In einer hübschen, zahlenlastigen Pointe ist dies ein Fall von 11 trifft auf 11.
ElevenLabs hat in einer Series-D-Finanzierungsrunde 500 Millionen US-Dollar aufgenommen. Damit wird das KI-Audiounternehmen mit 11 Milliarden US-Dollar bewertet – eine der bislang größten privaten Finanzierungen im Bereich der generativen KI.
Die Finanzierungsrunde, angeführt von Sequoia Capital, lässt die Unternehmensbewertung im Vergleich zum Vorjahr auf mehr als das Dreifache steigen und erhöht die Gesamtfinanzierung seit der Gründung im Jahr 2022 auf 781 Millionen US-Dollar. Die Kapitalaufnahme erfolgt, während ElevenLabs eine beschleunigte Akzeptanz im Unternehmensbereich meldet und sich im Zentrum eines umfassenderen Wandels hin zu sprachzentrierter und dialogorientierter Datenverarbeitung positioniert.
Mati Staniszewski, Co-Founder von ElevenLabs, sagte: „Diese Finanzierung hilft uns, über Sprache allein hinauszugehen und die Art und Weise, wie wir insgesamt mit Technologie interagieren, zu verändern. Wir wollen unser Creative-Angebot ausbauen und Kreativen helfen, unser erstklassiges Audio mit Video und Agents zu kombinieren – und Unternehmen ermöglichen, Agents zu entwickeln, die sprechen, tippen und handeln können.“
Dynamik und Akzeptanz
Die Finanzierung folgt auf einen starken Jahresabschluss 2025 für ElevenLabs, das das Jahr mit einem jährlich wiederkehrenden Umsatz von mehr als 330 Millionen US-Dollar beendete. Das Wachstum wurde vor allem von Unternehmenskunden vorangetrieben, die Sprach- und dialogorientierte KI für umfangreiche, geschäftskritische Anwendungsfälle einsetzen.
Unternehmen und Institutionen wie Deutsche Telekom, Square, die ukrainische Regierung und Revolut nutzen die Technologie von ElevenLabs für Kundensupport, dialogorientierten Handel, die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern, interne Schulungen und den Vertrieb von eingehenden Leads.
Plattformstrategie
ElevenLabs wurde 2022 gegründet und erlangte zunächst Aufmerksamkeit durch die Entwicklung menschenähnlicher Text-to-Speech-Modelle. Seitdem hat das Unternehmen seine Ambitionen weit über die Sprachsynthese hinaus erweitert. Seine Forschungsaktivitäten umfassen inzwischen Speech-to-Text, Soundeffekte, Synchronisation, Musik und dialogorientierte KI – integriert in plattformen für den Unternehmenseinsatz.
Das Produktportfolio des Unternehmens basiert auf drei Kernangeboten. ElevenAgents ist die Unternehmensplattform für die Bereitstellung von Sprach- und Chat-Agents in großem Maßstab, mit Funktionen für Zuverlässigkeit, Tests, Monitoring und Integrationen. ElevenCreative richtet sich an Kreative und globale Marken und ermöglicht ihnen, Audioinhalte in mehr als siebzig Sprachen zu erstellen, zu bearbeiten und zu lokalisieren. ElevenAPI bietet Entwicklern latenzarme Sprachinfrastruktur in Produktionsqualität und versorgt Anwendungen von Unternehmen wie Meta, Epic Games, Salesforce, MasterClass und Harvey, die zusammen mehr als eine Milliarde Nutzer erreichen.
Zusammen spiegeln diese Plattformen die Strategie von ElevenLabs wider, grundlegende KI-Modelle mit Infrastruktur, Orchestrierung und Werkzeugen zu verbinden, um Audio und Dialog in realen Umgebungen mit hohen Risiken nutzbar zu machen.
Dialogorientierte KI
Gemeinsam mit der Finanzierungsankündigung stellte ElevenLabs eine Aktualisierung seiner Sprach-Agents vor. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass das Update dank neuer Verbesserungen beim Sprecherwechsel und des Conversational-Modells Eleven v3 schnellere Antwortzeiten und eine ausdrucksstärkere Kommunikation ermöglicht. Diese Verbesserungen sollen Interaktionen natürlicher und flüssiger wirken lassen und eine der zentralen Herausforderungen der dialogorientierten KI angehen: den Rhythmus und die Nuancen menschlicher Dialoge aufrechtzuerhalten.
Das Unternehmen will den Schwerpunkt verstärkt auf ElevenAgents legen und die Plattform als zentrale Lösung für Customer Experience, Vertrieb und Marketing sowie interne Arbeitsabläufe positionieren. Dieser Fokus spiegelt einen breiteren Branchentrend hin zu KI-Agents wider, die nicht nur dialogorientiert antworten, sondern auch Aktionen über verschiedene Systeme und Prozesse hinweg ausführen können.
Vertrauen der Investoren
Andrew Reed, Partner bei Sequoia Capital, wird dem Vorstand von ElevenLabs beitreten. Andreessen Horowitz vervierfachte sein Investment, während ICONIQ seines verdreifachte – beide beteiligten sich auf Super-Pro-rata-Basis.
Die neuen Investoren Lightspeed Venture Partners, Evantic Capital und BOND beteiligten sich an der Runde, während die bestehenden Geldgeber BroadLight, NFDG, Valor Capital, AMP Coalition und Smash Capital ihre Unterstützung fortsetzten.
Expansion und die Zukunft der Interaktion
ElevenLabs will das neue Kapital für den Ausbau von Forschung und Produktentwicklung sowie für die weitere Expansion einsetzen. Das Unternehmen baut lokal verankerte Go-to-Market-Teams in Städten wie London, New York, San Francisco, Warschau, Dublin, Tokio, Seoul, Singapur, Bengaluru, Sydney, São Paulo, Berlin, Paris und Mexiko-Stadt auf.
Auf einer übergeordneten Ebene spiegelt das Wachstum des Unternehmens einen Wandel in der Art und Weise wider, wie Menschen mit Maschinen interagieren. Seit Jahrzehnten passen sich Menschen an Technologie über Schaltflächen, Formulare und Menüs an. ElevenLabs glaubt, dass die nächste Phase der Datenverarbeitung dieses Verhältnis umkehren wird: Technologie passt sich über Sprache und Dialog an die natürliche menschliche Kommunikation an. Sollte sich diese Vision bewahrheiten, könnte Sprach- und dialogorientierte KI nicht nur eine weitere Schnittstelle, sondern die Standardmethode werden, mit der Menschen mit digitalen Systemen interagieren.
Im vergangenen Monat schlossen sich Liza Minnelli und Art Garfunkel einer wachsenden Gruppe von Künstlern an, die mithilfe der KI-Technologie von ElevenLabs.

