Zwei Microsoft-Mitarbeiter wurden am Montag, dem 7. April, nach öffentlichkeitswirksamen Protesten gegen den Einsatz von Microsoft-KI-Produkten durch das israelische Militär entlassen.
Ibtihal Aboussad, eine ehemalige KI-Softwareentwicklerin bei Microsoft, wurde laut Angaben des Unternehmens wegen Ungehorsams, vorsätzlichen Fehlverhaltens, vorsätzlicher Pflichtvernachlässigung und aus berechtigtem Grund entlassen. Sie unterbrach am Freitag, dem 4. April, auf der Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des Unternehmens eine Grundsatzrede des Microsoft-KI-Chefs Mustafa Suleyman.
„Mustafa, schämen Sie sich. Sie behaupten, dass Ihnen der Einsatz von KI zum Wohle der Menschheit am Herzen liegt, aber Microsoft verkauft KI-Waffen an das israelische Militär. 50.000 Menschen sind gestorben, und Microsoft ermöglicht diesen Völkermord in unserer Region. Sie haben Blut an Ihren Händen“, sagte Aboussad, als sie versuchte, die Bühne zu erreichen.
Vaniya Agrawal, ebenfalls eine ehemalige Softwareentwicklerin bei Microsoft, protestierte später an diesem Tag bei einer separaten Veranstaltung. Sie unterbrach eine Rede des Microsoft-Chefs Satya Nadella. Obwohl Agrawal zuvor ihren Rücktritt eingereicht hatte, schickte ihr der Technologiekonzern am 7. April eine interne Nachricht, in der ihr Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung beendet wurde.
No Azure for Apartheid
Dies ist nicht das erste Mal, dass Microsoft wegen seiner Geschäftstätigkeit mit internem Gegenwind konfrontiert ist. Am 24. Oktober 2024 wurden zwei weitere Mitarbeiter, Abdo Mohamed und Hossam Nasr, entlassen, nachdem sie an einer Mahnwache und einer Spendenaktion für eine Kampagne namens No Azure for Apartheid beteiligt gewesen waren.
Als Teil des größeren Netzwerks No Tech for Apartheid hat No Azure for Apartheid vier zentrale Forderungen formuliert:
- Die Azure-Verträge von Microsoft mit dem israelischen Militär beenden.
- Transparenz über alle Verbindungen und Beziehungen zwischen Microsoft und dem israelischen Staat schaffen.
- Microsoft dazu auffordern, eine sofortige Waffenruhe zu unterstützen.
- Mitarbeiter, die ihre Bedenken öffentlich äußern, besser schützen.
Microsoft ist auf diese Forderungen bislang nicht eingegangen, betont jedoch weiterhin sein Engagement für ethische Geschäftspraktiken.
Lesen Sie den Leitfaden von eWeek zum Umgang mit ethischen Herausforderungen der KI.

