Apple könnte nun endlich bereit sein, Apple Intelligence in China zu aktivieren. Dafür war jedoch die Unterstützung von zwei der größten Technologieunternehmen des Landes erforderlich.
Chinesische Aufsichtsbehörden haben Apples KI-Plattform Berichten zufolge genehmigt, nachdem das Unternehmen Alibaba und Baidu beauftragt hatte, die Inhaltsfilterung und Suchfunktionen zu unterstützen, berichtet Bloomberg. Die Genehmigung könnte eine zweijährige Verzögerung beenden, durch die chinesische iPhone-Nutzer auf viele der in anderen Märkten verfügbaren generativen KI-Tools verzichten mussten.
Der Start würde Apple dabei helfen, eine bedeutende Produktlücke in einem seiner wichtigsten Märkte zu schließen. Außerdem könnte das Unternehmen dadurch noch tiefer in den wachsenden Technologiekonflikt zwischen Peking und Washington geraten.
Chinesische iPhone-Nutzer weiterhin eine Generation im Rückstand
Für Apple-Geräte ist dies zwar ein großer Schritt, doch die Plattform bleibt eine Generation hinter dem zurück, was das Unternehmen auf der WWDC in diesem Jahr angekündigt hat. Die überarbeitete Siri, die außerhalb Chinas von Google Gemini unterstützt wird, wird chinesischen Nutzern nicht zur Verfügung stehen. Apple hat zudem nicht mitgeteilt, wann die Einführung geplant ist.
Für die Marke muss das allerdings kein allzu großer Nachteil sein, da das andere große mobile Betriebssystem, Android, in China nicht von Google betrieben wird. Dadurch sind auch die tiefgreifenden Integrationen, die Google unter Android bereitstellt, für chinesische Nutzer nicht verfügbar. Stattdessen bleibt ihnen ein Flickenteppich aus KI-Anbietern, die um ihre Gunst konkurrieren.
Apple investiert viel Zeit und Ressourcen, um das iPhone mit den neuesten KI-Funktionen auszustatten, während das Unternehmen versucht, zu seinen Konkurrenten aufzuschließen, und mehrere neue Funktionen ankündigt – zusätzlich zu Siri. Außerdem arbeitet das Unternehmen daran, mithilfe von KI das iPhone effizienter und intelligenter zu machen.
Während die meisten US-Unternehmen seit Jahren entweder aus China ausgeschlossen sind oder ihre Umsatzerwartungen für das Land in den vergangenen Monaten gesenkt haben, betrachtet Apple China weiterhin als einen wichtigen Markt. Laut Counterpoint Researchwar der iPhone-Hersteller im vierten Quartal 2025 Marktführer und kam auf 22 % der Smartphone-Verkäufe.
Der KI-Konflikt zwischen China und den USA eskaliert: Apple steckt dazwischen
Die Zusammenarbeit mit Alibaba und Baidu war für Apple vermutlich der einzige Weg, das Prüfverfahren der chinesischen Zensoren zu durchlaufen. Die Partnerschaften könnten jedoch bei der US-Regierung auf wenig Gegenliebe stoßen, da diese versucht, die Zusammenarbeit zwischen US-amerikanischen und chinesischen Unternehmen, insbesondere im KI-Bereich, einzuschränken.
Das Pentagon hat kürzlich eine ganze Reihe chinesischer Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt, darunter Alibaba und Baidu, wegen des Vorwurfs, sie unterstützten Chinas Strategie der militärisch-zivilen Fusion. Die Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen ist für Apple zwar weiterhin legal, könnte jedoch Spannungen mit einer US-Regierung auslösen, die gegenüber China zunehmend eine harte Linie verfolgt.
Während die US-Regierung versucht, das Wachstum von Chinas KI-Aktivitäten zu bremsen, will auch die chinesische Regierung grenzüberschreitende Aktivitäten einschränken. Berichten zufolge erwägt sie, den Zugang zu ihren im eigenen Land entwickelten KI-Modellen einzuschränken – und zwar für ausländische Unternehmen und Einzelpersonen. Apple dürfte davon zwar kaum betroffen sein, doch andere Unternehmen könnten darunter leiden, wenn sie chinesische KI-Modelle zur Kostensenkung einsetzen.
Für Verbraucher scheint der Zugang zu KI-Modellen zunehmend vom eigenen Standort und von der Ausrichtung des jeweiligen Landes auf eine der beiden Supermächte abzuhängen.
Weiterführende Lektüre: Mehr über Apples Strategie in den USA erfahren Sie in unserer Berichterstattung über den angeblichen Vorstoß des Weißen Hauses für ein Chip-Abkommen zwischen Apple und Intel.

