Samsung und SK Hynix investieren 590 Milliarden US-Dollar in Südkorea, um die Produktion von KI-Chips auszubauen

A hand wearing gloves holding a microchip.

Image: Vladdeep/Envato

Jun 30, 2026
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Die Nachfrage nach KI treibt Südkoreas bislang größten Ausbau der Halbleiterindustrie voran.

Samsung Electronics und SK Hynix wollen gemeinsam 911 Billionen Won (etwa 590 Milliarden US-Dollar) in den Ausbau der Halbleiterindustrie investieren, um Südkoreas Chipproduktion zu steigern und das industrielle Wachstum über den Großraum Seoul hinaus zu verteilen.

Die Investition, die am Montag als Teil der „Drei Megaprojekte für den großen Sprung nach vorn“ von Präsident Lee Jae Myung angekündigt wurde, wird den Bau neuer Fertigungsanlagen für Speicherchips finanzieren, fortschrittliche Anlagen für die Chipverpackung und langfristige Halbleiterforschung, berichtet die Financial Times.

Neue Chipzentren außerhalb Seouls

Im Rahmen des Plans werden Samsung und SK Hynix jeweils zwei neue Halbleiterfabriken in der südwestlichen Region Südkoreas errichten. Dort hofft die Regierung, einen zweiten bedeutenden Korridor für die Chipproduktion aufzubauen. Weitere 81 Billionen Won fließen in einen Cluster für fortschrittliche Chipverpackung in der Landesmitte.

Präsident Lee sagte, Südkorea stehe „an einem Wendepunkt für einen neuen großen Sprung nach vorn“, und fügte hinzu: „Wir müssen die im Bau befindlichen Zentren der Chipproduktion rasch fertigstellen und durch umfangreiche Investitionen im Südwesten überwältigende Fertigungskapazitäten sichern“, laut der Financial Times

Die Regierung wird außerdem in den kommenden 15 Jahren rund 30 Billionen Won investieren, um Speicher der nächsten Generation, KI-Serverchips, On-Device-KI-Prozessoren und Halbleiter für den Verteidigungsbereich zu entwickeln.

Warum der Ausbau wichtig ist

Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem KI weiterhin eine beispiellose Nachfrage nach Speicherchips antreibt, insbesondere nach High-Bandwidth Memory (HBM), einem zentralen Baustein für KI-Beschleuniger und Rechenzentren.

Samsung und SK Hynix kontrollieren zusammen rund 80 % des weltweiten HBM-Marktes und stehen damit im Zentrum des Wettlaufs um die KI-Infrastruktur. Große Technologieunternehmen geben massiv für KI-Rechenzentren aus, wodurch der Druck auf die Chiphersteller steigt, ihre Produktion auszubauen. 

Die südkoreanische Regierung sieht in dem Projekt außerdem eine Möglichkeit, die wirtschaftliche Abhängigkeit des Landes von der Region Seoul zu verringern, indem sie die groß angelegte Fertigung in weniger entwickelten Gebieten fördert.

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Herausforderungen bleiben

Die Investition unterstreicht zwar das Vertrauen in die langfristige Nachfrage nach KI, doch Analysten warnen, dass ein rascher Ausbau der Produktionskapazitäten Risiken birgt.

Jing Jie Yu, Analyst bei Morningstar, warnte, dass neue Fabriken letztlich ein Überangebot schaffen könnten, falls die KI-Ausgaben nach der Inbetriebnahme der neuen Anlagen zurückgehen. „Zunächst übersteigt die Nachfrage das Angebot, da es mindestens zwei bis drei Jahre dauert, bis neue Kapazitäten verfügbar sind. In den späteren Jahren führt dies jedoch häufig zu einem Überangebot, wenn die Spitzenkapazität hochgefahren wird, während die Nachfrage bereits nachlässt“, schrieb Yu in einer von der Financial Times zitierten Notiz.

Einige Branchenbeobachter stellten außerdem infrage, ob die Verlagerung der Produktion weiter weg vom etablierten Halbleiterökosystem Südkoreas nahe Seoul die Lieferketten verkomplizieren und die Anwerbung qualifizierter Arbeitskräfte erschweren könnte.

Anleger reagierten zurückhaltend auf die Ankündigung. Die Samsung-Aktien fielen am Montag um rund 4 bis 5 %, während auch SK Hynix angesichts eines breiteren Ausverkaufs bei Halbleiteraktien niedriger schloss, laut CNBC.

Ein riskantes Kräftemessen

Dies ist eine strategische Absicherung gegen den KI-Zyklus. Seoul gibt der nationalen Verteilung der Industrie Vorrang vor der unmittelbaren Effizienz der Unternehmen. Die Speicherbranche ist jedoch extrem zyklisch; aufgrund der Verzögerung von zwei bis drei Jahren bis zur Inbetriebnahme dieser Fabs setzen die Unternehmen im Grunde darauf, dass die Nachfrage der Hyperscaler bis in die zweite Hälfte der 2020er-Jahre anhält. 

Wenn die Investitionen in KI nachlassen, sobald diese gigantischen Anlagen ihre Spitzenproduktion erreichen, droht Südkorea ein Überangebot, das die Gewinne auslöschen könnte, mit denen dieser Ausbau finanziert wird.

Zudem ist SK Hynix derzeit zwar der führende HBM-Lieferant von Nvidia, doch Samsung investiert aggressiv, um den technologischen Rückstand aufzuholen. Dieser massive Ausbau zwingt beide Rivalen, nicht nur bei der Transistordichte zu konkurrieren, sondern auch bei Logistik, Infrastruktur und Fachkräften in Regionen, in denen sie über keine etablierten Ökosysteme verfügen.

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Da die US-Chiphersteller dazu drängen, auf amerikanischem Boden zu bauen und China seine eigenen Halbleiterambitionen aggressiv ausweitet, erhebt Südkorea Anspruch darauf, der unverzichtbare Lieferant von Speicherchips im KI-Zeitalter zu sein. 

Für Verbraucher könnte zusätzliche Kapazität letztlich die Chipflation, die die Gerätepreise in die Höhe treibt. Doch wenn die KI-Ausgaben nachlassen, bevor die Fabs in Betrieb gehen, könnte die Rechnung für diese Wette hoch ausfallen.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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