SK Hynix rückt Chunggu ins Zentrum von Südkoreas nächstem großen Ausbau der KI-Chipproduktion.
Der Speicherriese plant, 100 Billionen Won – umgerechnet rund 64 Mrd. US-Dollar – in neue Chipfabriken in der südkoreanischen Zentralregion zu investieren, darunter eine NAND-Flash-Fabrik, die bis 2029 fertiggestellt werden soll, sowie eine Fabrik für fortschrittliches Packaging, deren Fertigstellung für Ende 2027 vorgesehen ist.
Der Ausbau verschafft SK Hynix größere Kapazitäten bei Speicher- und Packaging-Technologien, die KI-Rechenzentren benötigen, und unterstützt zugleich Südkoreas umfassendere Bemühungen, Halbleiterinvestitionen über den Raum Seoul hinaus zu verteilen.
Der Plan zeigt außerdem, wie sich der KI-Boom von Cloud-Plattformen und GPU-Schlagzeilen auf Fabrikstandorte, regionale Entwicklungspläne und langfristige Wetten auf die Speicherversorgung ausweitet.
Chunggu rückt tiefer in Südkoreas Chipstrategie vor
Reuters berichtete , dass SK Hynix 80 Billionen Won – umgerechnet rund 51 Mrd. US-Dollar – für eine neue NAND-Speicherchipfabrik bis 2029 und weitere 20 Billionen Won – rund 13 Mrd. US-Dollar – für eine Fabrik für fortschrittliches Packaging bis Ende 2027 ausgeben will.
Bei einer Veranstaltung im Beisein des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung verwies SK-Hynix-CEO Kwak Noh-jung auf das knappe Angebot und die steigende Nachfrage. „Während die Nachfrage nach NAND gestiegen ist und voraussichtlich weiter wachsen wird, ist das NAND-Angebot begrenzt“, sagte er laut Reuters.
Der Bau der neuen NAND-Fabrik mit dem Namen M17 soll im kommenden Jahr beginnen. Die Projekte in Chunggu sind Teil eines umfassenderen Chipplans von SK Hynix und Samsung Electronics, mit dem Südkorea seine Produktionskapazität für Speicherchips innerhalb von fünf Jahren verdoppeln will.
Chunggu verleiht dem Plan eine regionalpolitische Dimension, da Südkorea den KI-Chip-Boom nutzen will, um das Wachstum der Fertigungsindustrie über den Großraum Seoul hinaus zu fördern. Die Stadt beherbergt bereits einen Teil der NAND-Aktivitäten von SK Hynix, und die neuen Fabriken könnten ihre Rolle auf der südkoreanischen Halbleiterlandkarte weiter stärken.
KI-Rechenzentren benötigen mehr als HBM
Speicher mit hoher Bandbreite steht bei KI-Hardware typischerweise im Mittelpunkt, weil Beschleuniger schnellen Arbeitsspeicher benötigen. SK Hynix hat von dieser Nachfrage profitiert, doch NAND bleibt ebenfalls wichtig, weil KI-Rechenzentren auch große Speichermengen benötigen.
The Next Web stellte fest , dass M17 die vierte NAND-Fabrik von SK Hynix sein wird und voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2029 die Produktion aufnehmen soll. NAND-Chips speichern Daten auch dann, wenn Geräte ausgeschaltet sind, und sind daher zentral für Solid-State-Laufwerke in Rechenzentren, PCs und Unternehmenssystemen.
Die Packaging-Fabrik verleiht dem Ausbau eine zusätzliche Leistungs- und Effizienzdimension. Tech in Asia erklärte , dass sich die Anlage auf fortschrittliches Packaging konzentrieren wird, bei dem Chips zu einer Einheit mit hoher Dichte kombiniert werden, um Leistung und Energieverbrauch zu verbessern.
Die beiden Fabriken adressieren unterschiedliche Teile desselben Problems.
KI-Systeme benötigen schnelleren Speicher, größere Speicherkapazitäten und effizientere Möglichkeiten, Chips in dicht bestückten Servern miteinander zu verbinden. Packaging kann die Leistung, den Energieverbrauch und die Geschwindigkeit beeinflussen, mit der Chiphersteller Systeme für Hyperscaler-Kunden liefern können.
Der Ausbau im Wert von 64 Mrd. US-Dollar birgt weiterhin Risiken
Die Reaktion des Marktes zeigte, dass Anleger weiterhin schwierige Fragen zum KI-Zyklus stellen.
Reuters berichtete, dass die Aktien von SK Hynix 15 % niedriger schlossen, während die Samsung-Aktien um 9 % fielen. Ein breiter Ausverkauf bei Chipwerten weckte die Sorge, dass die Ausgaben für KI-Rechenzentren die Nachfrage letztlich übersteigen könnten.
SK Hynix warnte außerdem in einer Mitteilung, dass sich langfristige Investitionspläne abhängig von der globalen Chipnachfrage, den Ausgaben der Kunden und Problemen auf den Baustellen ändern könnten.
Die Wette besteht darin, dass Chipfabriken Jahre für den Bau benötigen, während sich die KI-Nachfrage deutlich schneller verändern kann.
Wenn Hyperscaler weiter massiv investieren, könnte SK Hynix mit größerem Einfluss bei NAND und fortschrittlichem Packaging in das nächste Jahrzehnt starten. Kühlt die KI-Investitionstätigkeit ab, könnten dieselben Fabriken zu einer kostspieligen Erinnerung daran werden, dass sich Speichermärkte weiterhin zyklisch entwickeln.
Südkoreas Chipstrategie wird klarer: Die heutige KI-Nachfrage soll in Fertigungskapazitäten, regionale Investitionen und Einfluss auf die Lieferkette umgewandelt werden. Die Herausforderung für SK Hynix besteht darin, sicherzustellen, dass die neuen Kapazitäten in Chunggu verfügbar sind, solange die Kunden sie noch benötigen.
Erfahren Sie mehr darüber, wie Samsung und SK Hynix die südkoreanische KI-Chipproduktion ausbauen – mit einer geplanten Investition von 590 Mrd. US-Dollar.

