Da sich künstliche Intelligenz auf immer mehr Branchen ausdehnt, stellen viele Jobsuchende fest, dass es zunehmend notwendig ist, KI-Kenntnisse in ihren Lebensläufen anzugeben. KI-Kompetenz bringt häufig einen zusätzlichen Vorteil: ein höheres Gehalt.
Ein neuer Bericht des Arbeitsmarkt-Intelligence-Unternehmens Lightcast zeigt, dass Stellenausschreibungen, in denen KI-Kenntnisse vorausgesetzt werden, 28 % höhere Gehälter bieten – also fast 18.000 US-Dollar mehr pro Jahr. Mehr als die Hälfte dieser Stellenausschreibungen betrifft jedoch Positionen außerhalb der Technologiebranche.
KI breitet sich rasant aus – und wird gut bezahlt
Lightcasts „Beyond the Buzz“-Bericht untersuchte mehr als 1,3 Milliarden Stellenausschreibungen, um den sich wandelnden Wert KI-bezogener Kenntnisse in verschiedenen Branchen zu verstehen. Neben dem Anstieg der in Jobs mit erforderlichen KI-Kenntnissen angebotenen Gehälter zeigt der Bericht konkrete gefragte Fähigkeiten statt einer vagen KI-Kompetenz.
Laut Stanford HAI’s AI Index Report wurde 2024 in mehr als 66.000 Stellenausschreibungen generative KI als Fähigkeit angegeben – gegenüber 16.000 im Vorjahr. Large Language Modeling stieg von 5.000 auf 20.000 Ausschreibungen, Prompt Engineering von 1.400 auf fast 6.300.
„Unternehmen, die KI weiterhin als eine Nischenkompetenz im technischen Bereich behandeln, werden bei der Suche nach Talenten mit Organisationen konkurrieren, die KI-Kompetenz in ihrer gesamten Belegschaft verankert haben“, sagte Cole Napper, VP of Research and Insights bei Lightcast, in einer Pressemitteilung.
Der Bericht stellte außerdem fest, dass die Nachfrage nach KI-Kenntnissen in nichttechnischen Branchen um bis zu 800 % gestiegen ist. Im Gegensatz dazu hat die IT-Branche aufgrund der Automatisierung Entlassungen erlebt. Microsoft beispielsweise entließ 9.000 Mitarbeiter im Juli und startete gleichzeitig eine Initiative über 4 Milliarden US-Dollar, um 20 Millionen Menschen in KI-Kenntnissen zu schulen.
KI-Jobs sind nicht mehr auf die Technologiebranche beschränkt
2019 entfielen 61 % der KI-bezogenen Stellenausschreibungen auf die Technologiebranche. 2024 war diese Zahl auf 49 % gesunken, wobei die Mehrheit nun aus nichttechnischen Bereichen wie Marketing, Bildung und Personalwesen stammt.
Das stärkste Wachstum im Jahresvergleich findet außerhalb traditioneller Technologiepositionen statt. Die Zahl der Stellenausschreibungen im Personalwesen, in denen KI-Kenntnisse vorausgesetzt werden, ist um 66 % gestiegen, im Marketing um 50 % und im Finanzwesen um 40 %. Auch in Wissenschaft und Bildung sind stetige Zuwächse zu verzeichnen, da KI-Tools die Arbeitsweise verändern.
Der Lightcast-Bericht stellt ein Framework namens AI Skills Disruption Matrix vor, das berufliche Fähigkeiten anhand ihres Marktwerts, ihrer Wachstumsrate und ihrer Anfälligkeit für Automatisierung abbildet. Das Tool soll Arbeitgebern dabei helfen, die Personalentwicklung an strategischen KI-Investitionen auszurichten.
Unternehmen wollen sowohl KI-Kenntnisse als auch menschliches Urteilsvermögen
Lightcast stellte fest, dass die wertvollsten KI-gestützten Rollen mehr als bloße KI-Kenntnisse erfordern. Kommunikation, Führung, Problemlösung und Kundenservice gehören neben Machine Learning und Prompt Engineering zu den zehn am häufigsten geforderten KI-Kenntnissen in Stellenausschreibungen.
Der Bericht von Lightcast zieht ein klares Fazit: Die gefragtesten Arbeitskräfte sind Kommunikatoren, Teamplayer und Entscheidungsträger, die KI als Werkzeug beherrschen. Wer bereit ist, sich anzupassen, kann sich mit nur einer einzigen KI-Fähigkeit ein besseres Gehalt, anspruchsvollere Rollen und einen zukunftssicheren Karriereweg erschließen.
Von politischen Rahmenwerken bis zu Verpflichtungen von Unternehmen: Erfahren Sie mehr darüber, wie Google und das Weiße Haus den Entwurf für Amerikas KI-Zukunft skizzieren – in unserer neuesten Berichterstattung.

