Amazon hat den Einsatz seines millionsten Roboters bekannt gegeben, der nun in einem globalen Netzwerk von mehr als 300 Einrichtungen tätig ist. Der Meilenstein unterstreicht den beschleunigten Wandel des Unternehmens hin zur industriellen Automatisierung, die nach Aussage von Führungskräften die Art und Weise verändert, wie Waren durch Lagerhäuser bewegt werden.
Das Unternehmen stellte außerdem eine neue KI-Technologie namens DeepFleet vor, die dafür entwickelt wurde, die Wege von Robotern in Logistikzentren zu optimieren und die Effizienz der Routenplanung um 10 % zu steigern.
Scott Dresser, Vizepräsident von Amazon Robotics, schrieb in der Mitteilung des Unternehmens: „Statt Technologie um ihrer selbst willen zu verfolgen, konzentrieren wir uns darauf, reale Probleme zu lösen.“
Zwölf Jahre Robotik gipfeln in einem Meilenstein von einer Million Robotern
Die Marke von einer Million Robotern krönt eine Robotik-Initiative, die 2012 mit einer einfachen Maschine zum Bewegen von Regalen begann. In 23 Jahren hat sich Amazons System weltweit zu einer komplexen Flotte mit vielfältigen Aufgaben entwickelt – zuletzt in Japan, wo der Meilenstein-Roboter ausgeliefert wurde.
Zum aktuellen Sortiment gehören Hercules, der Lasten von bis zu 1.250 Pfund heben kann, und Pegasus, der sich auf integrierte Förderbänder zum Transport von Paketen stützt. Proteus, Amazons erster vollständig autonomer mobiler Roboter, navigiert selbstständig durch die Lagerhallen und arbeitet dabei sicher neben den Beschäftigten.
Diese Maschinen übernehmen inzwischen in Hunderten Einrichtungen weltweit schwere Hebearbeiten und repetitive Aufgaben. Amazon erklärte, dieser Ansatz solle Geschwindigkeit, Genauigkeit und Sicherheit verbessern, während das Unternehmen weiter expandiert.
DeepFleet: Amazons neues KI-Modell
Im Rahmen des Ausbaus der Robotik stellte das Unternehmen DeepFleet vor, ein KI-System, das dabei hilft, die Bewegungen der Roboter zu koordinieren und Staus auf den Lagerflächen zu verringern. Dresser erklärte, DeepFleet solle schnellere Lieferungen, geringere Kosten und einen niedrigeren Energieverbrauch ermöglichen – und nicht dazu dienen, Technologie um ihrer selbst willen einzusetzen.
Mit dem Ausbau der Robotik schrumpft die Zahl der Beschäftigten
Dresser betonte, dass die Maschinen Seite an Seite mit den Beschäftigten arbeiten sollen, und verwies auf einen Anstieg der Wartungs- und Ingenieursstellen an einem Standort in Shreveport, Louisiana, um 30 %.
Die übergeordnete Strategie von Amazon deutet jedoch auf eine schlankere Belegschaft hin. CEO Andy Jassy sagte im vergangenen Monat, dass Amazon für viele Tätigkeiten in den Lagerhäusern weniger Menschen benötigen werde. In einem CNBC-Interviewbestätigte er, dass Roboter im Laufe der Zeit voraussichtlich die Zustellung und den Transport übernehmen werden.
Laut The Wall Street Journal unterstützt Robotik inzwischen etwa 75 % der weltweiten Lieferungen von Amazon. Die Zahl der Maschinen nähert sich der Zahl der menschlichen Beschäftigten an, und die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter pro Standort ist auf einen Tiefstand seit 16 Jahren gefallen, obwohl neue Tätigkeiten wie Robotertechniker und Wartungspersonal entstehen.
Während Maschinen lernen, verschwinden Arbeitsplätze
Das Tempo der Automatisierung lässt menschlichen Arbeitskräften immer weniger sichere Rückzugsorte. Da Roboter und KI-Systeme zunehmend Aufgaben in Lagerhaltung und Logistik übernehmen, schrumpft die Zahl der KI-sicheren Arbeitsplätze mit alarmierender Geschwindigkeit.
Diese Welle macht auch vor Amazon nicht halt. Entlassungen nehmen zu in der Technologie- und Einzelhandelsbranche, während Unternehmen verstärkt auf künstliche Intelligenz.
setzen. Wenn sich die Entwicklung fortsetzt, könnte das neue Gesicht der Arbeitslosigkeit durchaus das Spiegelbild eines Roboters sein.
Lesen Sie die Berichterstattung von eWeek darüber, wie Amazon heimlich humanoide Lieferroboter testet, die schon bald herkömmliche Tätigkeiten in Lagerhäusern und auf der letzten Meile ersetzen könnten.

