Chinas führende Militärlabore entwickeln autonome Waffen, die wie Spitzenprädatoren jagen und operieren sollen und mit minimalem menschlichem Eingreifen eingesetzt und betrieben werden können.
An einer der führenden mit dem chinesischen Militär verbundenen Universitäten haben Forschende das Verhalten von Falken, Wölfen und Kojoten untersucht, um zu simulieren, wie sich Drohnen und vierbeinige Roboter beim Aufeinandertreffen mit feindlichen Einheiten verhalten sollten. In einigen Szenarien sind die Systeme darauf programmiert, sich wie Spitzenprädatoren zu verhalten und schwächere Gegner zu identifizieren und anzuvisieren. In anderen Fällen übernehmen sie bei Kojoten beobachtete Überlebensstrategien und geben der Flucht sowie der Vermeidung einer Entdeckung durch ernstzunehmendere Bedrohungen Vorrang.
Die als Swarm I und Swarm II bekannten Drohnensysteme können im Rahmen eines einzigen Missionsziels Hunderte Drohnen starten. Diese Schwärme sind darauf ausgelegt, auch bei gestörter Kommunikation autonom weiterzuarbeiten. Ihr Verhalten kann sich je nach Mission ändern: In einem Szenario können sie verwundbare Ziele identifizieren, in einem anderen verborgen bleiben oder ausweichen.
Auch vierbeinige Roboter sollen als koordinierte Teams operieren und sich über große Gebiete verteilen, um Ziele abzufangen – inspiriert von der Jagdtaktik von Wolfsrudeln. China hat diese Roboter bei Militärübungen zunehmend präsentiert.
Sieben mit von Chinas Kommunistischer Partei unterstützten Militärprojekten verbundene Universitäten, die zusammen die Sieben Söhne der nationalen Verteidigung bilden, sollen laut einem Bericht des The Wall Street Journal für den Anstieg der militärischen Patentaktivität in den vergangenen Jahren verantwortlich sein. Chinas Patentanmeldungen haben die der USA Berichten zufolge in Bereichen wie Drohnenschwärmen und Schwarmintelligenz deutlich übertroffen.
Forschende arbeiten außerdem an Systemen zur „Informationskriegsführung“, die künstliche Intelligenz nutzen, um multimediale Propaganda und Deepfakes zu erzeugen. Es wird erwartet, dass dies im kommenden Jahrzehnt ein stark wachsender Markt sein wird; globale Prognosen gehen davon aus, dass er 35 Milliarden US-Dollar erreichen könnte – und zwar bis 2035.
Drohnenkriegsführung ist ein lukrativer Markt
Der Krieg in der Ukraine hat die wachsende Bedeutung von Drohnen auf dem modernen Schlachtfeld deutlich gemacht. Beide Seiten setzen unbemannte Systeme tief im feindlichen Gebiet ein.
Die Abwehr dieser Drohnen ist zu einem lukrativen Markt geworden. Unternehmen wie OpenAI und Palmer Luckeys Anduril arbeiten mit dem US-Militär an Technologien zur Erkennung und Abfangung. An den Frontlinien in der Ukraine sind Berichten zufolge Angelschnüre und andere einfache Maßnahmen gespannt, die anfliegende Drohnen physisch abblocken sollen.
Viele Streitkräfte erhöhen inzwischen ihre Ausgaben sowohl für offensive als auch für defensive Drohnenfähigkeiten. Nordkoreas staatliche Medien berichteten kürzlich über Investitionen in „KI-Suiziddrohnen“, die den in der Ukraine eingesetzten Systemen ähneln, aber ohne direktes menschliches Eingreifen operieren sollen.
Chinas Vorsprung bei ziviler Robotik findet seinen Weg aufs Schlachtfeld
Nicht nur Drohnen will Chinas Volksbefreiungsarmee demonstrieren. Das Militär hat kürzlich ein Video von einem bewegungsgesteuerten Kamp f roboter veröffentlicht, von dem Forschende und Verantwortliche behaupten, er könne in realen Kampfszenarien eingesetzt werden – und nicht nur für Vorführungen oder zur Unterhaltung.
Chinas Ausgaben für militärische Forschung und Entwicklung sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten rasant gestiegen. Durch die Nutzung seiner dominanten Stellung in der Hardwareproduktion und der zivilen Robotik hat das Land Technologien rasch für den militärischen Einsatz angepasst und umfunktioniert.
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