Autobahnen sind der Ort, an dem die meisten Menschen die Grenzen von Geschwindigkeit, Geduld und Vertrauen in andere Fahrer austesten. Waymos Fahrzeuge mischen jetzt mit.
Das Unternehmen gab am Mittwoch bekannt, dass Fahrgäste in San Francisco, Los Angeles und Phoenix nun einsteigen und die Autos die Hochgeschwindigkeitsstrecken übernehmen lassen können. Die Erweiterung ermöglicht es ausgewählten Fahrgästen, autonome Fahrten zu unternehmen, die Autobahnen nutzen, wenn diese Route „deutlich schneller“ ist.
Jahrelang blieben Waymos selbstfahrende Autos größtenteils auf Stadtstraßen. Nun wagen sie sich auf Autobahnen und bewältigen Einfädelvorgänge, Ausfahrten und Spurwechsel bei hoher Geschwindigkeit ohne menschlichen Fahrer. Dieser Schritt sorgt für ein schnelleres und flexibleres Erlebnis für Nutzer, die zwischen Städten oder zu wichtigen Zielen unterwegs sind wie Flughäfen.
„Wir bieten immer mehr Fahrgästen aus der Öffentlichkeit Zugang zu Autobahnen und werden den Dienst im Laufe der Zeit weiteren Menschen anbieten, unter anderem indem wir die Autobahnfähigkeiten auf Austin, Atlanta und darüber hinaus ausweiten“, erklärte Waymo in seinem offiziellen Blog.
Die Aktualisierung erweitert die Abdeckung des Unternehmens in der Bay Area von San Francisco bis nach San Jose und umfasst einen Bordsteinservice am internationalen Flughafen Mineta San Jose – die zweite Flughafenanbindung nach Phoenix Sky Harbor.
Waymo-Co-CEO Dmitri Dolgov bezeichnete den Meilenstein als „außergewöhnliche Ingenieursleistung“ und merkte an, dass Autobahnfahren „sehr leicht zu erlernen, aber sehr schwer zu meistern ist, wenn wir von vollständiger Autonomie ohne menschlichen Fahrer als Rückfallebene und in großem Maßstab sprechen“.
Sicherheit, Sensoren und Geschwindigkeit
Der Dienst ist zwar neu für die Öffentlichkeit, doch die Technologie basiert auf mehr als einem Jahrzehnt an Tests. Waymo hat durch Tests mit Mitarbeitern und Gästen in seinen aktiven Märkten „Millionen auf Autobahnen zurückgelegte Meilen“ gesammelt.
Die Tests umfassen nicht nur öffentliche Straßen, sondern auch abgesperrte Teststrecken und umfangreiche Simulationen, um die Fahrzeuge auf seltene Ereignisse mit hohem Risiko vorzubereiten, etwa komplexe Einfädelvorgänge, Motorräder, die sich zwischen Fahrspuren hindurchschlängeln, und Ausfälle von Fahrzeugen bei hoher Geschwindigkeit.
Die Robotaxis sind grundsätzlich darauf ausgelegt, bis zur ausgeschilderten Höchstgeschwindigkeit zu fahren, die häufig bei 65 mph liegt. Ein Sprecher bestätigte jedoch, dass die Fahrzeuge „unter außergewöhnlichen Umständen aus Sicherheitsgründen manchmal einige Meilen pro Stunde über dem Limit fahren können“, berichtete CNBC.
Die Einführung erforderte eine enge Abstimmung mit der California Highway Patrol und dem Arizona Department of Public Safety sowie die Installation neuer Ladeinfrastruktur für die Elektroflotte.
Musks langjährige Kritik an der Sensorstrategie
Waymos selbstfahrendes System der fünften Generation kombiniert Lidar, Radar und 29 Kameras – eine Kombination, die Tesla-CEO Elon Musk einst kritisierte und als „Sensorkonflikt“ bezeichnete. Er behauptete, die Sensoren des Systems würden „das Risiko erhöhen statt verringern“ – daher könnten „Waymos nicht auf Autobahnen fahren“.
Nach der Ankündigung des Autobahndienstes antwortete Musk dem Chefwissenschaftler von Google, Jeff Dean, auf X lediglich mit „Glückwunsch“.
Mit diesem Meilenstein ist Waymo das erste Unternehmen in den USA, das der Öffentlichkeit vollständig fahrerlose Autobahnfahrten anbietet, und lässt Konkurrenten wie Tesla, Cruise und Zoox hinter sich.
T eslas „Robotaxi“-Dienst setzt weiterhin menschliche Fahrer ein, und Cruise bleibt nach jüngsten Sicherheitsproblemen am Boden. Damit ist Waymo der klare Spitzenreiter in einem Rennen, bei dem es ebenso sehr um Vertrauen und Regulierung wie um Technologie geht.
Waymo plant, den Autobahndienst in naher Zukunft auf Austin, Atlanta und weitere US-Städte auszuweiten, und bereitet zugleich den Start seines ersten internationalen Robotaxi-Betriebs in London bis 2026 vor.
Waymos Ausbau des Autobahndienstes in den USA spiegelt den internationalen Vorstoß des Unternehmens wider – mit einem Pilotprojekt in London für 2026 wird dargelegt, wie das Unternehmen und die britischen Regulierungsbehörden vollständig fahrerlose Fahrten in einer der komplexesten Städte der Welt testen werden.

