YouTube hat bestätigt, dass das Unternehmen KI einsetzt, um einige Videos zu verbessern, ohne die Creator zu benachrichtigen, die sie hochgeladen haben. Das Unternehmen hat sich weder dazu verpflichtet, diese Praxis einzustellen, noch den Nutzern eine Wahlmöglichkeit zu geben.
Das Eingeständnis folgt auf Vorwürfe, die erstmals im Juni 2025 aufkamen, als YouTube-Creator begannen, von unerklärlichen Veränderungen an ihren Videos zu berichten.
Wie setzt YouTube KI zur Verbesserung von Videos ein?
Rene Ritchie, Creator Liaison bei YouTube, erläuterte in einem aktuellen X-Post, wie die Plattform KI einsetzt:
„Wir führen ein Experiment mit ausgewählten YouTube Shorts durch, bei dem herkömmliche Technologie des maschinellen Lernens verwendet wird, um Videos während der Verarbeitung zu entzerren, Rauschen zu reduzieren und die Klarheit zu verbessern (ähnlich wie bei modernen Smartphones, wenn man ein Video aufnimmt). YouTube arbeitet ständig daran, die bestmögliche Videoqualität und Nutzererfahrung zu bieten, und wird das Feedback von Creatorn und Zuschauern weiterhin berücksichtigen, während wir diese Funktionen weiterentwickeln und verbessern.“
Für viele geht Ritchies Vergleich mit Smartphone-KI nicht ganz auf. Wenn ein Creator beim Aufnehmen eines Videos die integrierten KI-Funktionen seines Geräts nutzen möchte, ist das seine Entscheidung. Die Creator können derzeit jedoch nicht mitbestimmen, wann oder ob YouTube eigene KI-Verbesserungen hinzufügt.
Welche Videos sind betroffen?
Nach den bisher bestätigten Berichten und Ritchies Post scheint es, als zielten YouTubes KI-Verbesserungen ausschließlich auf YouTube Shorts ab – kurze Videos mit einer maximalen Länge von 180 Sekunden. Abgesehen davon ist unklar, ob YouTube überhaupt bestimmte Kriterien verwendet, um zu entscheiden, welche Videos einer KI-Bearbeitung unterzogen werden.
Zwei Musiker, Rick Beato und Rhett Shull, haben in ihren eigenen Kanälen von Problemen berichtet. Auch andere Content-Creator haben subtile KI-Verbesserungen an einigen ihrer jüngsten Videos bemerkt.
Möglicherweise werden einige Videos so subtil verbessert, dass die ursprünglichen Creator oder ihre Zuschauer es einfach noch nicht bemerkt haben. Sollte das der Fall sein, könnten in den kommenden Wochen noch viele weitere KI-optimierte Videos ans Licht kommen.
Was steht für Content-Creator auf dem Spiel?
Viele Creator betrachten ihre Videos als mehr als bloße Unterhaltung. Je nach Kanal können sie lehrreich, journalistisch oder künstlerisch sein. Diese Videos ohne die Zustimmung ihrer Urheber zu verändern, gefährdet nicht nur das Vertrauen zwischen Creatorn und der Plattform, sondern könnte auch ethische oder rechtliche Fragen hinsichtlich Eigentum, Authentizität und Rechten an ihrer kreativen Arbeit.
Lesen Sie unsere Berichterstattung über YouTubes jüngste Nachricht an Creator, dass KI-generierte Inhalte in Ordnung sind, solange sie „authentisch“ sind.

