Dell rechnet mit einem jährlichen Umsatzwachstum von 7 % bis 9 % und verdoppelt damit nahezu seine bisherige Prognose von 3 % bis 4 %, nachdem die KI-Nachfrage die Erwartungen weit übertroffen hat.
Laut der Ankündigung von Dell, liegt das Ziel für das Gewinnwachstum je Aktie nun bei 15 % oder mehr und damit fast doppelt so hoch wie das vorherige Ziel von 8 %. In einem Fall von nominativem Determinismus bezeichnete Dell-CEO Michael Dell die KI-Chance als „riesig“ – Kunden ringen um Rechenleistung und Netzwerktechnik, um Intelligenz im großen Maßstab einzusetzen.
Zahlen, die sich sehen lassen können
Dells Geschäft mit KI-Servern entwickelt sich zu einer regelrechten Geldmaschine, wobei die Ziele Quartal für Quartal steigen. Das Unternehmen erhöhte seine Prognose für das KI-Servergeschäft im Gesamtjahr um weitere 5 Milliarden US-Dollar und peilt nun 20 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr an. Allein im zweiten Quartal lieferte Dell KI-Server im Wert von 8,2 Milliarden US-Dollar aus, wie Nasdaq im vergangenen Monat berichtete.
Der Auftragsbestand spricht für sich: Er belief sich auf 11,7 Milliarden US-Dollar, und die Auslieferungen von KI-Lösungen im ersten Halbjahr übertrafen bereits den Gesamtwert des vergangenen Jahres, wie die Futurum Group ermittelte im September. Das ist aufgestaute Nachfrage, die sich in gebuchte Aufträge verwandelt. Unternehmen stürzen sich auf KI, und Dell scheint gut positioniert zu sein, um von einem mehrjährigen Zyklus zu profitieren, der nicht nachlässt.
Dells Zukunft
Über die Schlagzeilenzahlen hinaus baut Dell sich zu einem Schwergewicht für KI-Infrastruktur um. Die Infrastructure Solutions Group verzeichnete laut einer vor zwei Monaten veröffentlichten Analyse ein Wachstum von 44 % gegenüber dem Vorjahr auf 16,8 Milliarden US-Dollar. Treiber waren 12,9 Milliarden US-Dollar aus dem Server- und Netzwerkgeschäft.
Auch die Rechnung für die Aktionäre verändert sich. Dell verpflichtete sich, die Dividende bis zum Geschäftsjahr 2030 jährlich um 10 % oder mehr zu steigern, und verlängerte damit den Zeitraum um zwei Jahre. Die Aktie liegt in diesem Jahr 27 % im Plus und damit weiterhin unter dem letztjährigen Höchststand von knapp 175 US-Dollar. Die Cash-Generierung hilft: allein im zweiten Quartal 2,5 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen nutzt strategische Umschuldungen und ein solides operatives Geschäft, um die KI-Expansion zu finanzieren und zugleich Kapital an die Investoren zurückzuführen.
Das große Ganze
Dells Aufschwung ist Teil einer größeren Neuausrichtung der Unternehmensausgaben, die den Servermarkt umgestaltet. Für das KI-Serversegment wird 2025 ein Wachstum von 55 % auf 252 Milliarden US-Dollar erwartet, und Dell dürfte neben HPE und Lenovo einen bedeutenden Anteil erobern, wie Bloomberg Intelligence berichtete vor fast einem Jahr.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern sich vor Ort. KI-Server-Racks kosten inzwischen bis zu 3 bis 4 Millionen US-Dollar pro Stück, verglichen mit 1,5 bis 3 Millionen US-Dollar bei früheren Generationen. Dadurch steigt der Umsatz pro Kunde deutlich. Dell setzt auf einen kompletten Stack, also umfassende KI-Lösungen von der Rechenzentrumsinfrastruktur bis hin zu spezialisierten Servern. Damit befindet sich das Unternehmen genau im Zentrum eines mehrjährigen Ausbaus.
Die KI-Nachfrage trug auch dazu bei, dass die Aktien von Nvidia stiegen, wobei Huang diesen Moment als „den Beginn eines neuen Ausbaus, einer neuen industriellen Revolution“ bezeichnete.

