gegenübersaß, sagte der San Francisco Chronicle: „Wenn man heutzutage reist, muss man für jedes neue Abenteuer offen sein.“
Für Elite Event Robotics ist der Vorfall ein Zeichen der Zeit, da sich humanoide Technologie aus den Laboren in öffentliche Räume bewegt. „Unsere Roboter sind dafür konzipiert, bei Veranstaltungen fesselnde, unvergessliche Erlebnisse zu schaffen, und Momente wie dieser zeigen sowohl die Neuartigkeit der Technologie als auch die sich wandelnden logistischen Herausforderungen, die damit einhergehen, diese Erlebnisse landesweit anzubieten“, erklärte Eily Ben-Abraham gegenüber PEOPLE.
Bebops Flug wurde schließlich fortgesetzt, allerdings erst, nachdem seine Batterien entfernt worden waren. Das könnte die eigentliche Lehre aus dem Vorfall sein: Humanoide Roboter können ein Terminal begeistern, doch sobald sie in streng regulierte Bereiche wie Flugzeuge gelangen, weicht die Neuartigkeit Gewichtslimits, Sitzplatzregeln und Batteriesicherheit.
Wer genauer erfahren möchte, welche humanoiden Roboter tatsächlich führend sind – und warum Unternehmen wie Tesla, Unitree und Agility davonziehen – sollte sich unsere vollständige Rangliste ansehen.

