Das Institute for Human Machine Cognition (IHMC) hat seinen humanoiden Roboter der nächsten Generation vorgestellt: Alex. Er kommt ohne Beine aus und bietet Fortschritte bei Manipulation, Wahrnehmung und Teleoperation.
IHMC und sein kommerzieller Partner Boardwalk Robotics wollen die Fähigkeiten des Roboters am 10. April bei einem Tag der offenen Tür präsentieren. Nach Angaben des Unternehmens wurde Alex mit Blick auf Hochrisikoumgebungen entwickelt, wo er seine Mobilität und Autonomie im Freien unter Beweis stellen soll.
Das IHMC-Projekt ist ein mehrjähriges Vorhaben im Umfang von mehreren Millionen US-Dollar, das vom US Office of Naval Research unterstützt wird. Es handelt sich um ein gemeinnütziges Projekt, das Technologien entwickeln soll, die mithilfe von Robotik menschliche Fähigkeiten erweitern.
Das neue System wiegt im Vergleich zu IHMCs vorherigem Roboter Nadia etwa 15 Kilogramm weniger, was größtenteils auf speziell angefertigte Aktoren zurückzuführen ist. Alex wiegt einschließlich Akku 85 Kilogramm und erreicht dabei dasselbe Leistungsniveau wie Nadia, berichtet Interesting Engineering. IHMC ist überzeugt, dass das geringere Gewicht Agilität und Energieeffizienz verbessern dürfte.
Neben Verbesserungen bei Bildverarbeitung und Wahrnehmung bietet Alex auch erweiterte Teleoperationsfunktionen, darunter die Möglichkeit, als Teil eines Roboterteams zu arbeiten. IHMC sieht eine Zukunft, in der Roboter in Hochrisikoumgebungen wie brennenden Häusern und Gefahrenbereichen eingesetzt werden und als Teil von Katastrophenschutzteams dienen – mit möglichen militärischen Anwendungen.
Boardwalk Robotics vermarktet Alex für eine breite Palette potenzieller Einsatzmöglichkeiten, befindet sich mit Blick auf die Einführung aber noch in der Erkundungsphase.
Ein Herausforderer für die Welle chinesischer Roboter
IHMC gehört zu mehreren Robotikunternehmen in den USA mit umfassender technischer Expertise, die jedoch offenbar zögern, vollständig in den Markt einzusteigen. Boston Dynamics, Figure AI und Tesla verfolgen allesamt das Ziel, Roboter in verschiedenen Branchen und in Privathaushalten einzusetzen, doch bislang gibt es nur eine begrenzte Kommerzialisierung.
Das steht im Kontrast zu China, wo Unternehmen wie Unitree Robotics, AgiBot und UBTECH Robotics 2025 mehr als 1.000 Roboter ausgeliefert haben. AgiBot hat kürzlich bekannt gegeben, mehr als 10.000 Roboter verkauft zu haben, und sich damit an die Spitze des Marktes gesetzt. Auch wenn diese Roboter im Vergleich zu etablierten Märkten wie Smartphones und Fernsehern noch eine kleine Rolle spielen, werden sie für Zehntausende US-Dollar verkauft und können in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt werden.
Neben der Kommerzialisierung ihrer Roboter scheinen sich diese chinesischen Unternehmen weniger um die öffentlichen Märkte zu sorgen. Unitree hat bereits einen Börsengang am STAR Market der Shanghaier Börse beantragt, wobei Anzeichen dafür bestehen, dass das Unternehmen finanziell solide aufgestellt ist.
Dieser kommerzielle Vorsprung könnte sich für chinesische Robotikhersteller jedoch als Bumerang erweisen, da die US-Regierung Berichten zufolge den Verkauf ausländischer Technologie verbieten will im Land.
Wer genauer erfahren möchte, wie China seinen Vorsprung in der Robotik ausbaut, sollte sich ansehen, wie Schulen für das Training humanoider Roboter die nächste Entwicklungswelle vorantreiben.

