Was als Kurzvideoplattform im Wettbewerb mit ByteDance begann, hat sich zu einem der weltweit meistgenutzten KI-Videotools entwickelt.
Der KI-Videogenerator Kling des in Peking ansässigen Unternehmens Kuaishou erfreut sich seit seinem Start im Juli 2024 rasant wachsender Beliebtheit. Berichten zufolge hat das Videotool bereits mehr als 60 Millionen Nutzer gewonnen. Damit tritt Kling nun direkt gegen hochkarätige Konkurrenten wie OpenAIs Sora und andere führende Plattformen für generative Videos an.
Nach der Vorstellung von Sora reagierte Kuaishou entschlossen und verlagerte seinen Schwerpunkt von sozialen Video-Feeds auf generative Videotechnologie. Der Strategiewechsel zahlte sich schnell aus: Kling gewann zunächst in China unmittelbar an Zugkraft, bevor der internationale Durchbruch gelang. Der Videogenerator stieg in den App-Charts auf und zog in mehreren Regionen Kreative, Unternehmen und Entwickler an.
Heute positioniert Klings riesige und rasant wachsende Nutzerbasis Kuaishou nicht als regionalen Akteur, der nebenbei mit KI experimentiert, sondern als globale Plattform mit echtem Einfluss im Wettlauf um generative Videos. Die Beliebtheit zeigt, wie schnell sich das Machtgleichgewicht bei der Erstellung von KI-Videos verschiebt.
Der Wettlauf, OpenAI Konkurrenz zu machen
Kuaishou wurde dank seines schnellen Einstiegs in die KI-Videogenerierung rasch zu einem Namen von globaler Bedeutung. Im Wettbewerb mit anderen KI-Unternehmen, die um die Vorherrschaft in diesem Bereich ringen, nutzte Kuaishou zwei entscheidende Vorteile, um globale Giganten wie OpenAI zu überholen:
- Kostengünstiger Zugang zu chinesischer KI-Computing-Infrastruktur
- Umfangreiche Ressourcen und Erfahrung aus den Anfängen als Kurzvideoplattform
Die starke Nachfrage von Kreativen und Unternehmen nach hochwertigen, realistischen Videogenerierungen katapultierte das Tool in Ländern wie den USA, Großbritannien, Japan und Südkorea in den App-Rankings nach oben.
Laut diesem Tech-in-Asia-Blog, gehört die App in Märkten wie den USA, Großbritannien, Japan, Australien und der Türkei zu den zehn besten Grafik- und Design-Apps im iOS App Store. In Russland und Südkorea belegt sie dagegen bereits den ersten Platz.
Kl ing s Wachstum in diesen Märkten unterstreicht seine Zugänglichkeit und Kosteneffizienz für Kreative, die hohe Qualität zu einem erschwinglichen Preis verlangen. Das zunehmende Engagement der Nutzer hat auch die Aufmerksamkeit von Investoren auf sich gezogen. Über die Kennzahlen des Unternehmens hinaus vermitteln die Beliebtheit und die innovativen Fähigkeiten des Tools Investoren ein Signal für Vertrauen und langfristiges Wachstum.
Kling im Vergleich zu OpenAIs Sora
Ein genauerer Blick auf Kling im Vergleich zu OpenAIs Sora zeigt, worin die jeweiligen Stärken der Plattformen liegen und warum Kling so schnell wächst:
- Zugänglichkeit: Sora ist über seine iOS-, Android- und ChatGPT-Apps, aber auch über seine Websites zugänglich. Auf Kling AI kann über die eigene App, die Weboberfläche und APIs von Drittanbietern zugegriffen werden.
- Effizienz bei Eingabeaufforderungen: Sora wandelt Texteingaben in Videos um, doch Kling ist weiterhin besonders stark darin, mithilfe von Texteingaben hochwertige Videos zu erzeugen.
- Videolänge: Die Videolänge von Sora reicht von 15 bis 20 Sekunden. Kling bietet eine großzügigere Ausgabelänge, mit seinen Erweiterungsfunktionen.
- Qualität: Kling erzeugt zwar Videos in sauberer Qualität, doch Berichte aus verschiedenen Tests, darunter dieser Bericht von Crepal AI deuten darauf hin, dass Sora die bessere Option ist. Beide erzeugen jedoch dieselbe Auflösung (1920 x 1080p)
- Steuerung: Kling bietet detailliertere und schrittweise anwendbare Bearbeitungsfunktionen, wodurch bei kleineren Änderungen weniger Neugenerierungen erforderlich sind … anders als bei Sora.
- Nutzerbasis: Kling kann 60 Millionen Nutzer vorweisen und übertrifft damit deutlich Soras 3 Millionen. Mit mehr als 10.000 Unternehmenskunden strebt Kling aggressiv die Vorherrschaft im Unternehmenssektor an.
- Preise: Beide verwenden ein kreditbasiertes Modell, doch Soras Preise sind an die ChatGPT-Tarife gekoppelt, die je nach Tarif ein monatliches Kreditlimit festlegen. Klings Preise sind umfangreicher und günstiger. Es gibt eine kostenlose Stufe mit Videos von 10 Sekunden Länge und Wasserzeichen. Außerdem gibt es kostenpflichtige Tarife ab 8 US-Dollar.
Künftige Gegenwinde und vergangene Herausforderungen
Trotz der Begeisterung von Investoren, einer rasant wachsenden Nutzerbasis und einer profitablen Zukunft ist Kling nicht frei von eigenen Problemen. Bei einem kürzlichen Cyberangriff auf das Unternehmen wurde seine KI-Plattform gekapert, sodass sie sexuell explizite Videos in Livestreams erzeugte.
Der schnell behobene Angriff führte zu einem Verlust von 6 % des Aktienwerts von Kuaishou. Darüber hinaus zeigt dieser Vorfall, wie volatil die Lage sein kann, und wirft die Frage auf, ob das Unternehmen langfristig an der Spitze der KI-Branche bleiben kann.
Mehr darüber, wie ein weiterer großer Akteur die Grenzen KI-generierter Videos verschiebt, erfahren Sie in diesem Blick auf Googles Veo 3 und seine fortschrittlichen Text-zu-Video-Funktionen.

