YouTube fährt mit dem Vorschlaghammer auf den minderwertigen KI-Müll los, der deinen Feed verstopft.
In seinem jährlichen Ausblicksschreiben skizzierte YouTube-CEO Neal Mohan ein Jahr voller großer Vorhaben, darunter KI-Tools und ein Vorgehen gegen das, was das Internet „KI-Schund“ getauft hat. Dies geschieht, nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hatte, dass im vergangenen Dezember täglich mehr als eine Million Kanäle seine KI-Erstellungstools genutzt haben.
Die Ironie des Kriegs gegen den „Schund“ besteht darin, dass YouTube Creatorn tatsächlich mehr KI-Tools statt weniger an die Hand gibt. Noch in diesem Jahr sollen Creator Shorts mit ihrem eigenen, KI-generierten Abbild erstellen können. Die Plattform testet außerdem Möglichkeiten, mit denen Nutzer allein mithilfe von Texteingaben Spiele und Musik entwickeln können.
Doch er räumt ein, dass die Technologie ernsthafte Probleme mit sich bringt. „Es wird immer schwieriger zu erkennen, was echt und was KI-generiert ist“, schrieb Mohan im offiziellen Unternehmensschreiben. „Das ist besonders bei Deepfakes kritisch.“
Der Plan, dies anzugehen, ist zweiteilig. Erstens: YouTube wird weiterhin KI-Tools für Creator entwickeln. Zweitens verspricht das Unternehmen, härter gegen den Schund vorzugehen.
„Um die Verbreitung minderwertiger KI-Inhalte einzudämmen, bauen wir aktiv auf unseren etablierten Systemen auf, die sich bei der Bekämpfung von Spam und Clickbait als sehr erfolgreich erwiesen haben“, schrieb Mohan.
Creator als neues Hollywood
Abseits der KI entwirft Mohan eine Vision von YouTube, in der Creator die entscheidenden Machtfaktoren sind. Seiner Argumentation zufolge sind sie weit über einfache nutzergenerierte Inhalte hinausgewachsen.
„YouTuber kaufen in Hollywood und darüber hinaus Studiogelände in der Größe von Filmstudios, um neue Formate zu entwickeln und aufwendig produzierte, unverzichtbare TV-Sendungen zu schaffen“, schrieb er. „Die Ära, in der diese Inhalte einfach als ‚UGC‘ abgetan wurden, ist längst vorbei.“
Als Beispiel für neue, hochproduzierte Formate, die auf der Plattform entstanden sind, verweist er auf die bevorstehende Serie Outside Tonight des Creators Julian Shapiro-Barnum.
„Wenn Creator die Schlüssel zu ihrer eigenen Produktion und Distribution in der Hand halten, ist nur ihre Vorstellungskraft die Grenze“, sagte Mohan.
Neue Regeln fürs Wohnzimmer und für Kinder
Abseits der KI nimmt die Plattform das Familienfernsehen ins Visier. YouTube TV soll anpassbare „Multiview“-Funktionen und mehr als 10 spezielle Pakete für Sport und Nachrichten auf den Markt bringen.
Für Eltern, die sich Sorgen machen, dass ihre Kinder in einem Shorts-Kaninchenbau verschwinden, kommt außerdem eine branchenweit neuartige Funktion: Eltern sollen bald einen Timer für Shorts einstellen können – bei Bedarf sogar auf null.
Mohan hob außerdem die enorme finanzielle Größenordnung der Plattform hervor und merkte an, dass YouTube in den vergangenen vier Jahren mehr als 100 Milliarden US-Dollar an seine Creator und Partner ausgezahlt hat.
Trotz der mit KI einhergehenden Risiken stellte Mohan YouTubes Strategie als langfristige Investition in Menschen und nicht nur in Technologie dar.
„Letztlich konzentrieren wir uns darauf sicherzustellen, dass KI den Menschen dient, die YouTube großartig machen: den Creatorn, Künstlern, Partnern und Milliarden von Zuschauern“, schrieb er.
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