Der Robotaxi-Anbieter Waymo gibt an, 2025 14 Millionen Fahrten absolviert zu haben – mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr.
Damit liegt die Google-Tochter weit vor konkurrierenden Diensten und verzeichnete in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich etwa 269.000 Fahrten pro Woche. Das Unternehmen erwartet, sein Ziel von insgesamt 20 Millionen Fahrten bis zum Jahresende zu übertreffen.
In den vergangenen drei Monaten haben sich die Ankündigungen neuer Starts beschleunigt. Das spiegelt das wachsende Vertrauen von Waymo und der Muttergesellschaft Google in den Reifegrad der Technologie für autonomes Fahren wider. Der Dienst wurde über Partnerschaften mit Uber in Atlanta und Austin eingeführt und plant, im kommenden Jahr auf 20 weitere Städte auszuweiten, darunter seine ersten internationalen Starts in London und Tokyo.
In einem Schreiben des Investors Tiger Global hieß es, Waymo habe kürzlich mehr als 450.000 Fahrten pro Woche verzeichnet. Bei diesem Tempo würde das Unternehmen im kommenden Jahr rund 24 Millionen Fahrten erreichen, wobei die Expansion darauf hindeutet, dass die Zahl deutlich höher ausfallen könnte.
Waymo hat keine Finanzdaten veröffentlicht. Bei einem durchschnittlichen Fahrpreis von 20 US-Dollar hätte das Unternehmen 2024 jedoch ungefähr 280 Millionen US-Dollar erwirtschaftet, wobei der Dienst angesichts des Umfangs der Ausgaben für Forschung und Entwicklung mit ziemlicher Sicherheit Verluste macht.
„Mit dem Waymo Driver am Steuer konnten unsere Fahrgäste mehr als 3,8 Millionen Stunden in ihrem eigenen geschützten Raum verbringen, um Arbeit nachzuholen, ein Gespräch ohne Angst vor Bewertung zu führen oder einfach zu entspannen“, sagte das Waymo-Team in einer Pressemitteilung. „Die Fahrgäste halfen dabei, mehr als 18 Millionen Kilogramm CO2-Emissionen zu vermeiden. Und wir haben diese Meilensteine erreicht und gleichzeitig unser Sicherheitsversprechen eingelöst – mit einer mehr als zehnfachen Verringerung von Unfällen mit schweren oder noch schlimmeren Verletzungsfolgen im Vergleich zu menschlichen Fahrern.“
Waymos rasante Expansion
Waymo startet nicht nur in 20 weiteren Städten, sondern ermöglicht seinen Fahrzeugen auch den Betrieb in größeren Stadtgebieten. Das Unternehmen plant, seine Fahrzeuge auf den Freeways einsetzen zu können – zunächst in San Francisco und Los Angeles, bevor diese Funktion auf das gesamte Netzwerk ausgeweitet wird. Dadurch dürfte die Zahl der Nutzer steigen, die mit den Fahrzeugen unterwegs sind.
Obwohl Waymo Partnerschaften mit Uber und Lyft eingegangen ist, um die Einführung zu beschleunigen, scheint das Unternehmen ab 2026 in den meisten Städten mehr Kontrolle über das Fahrdienst-Erlebnis übernehmen zu wollen. Damit würde es zu einem ernsthaften Konkurrenten für traditionelle Plattformen, sofern die Akzeptanz der Entwicklung in Kalifornien entspricht.
Die aktuelle Strategie des Unternehmens konzentriert sich eindeutig auf Robotaxis und nicht darauf, seine Technologie an Autohersteller zu lizenzieren oder Fahrzeuge an Verbraucher zu verkaufen. Tesla-CEO Elon Musk hat eine ähnliche Ausrichtung signalisiert und plant, eine Million Robotaxis einzusetzen. Tesla bietet für seine Fahrzeuge allerdings bereits eine eingeschränkte Funktion für autonomes Fahren als Upgrade an. Auch Autohersteller in China verkaufen solche Upgrades für autonomes Fahren. Kunden dürften daher künftig mehrere Möglichkeiten haben, auf autonomes Fahren zuzugreifen.
Der Vorsprung wächst
In einem Bereich, in dem mehr als 40 Unternehmen straßentaugliche autonome Fahrzeuge testen, ist nichts sicher. Doch Waymo hat sich mit seiner Expansion über mehrere Bundesstaaten einen deutlichen Vorsprung verschafft. Nationale Behörden in mehreren Ländern, darunter den Vereinigten Staaten, prüfen inzwischen formelle Tests und Regulierungen – eine Entwicklung, die teilweise durch Waymos Fortschritte vorangetrieben wird.
Da sich Konkurrenten wie Cruise, Argo AI und Uber in den vergangenen drei Jahren aus dem Bereich zurückgezogen haben, entsteht der Eindruck, dass der Vorsprung wächst. Elon Musk würde argumentieren, dass Tesla mit Waymos Fähigkeiten gleichzieht oder sie sogar übertrifft. Der Umfang des laufenden Dienstes und die Zahl der absolvierten Fahrten erzählen jedoch eine andere Geschichte.
Ähnlich wie bei der KI könnte nun ein Wettlauf mehrerer Konkurrenten einsetzen, die ihre eigenen Angebote für autonomes Fahren zu den Kunden bringen wollen. Das zu Amazon gehörende Unternehmen Zoox kündigte vor einigen Wochen an, Fahrten in San Francisco anbieten zu wollen. Auch chinesische Anbieter wie WeRide, Apollo Go und Pony.ai haben ihre Aktivitäten außerhalb Chinas ausgeweitet und sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und der Schweiz gestartet.
Lesen Sie die Berichterstattung von eWeek über Waymos Sicherheitsbilanz und darüber, was die neuesten Unfalldaten für die Zukunft autonomer Fahrten bedeuten.

