Die Polizei am Flughafen Leipzig/Halle schickte einen Entschärfungsroboter los, um einen mutmaßlichen Sprengsatz zu untersuchen, bevor sich jemand zu Fuß näherte.
Die deutschen Behörden setzten die Maschine ein, nachdem ein Fluggerät in der Nähe des Flughafens gesichtet und am späten Dienstag ein zweiter Gegenstand neben der südlichen Landebahn gefunden worden war. Später bestätigten die Behörden, dass es sich bei dem am Boden befindlichen Gerät um eine mit Sprengstoff bestückte Drohne handelte, während des Einsatzes wurden mehrere Flüge umgeleitet.
Eine unbemannte Maschine brachte die Gefahr auf das Rollfeld. Eine andere half der Polizei festzustellen, womit sie es zu tun hatte.
Roboter hilft, die Bedrohung aufzudecken
Die Bundespolizei steuerte einen Kettenroboter durch den gesperrten Bereich, während Sprengstoffexperten den Einsatz aus sicherer Entfernung überwachten. Aufnahmen vom Ort des Geschehens zeigten die Maschine neben einem ukrainischen Antonov-Frachtflugzeug, wie Euronews.
berichtete. Röntgenaufnahmen zeigten Sprengstoff und einen Zünder im Inneren der Drohne. Spezialisten machten das Gerät anschließend nahe der Landebahn unschädlich.
Entschärfungsroboter nutzen Kameras und mechanische Arme, um den Einsatzkräften einen genaueren Blick zu ermöglichen, ohne jemanden in die Explosionszone zu schicken. Maschinen für Aufgaben, die für Menschen zu gefährlich sind können auch Sensoren platzieren oder verdächtige Gegenstände handhaben, während die Bediener in Deckung bleiben.
Flüge umgeleitet, während die Polizei die Landebahn sichert
Mehrere Flugzeuge wurden nach dem nächtlichen Alarm zu anderen Flughäfen geschickt. Ein Passagierflug aus Mallorca und mehrere Frachtflüge landeten auf anderen Flughäfen, während die Polizei die südliche Landebahn absperrte.
Ein weiteres Frachtflugzeug brach seinen Anflug ab und traf später etwa sechs Kilometer vom Flughafen entfernt auf einen unbekannten Gegenstand. Die Besatzungen stellten geringfügige Schäden fest, nachdem das Flugzeug sicher in Hannover gelandet war.
Am frühen Mittwoch wurde der Flugverkehr auf der nördlichen Landebahn wieder aufgenommen, während die Ermittler auf der Südseite weiterarbeiteten. Verletzte wurden nicht gemeldet.
Schnellere Reaktionen könnten mehr Passagiere schützen
Leipzig wirft für Flughafenbetreiber eine direkte Sicherheitsfrage auf: Wie schnell kann ein mit Robotern ausgerüstetes Team ein Flugfeld erreichen, wenn ein verdächtiger Gegenstand in der Nähe von Passagieren, Besatzungen oder abgestellten Flugzeugen auftaucht? Ein schnellerer Zugang kann Sicherheitsteams dabei helfen, eine größere Sicherheitszone einzurichten und mit der Einschätzung der Bedrohung zu beginnen, bevor weitere Menschen gefährdet werden.
Flughäfen gewöhnen sich im täglichen Betrieb bereits zunehmend an Roboter.
Zum Beispiel testet Japan Airlines humanoide Roboter am Flughafen Haneda für die Gepäck- und Frachtabfertigung, und autonome Sicherheitsroboter werden für Verkehrsknotenpunkte vorbereitet, um öffentliche Bereiche zu patrouillieren und Vorfälle zu melden.
Bei Großveranstaltungen eingesetzte Roboterhunde sind ein weiteres Beispiel für mobile Maschinen, die riskante Orte überprüfen und Informationen an Sicherheitsteams übermitteln.
Künftige Entschärfungssysteme könnten für eine bessere Mobilität und eine zuverlässigere Steuerung auf weitläufigen Flughafengeländen sorgen. Flughafenleiter sollten wissen, welche Einheit die Ausrüstung bringen kann, wie sie gesperrte Bereiche erreicht und ob die Kommunikation nach ihrer Ankunft aufrechterhalten werden kann.
Die Vorbereitung entscheidet darüber, ob der Roboter sofort Teil des Einsatzes wird oder durch den ihn umgebenden Flughafen ausgebremst wird.
Humanoide Roboter werden zu einem neuen Problem für das Gepäck von Fluggesellschaften, während kleinere Robotergeräte nach den geltenden Regeln weiterhin erlaubt bleiben.

