Waymo gibt bei seinen fahrerlosen Ambitionen ordentlich Gas … und bleibt dabei längst nicht nur im Silicon Valley.
Die selbstfahrende Autosparte von Alphabet erweitert ihre Robotaxi-Flotte auf Detroit, San Diego und Las Vegas und entwickelt damit eines der fortschrittlichsten Programme für autonomes Fahren weltweit weiter. In allen drei Städten sollen schon bald Kartierung und Tests beginnen. Öffentliche Fahrten folgen nach Sicherheitsprüfungen und der behördlichen Genehmigung.
Ein symbolischer Halt in Detroit
Detroit – die Geburtsstätte der amerikanischen Autoindustrie – ist für Waymo ein symbolischer Erfolg. Das Unternehmen verfügt bereits über einen Entwicklungsstandort im Großraum der Stadt und testet seit Jahren in den eisigen Wintern Michigans.
In Waymos Blog, betonte das Unternehmen seine lokalen Verbindungen und erklärte, es sei „stolz auf unsere Wurzeln in Metro Detroit, unter anderem in Novi, wo wir seit vielen Jahren ein Entwicklungsteam haben“. Auch die Wintertauglichkeit gehört zur Argumentation: Waymo wies darauf hin, dass das Unternehmen auf Michigans Upper Peninsula getestet habe und sich darauf freue, dass sein Waymo Driver der 6. Generation in diesem Winter wieder durch Schnee navigiert.
In der südkalifornischen Küstenstadt soll der Dienst laut Waymo im kommenden Jahr starten; die Vorbereitungen laufen bereits. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Rettungskräften und lokalen Behörden.
„Indem wir innovative und vielversprechende Technologien wie Waymos Dienst für autonome Fahrzeuge willkommen heißen, prüfen wir, wie wir den Verkehr für alle in unserer Gemeinschaft zugänglicher, nachhaltiger und besser vernetzt gestalten können“, sagte San Diegos Bürgermeister Todd Gloria in Waymos Ankündigung.
Waymo kehrt in Las Vegas auf vertrautes Terrain zurück. Das Unternehmen erklärte, es habe jahrelang in der Stadt getestet, und plant, seinen fahrerlosen Dienst offiziell zu starten – und zwar im kommenden Sommer. Die Erweiterung wird den berühmten Las Vegas Strip umfassen; später soll der Dienst auch auf den Flughafen ausgeweitet werden.
Nevada, laut Waymo der „sechstgefährlichste Bundesstaat zum Autofahren“, verzeichnet in Las Vegas fast die Hälfte aller Kollisionen des Bundesstaats. Waymo erklärte, seine Fahrzeuge seien „fünfmal sicherer als menschliche Fahrer“, – eine Aussage, von der sich das Unternehmen erhofft, dass sie die Straßen vor Ort für Bewohner und Touristen sicherer machen wird.
Aufbau eines landesweiten Netzwerks autonomer Fahrzeuge
Waymos System nutzt Fahrzeuge wie den Jaguar I-Pace und den Zeekr RT, die mit einem Software-Stack für autonomes Fahren, Lidar, Radar und Kameras ausgestattet sind. Das Unternehmen verfolgt eine schrittweise Einführung: Kartierung mit menschlichen Fahrern, fahrerlose Tests und anschließend ein begrenzter Zugang, bevor der vollständige öffentliche Betrieb startet.
Waymo ist inzwischen unter anderem in Phoenix, Los Angeles, der Bay Area, Austin und Atlanta aktiv; eine Expansion nach London ist geplant, ebenso nach Washington, DC, Miami und in weitere Städte.
Obwohl der Wettbewerb im Bereich des autonomen Fahrens zunimmt. Zoox und testen ihre Dienste andernorts, argumentiert Waymo, dass seine Technologie führend sei und schnell skaliere.
Da Robotaxis zunehmend zum alltäglichen Anblick werden, ziehen sie auch die Aufmerksamkeit von Sicherheitsbehörden stärker auf sich. Die National Highway Traffic Safety Administration hat nach einem Vorfall, bei dem eines der Fahrzeuge einen haltenden Schulbus vorschriftswidrig überholte, eine Untersuchung gegen Waymo eingeleitet. Das zeigt: Je weiter sich diese Technologie verbreitet, desto größer wird auch die damit einhergehende Kontrolle.
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